Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen konnten trotz Zinssenkungen der EZB und der britischen Notenbank ihre Zugewinne nicht halten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor am Ende 2,43 Prozent auf 2.288,05 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 1,05 Prozent auf 2.298,09 Zähler. Auch die europäischen Länderbörsen tendieren im Minus. Im Vorfeld des heute beginnenden Treffens der EU-Finanzminister herrschte bei vielen Anlegern Unruhe vor, vor allem nachdem die Ergebnisse des Bankenstresstests bekannt wurden. Demnach benötigen 70 europäische Großbanken 114,7 Mrd. Euro frisches Kapital.
Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschloss auf seiner heutigen turnusmäßigen Sitzung, das Zinsniveau um 25 Basispunkte zu vermindern. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, fällt damit auf 1,00 Prozent. Marktbeobachter hatten diese Entscheidung infolge der verschärften Schuldenkrise bereits im Vorfeld erwartet.
Die Bank of England hat die Leitzinsen unverändert gelassen. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung der britischen Notenbank hervorgeht, wurde der Leitzinssatz auf seinem historischen Tief von 0,5 Prozent bestätigt. Marktbeobachter waren im Vorfeld mehrheitlich von dieser Entscheidung ausgegangen. Aktien des britischen Einzelhandelskonzerns Tesco verzeichneten in London einen Anstieg von 0,1 Prozent. Er konnte im dritten Quartal mit einem Umsatzplus aufwarten. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, konnten die Umsatzerlöse auf Konzernebene (inklusive Treibstoffverkäufen) um 7,2 Prozent gesteigert werden. Ferner stiegen die Aktien von AstraZeneca um 0,3 Prozent. Der britische Pharmakonzern hat eine Vereinbarung zur Übernahme der Guangdong BeiKang Pharmaceutical Co. Ltd getroffen. Bei dem nicht börsennotierten Unternehmen handelt es sich um einen Hersteller von Medikamenten, die zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten dienen. An der Spitze des FTSE 100 gewannen BAT 1,5 Prozent. Lloyds Banking verloren am Indexende 7,4 Prozent.
Die Beschäftigungssituation in Frankreich hat sich im dritten Quartal 2011 verbessert. So kletterte die Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vorquartal um 3.600 und im Vergleich zum Vorjahresquartal um 186.400. Im zweiten Quartal hatte die Beschäftigung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone im Vorquartalsvergleich um 53.600 zugenommen. Damit verharrte die Beschäftigung auf dem Vorquartalsniveau und lag um 1,2 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Im CAC 40 war Safran mit einem Plus von 1,4 Prozent einer der wenigen Gewinner. Am Indexende verloren Alstom 7,7 Prozent.
In der Schweiz zählten Pharmawerte zu den wenigen Gewinnern im SMI. Der Index wurde angeführt von Roche, die um 1,7 Prozent zulegen. Auf Platz zwei mit einem Plus von 0,6 Prozent lagen die Anteilscheine von Novartis . Der schweizerische Pharmakonzern hat positive Studiendaten zum Brustkrebsmedikament Afinitor vorgelegt. Wie aus einer Pressemitteilung von Novartis hervorgeht, habe sich im Rahmen weiterer Daten einer klinischen Phase-III-Studie gezeigt, dass sich die Zeit des progressionsfreien Überlebens bei Frauen, die an fortgeschrittenem Brustkrebs leiden, bei der Anwendung von Afinitor in Verbindung mit einer Hormontherapie gegenüber der alleinigen Anwendung einer herkömmlichen Hormontherapie mehr als verdoppelt habe. Dahinter verloren ABB 1,8 Prozent. Der schweizerische Mischkonzern erweitert seine Produktionskapazitäten in Schweden und investiert in diesem Zusammenhang einen dreistelligen Millionenbetrag. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, werde der Konzern mehr als 400 Mio. US-Dollar investieren, um die e Kapazität seiner Produktionsanlage für Hochspannungskabel im schwedischen Karlskrona zu verdoppeln und auf diese Weise der steigenden Nachfrage nach Seekabeln gerecht zu werden. Die rote Laterne hielt Transocean, die um 5,1 Prozent nachgaben.
Ferner hat sich die niederländische Inflation im November 2011 stabilisiert. So stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat erneut um 2,6 Prozent, nachdem die Jahresteuerungsrate im Vormonat schon bei 2,6 Prozent gestanden hatte. An der Amsterdamer Börse verloren TomTom 0,9 Prozent. Der Navigationsgerätehersteller hat heute weitere Restrukturierungen angekündigt. Hierbei werden rund 457 Stellen wegfallen. In diesem Zusammenhang erwartet der Konzern für das vierte Quartal restrukturierungsbedingte Einmaleffekte in Höhe von 14 Mio. Euro.
Einem Medienbericht zufolge will sich der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia von seiner auf Luxus-Handys spezialisierten Tochter Vertu trennen. Die Aktie verlor in Frankfurt 3,4 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.288,05 (-2,43 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.298,09 (-1,05 Prozent) FTSE 100 (London): 5.483,77 (-1,14 Prozent) CAC40 (Paris): 3.095,49 (-2,53 Prozent) MIB (Mailand): 14.979,07 (-4,29 Prozent) IBEX 35 (Madrid) 8.461,20 (-2,12 Prozent) SMI (Zürich): 5.737,82 (-0,49 Prozent) ATX (Wien) 1.878,02 (Feiertag) (08.12.2011/ac/n/m)