Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes gingen am Donnerstag deutlich im Minus aus dem Handel. Dabei standen wieder einmal die Sorgen hinsichtlich der europäischen Schuldenkrise im Vordergrund. Ferner lasteten schwache Konjunkturdaten aus den USA auf der Stimmung der Anleger. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 1,11 Prozent auf 2.242,78 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab 0,95 Prozent auf 2.245,69 Zähler nach. Die europäischen Länderbörsen notierten ebenfalls im Minus.
Die saisonbereinigte Produktion im europäischen Baugewerbe hat im September 2011 abgenommen. Diese erste Schätzung legte die EU-Statistikbehörde Eurostat heute vor. Auf Monatssicht schrumpfte der Output der Baubranche im Euroraum (ER17) um 1,3 Prozent, während er in der EU27 um 1,0 Prozent nachgab. Im August war die Produktion um 0,4 Prozent bzw. um 0,3 Prozent gesunken. Verglichen mit dem Vorjahresmonat stieg die Produktion in der Eurozone um 0,4 Prozent und in der EU27 um 0,6 Prozent an. Zuvor waren im August Zuwächse von 1,9 bzw. 1,3 Prozent ausgewiesen worden.
Die Konjunkturerwartungen für die Schweiz haben sich auch im November 2011 eingetrübt. Dies geht aus dem Finanzmarkttest hervor, den das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Zusammenarbeit mit Credit Suisse erhebt. Der ZEW-CS-Indikator fällt um 9,9 Punkte auf jetzt -64,3 Punkte. Der Indikator spiegelt die Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung in der Schweiz auf Sicht von sechs Monaten wider. Der Indikator für die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage setzt ebenfalls seinen Abwärtstrend fort. Er fällt um 16,2 Punkte auf -4,8 Punkte und verzeichnet damit den schlechtesten Wert seit über einem Jahr.
Im britischen FTSE 100 gaben Anteile von SABMiller 1,8 Prozent nach. Dabei konnte der Bierkonzern seinen Gewinn in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres um 11 Prozent verbessern. Daneben nahm der Gesamtumsatz (einschließlich MillerCoors) um 10 Prozent zu. Der Netzbetreiber National Grid gab derweil bekannt, dass sich sein Gewinn im ersten Halbjahr trotz rückläufiger Umsätze leicht erhöht hat. Der bereinigte operative Gewinn ging jedoch zurück und lag unter den Marktschätzungen, was mit Verlusten im US-Geschäft zusammenhängt. Dennoch ist das Unternehmen zuversichtlich, seine Jahresziele erfüllen zu können. Aktien von National Grid bewegten sich mit +2,4 Prozent im Plus. An der Spitze des Index standen Admiral Group mit einem Plus von 3,1 Prozent, während Vedanta Resources am Indexende 6,9 Prozent nachgaben.
In Paris konnten Essilor 1,2 Prozent zulegen und damit als einziger Titel im CAC 40 Zugewinne verzeichnen. Schwächster Titel im Index waren EDF und Alstom mit einem Abschlag von 5,1 Prozent.
Aktien von Ahold verloren im niederländischen AEX 0,2 Prozent. Der Einzelhandelskonzern wartete im dritten Quartal mit einem Gewinnanstieg auf. Die Umsatzerlöse verbesserten sich im Berichtszeitraum auf 6,86 Mrd. Euro, nach 6,69 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Nettogewinn verzeichnete Ahold einen Anstieg auf 257 Mio. Euro, nach 223 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Das um Einmaleffekte bereinigte Nettoergebnis lag bei 240 Mio. Euro. Im weiteren Verlauf geht Ahold von einem weiterhin schwierigen Marktumfeld aus. Diesem wolle man mit weiteren Maßnahmen begegnen. Bereits in den vergangenen Quartalen hatte Ahold die Profitabilität des Konzerns durch umfangreiche Sparmaßnahmen deutlich verbessert.
Im Schweizer SMI gewannen Papiere von Nestlé 0,2 Prozent, markieren damit neben SGS (+1,1 Prozent) die Indexspitze. Am unteren Ende fanden sich in erster Linie Finanztitel wieder. So verloren Swiss Re 3 Prozent. Papiere von Barry Callebaut gaben 0,9 Prozent ab. Der Schokoladenhersteller gab heute bekannt, dass er die Eröffnung seiner ausgebauten, auf sprühgetrocknete Produkte spezialisierten Fabrik in Kågeröd (Südschweden) feiert. Den Angaben zufolge wird der neu gebaute Sprühturm im Dezember 2011 in Betrieb gehen. Die Kapazitätserhöhung diene zum Teil der Erfüllung einer langfristigen Liefervereinbarung, die man mit einem internationalen Spezialkaffeehersteller Ende 2010 unterzeichnet habe.
Anteile von voestalpine stürzten am Ende des österreichischen ATX um 9,2 Prozent ab. Der Stahlkonzern konnte im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2011/12 mit einem deutlichen Ergebnisplus aufwarten. Unter dem Strich verbuchte der Stahlkonzern im ersten Halbjahr einen Nachsteuergewinn nach Anteilen Dritter in Höhe von 346,1 Mio. Euro, nach 249,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Angesichts einer branchenspezifisch zunehmend differenzierten Nachfrage infolge verschärfter Rahmenbedingungen (Staatsschuldenproblematik, Banken- und Finanzmarktkrise) zeichnet sich nach Einschätzung des Konzerns allerdings für die zweite Hälfte des laufenden Fiskaljahres ein schwierigeres konjunkturelles Umfeld ab. Daher müsse aus heutiger Sicht für das Gesamtjahr mit einer gegenüber dem Vorjahr leicht schwächeren Ergebnisentwicklung gerechnet werden. Aktien der Österreichischen Post (Oesterreichische Post) konnten an der Indexspitze 1,4 Prozent zulegen. Der Konzern konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres bei Umsatz und Ergebnis zulegen. So lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,71 Mrd. Euro knapp 4,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich erwirtschaftete die Österreichische Post in den ersten drei Quartalen einen Gewinn von 78,9 Mio. Euro, nach 68,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern ein Umsatzwachstum von 3,5 bis 4,0 Prozent. Bei der EBITDA-Marge wird ein Wert am oberen Ende der Zielbandbreite von 10 bis 12 Prozent angepeilt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.242,78 (-1,11 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.245,69 (-0,95 Prozent) FTSE 100 (London): 5.423,14 (-1,56 Prozent) CAC40 (Paris): 3.010,29 (-1,78 Prozent) MIB (Mailand): 15.198,31 (-1,43 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.270,60 (-0,40 Prozent) SMI (Zürich): 5.644,62 (-0,72 Prozent) ATX (Wien): 1.810,02 (-2,90 Prozent) (17.11.2011/ac/n/m)