Zürich (aktiencheck.de AG) - Die Stimmung an den europäischen Börsen hellte im Handelsverlauf infolge positiver Vorgaben aus Übersee deutlich auf. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 lag zuletzt mit 1,38 Prozent im Plus bei 2.720,77 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gewann 1,18 Prozent auf 2.465,46 Zähler. Für den in Paris berechneten EURONEXT 100 ging es um 1,22 Prozent nach oben auf 645,90 Stellen. Die europäischen Länderbörsen schlossen mehrheitlich im Plus.
Titel der Großbank Barclays gewannen im FTSE 100 in London über 9 Prozent. Das Finanzinstitut konnte seinen Überschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als verdoppeln, was mit einer starken Entwicklung im Investment Banking und dem Verkauf der Sparte Barclays Global Investors (BGI) zusammenhängt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 9,39 Mrd. Britische Pfund (GBP), im Vergleich zu 4,38 Mrd. GBP im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 8,78 Mrd. GBP ausgegangen. RBS und Lloyds legten im Schlepptau 5,3 Prozent bzw. 4,7 Prozent zu. Daneben waren Rohstoffwerte gefragt. Mitunter verteuerten sich Eurasian um 3,9 Prozent, Vedanta um 5,2 Prozent und Anglo American um 2,9 Prozent. InterContinental Hotels (Intercontinental Hotels Group) gaben indes um fast 2 Prozent nach. Wie die Hotelkette erklärte, hat sie im abgelaufenen Geschäftsjahr einen geringeren Gewinn erwirtschaftet, was mit einer rückläufigen Geschäftsreise-Aktivität und Sonderbelastungen zusammenhängt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 213 Mio. Dollar, gegenüber 262 Mio. Dollar im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen bei 293 Mio. Dollar (Vorjahr: 347 Mio. Dollar). Der Umsatz verringerte sich von rund 1,9 Mrd. Dollar auf 1,54 Mrd. Dollar.
Papiere von L`Oréal (LOréal) sackten im CAC40 um 4,7 Prozent ab. Wie der Kosmetikkonzern bekannt gab, ist sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 8 Prozent gesunken, was mit einer rückläufigen Nachfrage nach Make-up und Parfum zusammenhängt. Den Angaben zufolge belief sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 1,79 Mrd. Euro, gegenüber 1,95 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz fiel um 0,4 Prozent auf 17,47 Mrd. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,89 Mrd. Euro und Erlösen von 17,7 Mrd. Euro ausgegangen. Für 2010 strebt man eine Rückkehr zu einem Umsatz- und Ergebniswachstum an. Renault und Peugeot legten um 2,7 Prozent bzw. 0,7 Prozent zu. Wie zuvor bekannt wurde, hat die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) für Januar einen kräftigen Zuwachs bei den Auto-Neuzulassungen in Europa ermittelt. Demnach erhöhte sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen binnen Jahresfrist um 13,0 Prozent auf 1.085.894 Einheiten. Papiere von Vallourec gewannen 5,7 Prozent. Société Générale und Crédit Agricole legten 4,5 Prozent bzw. 4,1 Prozent zu.
Zu den Gewinnern im Schweizer SMI zählten Credit Suisse mit einem Plus von 3,8 Prozent. UBS legten 2,9 Prozent zu. Givaudan büßten hingegen im SLI 3,7 Prozent ein. Der Duft- und Aromenhersteller hat im abgelaufenen Fiskaljahr trotz rückläufiger Umsatzerlöse einen Ergebnisanstieg verzeichnet. Der Umsatz lag mit 3,96 Mrd. Schweizer Franken (CHF) unter dem Vorjahreswert von 4,09 Mrd. CHF. Unter dem Strich verzeichnete Givaudan einen Nettogewinn von 199 Mio. CHF, nach 111 Mio. CHF im Vorjahr. Clariant verloren 4,7 Prozent. Der Spezialchemiekonzern konnte im vierten Quartal trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds bei rückläufigen Umsatzerlösen eine deutliche Ergebnisverbesserung erreichen. Die Umsatzerlöse fielen um 2 Prozent auf 1,71 Mrd. CHF. Beim Nettoergebnis konnte der Verlust von 207 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum auf 67 Mio. CHF verringert werden.
Am morgigen Mittwoch werden unter anderem BNP Paribas und die ING Groep ihre Zahlen zum vierten Quartal vorlegen. Ferner werden die Zahlen zum europäischen Außenhandel sowie zur europäischen Produktion im Baugewerbe für Dezember 2009 publiziert.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.720,77 (+1,38 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.465,46 (+1,18 Prozent) EURONEXT 100: 645,90 (+1,22 Prozent) FTSE 100 (London): 5.244,06 (+1,48 Prozent) CAC40 (Paris): 3.669,04 (+1,66 Prozent) MIB (Mailand): 21.289,20 (+0,79 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.393,90 (+0,97 Prozent) SMI (Zürich): 6.497,66 (+0,88 Prozent) ATX (Wien): 2.508,93 (+1,90 Prozent)
(16.02.2010/ac/n/m)