Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Leitindizes konnten am Mittwoch mit deutlichen Aufschlägen aus dem Handel gehen. Nach zunächst recht verhaltenem Auftakt konnten die Börsen in Europa angesichts äußerst positiver Vorgaben aus Übersee am Nachmittag kräftige Zugewinne ausweisen. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 gewann 1,98 Prozent auf 2.629,64 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 konnte um 1,60 Prozent auf 2.385,75 Zähler vorrücken. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gewann 1,43 Prozent auf 630,24 Stellen. Auch an den europäischen Länderbörsen behielten die Bullen die Oberhand.
Das europäische Statistikamt Eurostat hat seine zweite Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal 2010 vorgelegt, wonach die Wirtschaft geringfügig angewachsen ist. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das BIP in der Eurozone (EZ16) um 0,2 Prozent und in der gesamten Europäischen Union (EU27) ebenfalls um 0,2 Prozent. Die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone verlangsamt sich. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Münchener ifo-Instituts, der französischen INSEE sowie der italienischen ISAE. In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Ausblick für die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone sehen sie eine Eintrübung der Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten. Demnach werde das reale Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 0,5 Prozent expandieren, ehe seine Wachstumsrate auf 0,3 Prozent im dritten Quartal und 0,2 Prozent im Schlussquartal 2010 zurückgeht. Nach einem Anstieg von lediglich 0,1 Prozent im vierten Quartal 2009, hatte das reale Bruttoinlandsprodukt der Eurozone im ersten Quartal 2010 um 0,2 Prozent zugelegt.
BP gewannen im FTSE 100 in London knapp 4,8 Prozent. Der britische Ölkonzern, der angesichts der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zunehmend unter Druck gerät, hat Presseangaben zufolge offenbar das Interesse von saudischen Investoren geweckt. Demnach seien nicht genannte saudische Investoren bereit, einen Anteil von 10 bis 15 Prozent an dem Konzern zu übernehmen. Eine entsprechende Delegation werde daher nach London reisen, um direkte Gespräche mit BP zu führen, hieß es. Daneben glänzten auch Barclays mit Zugewinnen von mehr als 6,1 Prozent. Sainsbury gewannen 4,9 Prozent und die RBS verzeichnete ein Plus von knapp 4,7 Prozent.
Marks & Spencer (MarksSpencer) mussten indes 2,6 Prozent abgeben. Wie der größte Bekleidungshändler in Großbritannien mitteilte, hat sich sein Umsatzwachstum im ersten Quartal verlangsamt. Die Erwartungen wurden jedoch übertroffen, was vor allem mit einer starken Nachfrage nach Sommerbekleidung zusammenhängt. Demnach wuchsen die vergleichbaren UK-Umsätze um 3,6 Prozent. Analysten waren hier zuvor von einem Anstieg um 2,3 Prozent ausgegangen. Die gesamten Konzernumsätze erhöhten sich im Berichtszeitraum um 4,4 Prozent.
Die französische Fluggesellschaft Air France-KLM hat im Juni einen leichten Passagieranstieg verzeichnet. Demnach wurden insgesamt 6,454 Millionen Fluggäste befördert, was einem Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der Sitzladefaktor verbesserte sich auf 83,8 Prozent, nach 80,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Am Ende konnte der Wert nach anfänglichen Abschlägen 2,2 Prozent zulegen. EADS (European Aeronautic Defence and Space) konnte im CAC40 2,3 Prozent vorrücken. Dem Luft- und Raumfahrtkonzern droht einem Medienbericht zufolge der Verlust wichtiger Großaufträge. Demnach plane der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg drastische Einsparungen in seinem Ressort. Mit betroffen seien dabei auch zahlreiche EADS-Projekte. Peugeot gewann mehr als 2,9 Prozent. Der Automobilkonzern konnte im ersten Halbjahr mit einem Rekordergebnis beim weltweiten Fahrzeugabsatz aufwarten. Demnach wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt 1.856.000 Fahrzeuge und Bausätze abgesetzt, was einem Plus von 16,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Total (TOTAL) legten nach volatilem Verlauf 1,5 Prozent zu. Der Konzern hat zuvor die Übernahme der kanadischen UTS Energy Corp. angekündigt. Im Zuge der Transaktion sollen die Aktionäre des kanadischen Ölsand-Unternehmens 3,08 Kanadische Dollar (CAD) je Aktie in bar erhalten. Für Total ergibt sich ein Kaufpreis von insgesamt 1,15 Mrd. CAD. Außerdem sollen die Aktionäre von UTS Energy im Zuge der Transaktion Anteile einer neuen börsennotierten Gesellschaft mit der Bezeichnung SilverBirch Energy Corp. erhalten. An der Spitze waren am Ende dank freundlicher Sektorenvorgaben aus den USA vor allem Bankwerte zu finden. Unter anderem legten Dexia 7,8 Prozent zu, während die Societe Generale mehr als 7 Prozent anzog. Bei Credit Agricole und BNP Paribas waren Aufschläge von über 6,9 bzw. 5,9 Prozent auszumachen.
Der schweizerische Pharmakonzern Roche gab bekannt, dass er in den USA einen Zulassungsantrag für "Trastuzumab-DM1" (T-DM1) bei fortgeschrittenem HER2-positiven Brustkrebs eingereicht hat. Laut Roche basiert der Antrag auf Ergebnissen einer Phase-II-Studie, die gezeigt habe, dass T-DM1 bei einem Drittel der Frauen, die zuvor durchschnittlich sieben Medikamente gegen die Krebserkrankung erhalten hatten, die Tumore schrumpfen ließ. Roche konnten im SMI 0,68 Prozent zulegen.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.629,64 (+1,98 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.385,75 (+1,60 Prozent) EURONEXT 100: 630,24 (+1,43 Prozent) FTSE 100 (London): 5.014,82 (+1,00 Prozent) CAC40 (Paris): 3.483,44 (+1,76 Prozent) MIB (Mailand): 20.013,07 (+3,39 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.987,40 (+3,87 Prozent) SMI (Zürich): 6.099,20 (+0,60 Prozent) ATX (Wien): 2.293,26 (+1,98 Prozent) (07.07.2010/ac/n/m)