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10.11.2010 19:52

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Börsen in Europa Schluss: Aktienmärkte unter Druck, Finanztitel präsentieren sich schwach

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Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen verloren am Mittwoch deutlich an Boden. Neben überwiegend negativ aufgenommenen Quartalsergebnissen drückten die Schuldenprobleme Irlands auf die Stimmung. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 1,55 Prozent auf 2.845,93 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab um 0,84 Prozent auf 2.593,85 Zähler nach. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 schloss mit einem Abschlag von 1,08 Prozent bei 700,50 Stellen. Die europäischen Länderbörsen schlossen ebenfalls durchweg im Minus.

Der ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum ist im vierten Quartal 2010 nach Angaben des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung erneut angezogen. Dabei erhöhte sich der Geschäftsklimaindex auf 107,5 Punkte. Im Vorquartal hatte der Index nur bei 106,5 Zählern und im Vorjahresquartal bei 91,0 Punkten gelegen. Damit hat sich das ifo Wirtschaftsklima für den Euroraum zum siebten Mal in Folge verbessert. Der ifo Indikator liegt nur noch geringfügig unter seinem langfristigen Durchschnitt. Im Einzelnen verbesserte sich der Index zur Lagebeurteilung auf 131,5 Punkte, nach 109,1 Punkten im dritten Quartal 2010. Dagegen sank der Erwartungs-Index auf 93,4 Punkte, nach zuvor 104,9 Punkten.

Sehr freundlich tendierten heute die Aktien des Allfinanzkonzerns ING Groep . Die Gesellschaft erwirtschaftete im dritten Quartal einen geringeren Gewinn. Zurückzuführen war dies vor allem auf hohe Sonderbelastungen. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn sank von 499 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 371 Mio. Euro. Auf bereinigter Basis wurde allerdings ein Nettogewinn von 1,04 Mrd. Euro (Vorjahr: 727 Mio. Euro) ausgewiesen. Zudem will sich der Konzern sowohl von seiner US-amerikanischen als auch seiner europäischen Versicherungssparte trennen. Dabei soll die Ausgliederung den Angaben zufolge über zwei separate IPOs erfolgen. Die Aktie rückte um 2,4 Prozent vorrücken.

Dagegen gaben die Papiere der italienischen Großbank UniCredit (UniCredito Italiano) um 4,6 Prozent nach. Das Unternehmen musste in den ersten neun Monaten einen Gewinnrückgang ausweisen. Unter dem Strich wurde ein Nettoergebnis von 1,00 Mrd. Euro verzeichnet, nach 1,33 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum.

In der Schweiz verloren Papiere des Zementherstellers Holcim 0,3 Prozent, nachdem das Unternehmen in den ersten neun Monaten einen Gewinnrückgang ausweisen musste. Der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter sank auf 875 Mio. CHF (Vorjahreszeitraum: 1,58 Mrd. CHF). Der Gewinnrückgang erklärt sich den Angaben zufolge nicht nur mit dem schlechteren Geschäftsgang, sondern auch mit der bereits früher dargelegten einmaligen, nicht kassenwirksamen Steuerbelastung im Zusammenhang mit der Bereinigung der nordamerikanischen Beteiligungsstruktur im ersten Quartal 2010. Der Konzernumsatz stieg hingegen um 5 Prozent auf 16,57 Mrd. CHF. Für das laufende Fiskaljahr äußerte sich Holcim bezüglich der weiteren Aussichten zurückhaltend. So werde es nach Konzernangaben nicht einfach werden, im Konzern den betrieblichen EBITDA des Vorjahres zu erreichen. An der Indexspitze verteuerten sich die Papiere von Transocean um 1,1 Prozent, am Ende der Kursliste verloren Julius Bär 3,3 Prozent.

In Großbritannien meldete sich J. Sainsbury (J Sainsbury) mit Halbjahresergebnissen zu Wort. Demnach konnte die drittgrößte britische Supermarktkette ihren Gewinn im ersten Halbjahr deutlich erhöhen. Zurückzuführen war dies neben Kosteneinsparungen auf eine stärkere Nachfrage nach hochpreisigen Lebensmittelprodukten sowie nach Bekleidung. Die Erwartungen wurden aber knapp verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 347 Mio. Britische Pfund (GBP), nach 252 Mio. GBP im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn vor Steuern erhöhte sich um 8,1 Prozent auf 332 Mio. GBP, während Analysten hier mit 335 Mio. GBP gerechnet hatten. Der Titel verbilligte sich um 1,1 Prozent. Gesucht waren im FTSE 100 die Papiere des Versorgers Scottish and Southern, die um 3,8 Prozent zulegten, während am Ende die Aktie des Bergbaukonzerns Lonmin um 4,7 Prozent nachgab.

Die französische Industrieproduktion hat sich im September nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Insee erhöht. Demnach stieg die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent, nachdem sie im August unverändert geblieben war. Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 0,5 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat die Industrieproduktion um 5,1 Prozent zugelegt, nach einem Anstieg um 4,1 Prozent im August. Die Prognose der Volkswirte hatte nur auf ein Plus von 4,7 Prozent gelautet. Ferner haben sich die französischen Verbraucherpreise haben sich im Oktober erwartungsgemäß entwickelt. So belief sich die Jahresteuerungsrate wie im Vormonat auf 1,6 Prozent. Volkswirte hatten mit dieser Preissteigerung gerechnet. Im Vormonatsvergleich zogen die Lebenshaltungskosten erwartungsgemäß um 0,1 Prozent an, gegenüber einem Preisrückgang um 0,1 Prozent im September.

Im CAC 40 standen die Papiere von Veolia Environnement mit einem Aufschlag von 3,6 Prozent ganz vorne auf der Gewinnerliste. Der Umweltservice-Konzern konnte in den ersten neun Monaten einen Umsatzanstieg ausweisen. So stieg der Gesamtumsatz in den ersten drei Quartalen um 0,8 Prozent auf 25,47 Mrd. Euro. Der bereinigte operative Gewinn verbesserte sich gleichzeitig auf 1,50 Mrd. Euro, nach 1,43 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Zudem bestätigte der Konzern die Zielsetzungen für das Gesamtjahr. Am Indexende rutschten Natixis (Natixis Banques Populaires) um 12,2 Prozent ab. Die Bankgesellschaft musste im dritten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen und verfehlte dabei die Analystenerwartungen. So lag der Nettogewinn mit 305 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 362 Mio. Euro. Der bereinigte Nettogewinn konnte hingegen von 311 auf 340 Mio. Euro verbessert werden. Analysten hatten einen Nettogewinn von rund 356 Mio. Euro erwartet. Daneben verbilligten sich Crédit Agricole um 4,6 Prozent, Société Générale verloren 3,1 Prozent.

In Österreich konnte Telekom Austria in den ersten neun Monaten mit einem deutlichen Gewinnplus aufwarten. Zwar verringerte sich der Umsatz von zuvor 3,62 Mrd. Euro auf nunmehr 3,48 Mrd. Euro, allerdings konnte das operative Ergebnis (EBIT) auf 476,4 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden. Beim Nettogewinn wurde in den ersten neun Monaten ein Anstieg auf 257 Mio. Euro verzeichnet (Vorjahreszeitraum: 31 Mio. Euro). Die Aktie gab um 0,2 Prozent nach.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.845,93 (-1,55 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.593,85 (-0,84 Prozent) EURONEXT 100: 700,50 (-1,08 Prozent) FTSE 100 (London): 5.816,94 (-0,99 Prozent) CAC40 (Paris): 3.888,45 (-1,45 Prozent) MIB (Mailand): 21.058,01 (-2,41 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.235,40 (-1,68 Prozent) SMI (Zürich): 6.539,82 (-0,64 Prozent) ATX (Wien): 2.716,15 (-0,64 Prozent) (10.11.2010/ac/n/m)

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