Paris (aktiencheck.de AG) - Nach einem schwachen Handelsbeginn waren an den europäischen Märkten am Donnerstag deutliche Abschläge auszumachen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 0,86 Prozent auf 2.917,05 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab um 0,61 Prozent nach auf 2.637,31 Zähler. Für den in Paris berechneten EURONEXT 100 ging es um 0,68 Prozent nach unten auf 718,77 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Minus.
Die Industrieproduktion in der Eurozone hat sich im März 2011 gegenüber dem Vormonat verringert. Dies gab die EU-Statistikbehörde Eurostat bekannt. Auf Monatssicht schrumpfte die saisonbereinigte Ausbringung in der Eurozone (EZ17) um 0,2 Prozent, wogegen sie im Februar um 0,6 Prozent gestiegen war. Im Vorjahresvergleich zog die arbeitstäglich bereinigte Fertigungsmenge in der Eurozone um 5,3 Prozent an, nach einem Plus von 7,7 Prozent im Vormonat. In der gesamten Europäischen Union (EU27) sank die Erzeugung um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat an, gegenüber einem Plus von 0,4 Prozent im Februar. Binnen Jahresfrist legte der Output um 4,6 Prozent zu, während er im Februar um 7,5 Prozent zugenommen hatte.
Im britischen FTSE 100 gaben Aktien der BT Group 1,4 Prozent ab. Die größte Telefongesellschaft in Großbritannien konnte den Gewinn im vierten Quartal trotz rückläufiger Umsätze mehr als verdoppeln, was mit Kostensenkungen und mehr Breitband-Kunden zusammenhängt. Für das Geschäftsjahr 2012 rechnet der Konzern mit einer Steigerung des bereinigten EBITDA, wobei 2013 ein Wert oberhalb von 6,0 Mrd. GBP erzielt werden soll. Der bereinigte Free Cash-Flow soll sowohl 2012 als auch 2013 über dem Niveau von 2011 liegen. Die größten Abschläge waren bei Rohstoffwerten auszumachen. Papiere von Fresnillo verloren 7,6 Prozent und Antofagasta 4 Prozent. Mit Zugewinnen von 6,7 Prozent standen dagegen 3i Group an der Spitze des Leitindex.
Für Anteile von Natixis (ISIN FR0000120685/ WKN 853760 ging es im französischen CAC40 um 0,2 Prozent nach oben. Die Bankgesellschaft musste im ersten Quartal einen Gewinnrückgang auf 412 Mio. Euro ausweisen, nach 464 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das um Einmaleffekte bereinigte Nettoergebnis konnte um 4 Prozent auf 488 Mio. Euro verbessert werden. Der Umsatz lag mit 1,64 Mrd. Euro leicht über dem Vorjahreswert. Bei der Eigenkapitalrendite wurde ein Rückgang auf 8,1 Prozent ausgewiesen, nach 9,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. In der langen Liste der Verlierer stachen Papiere von Société Générale und Technip mit einem Minus von jeweils 1,9 Prozent hervor. Größter Gewinner war Lafarge (+2,1 Prozent).
Im niederländischen AEX brachen Aktien von AEGON um 5,7 Prozent ein und markierten damit das Indexende. Der Versicherer meldete heute, dass er im ersten Quartal einen Gewinnrückgang verbuchen musste, was mit geringeren Investment-Gewinnen und höheren Rückstellungen zur Abdeckung des Lebenserwartungsrisikos in den Niederlanden zusammenhängt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 327 Mio. Euro, gegenüber einem Gewinn von 371 Mio. Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite des Konzerns lag im Berichtszeitraum bei 7,8 Prozent, im Vergleich zu 8,7 Prozent im vierten Quartal 2010 und 8,9 Prozent im ersten Quartal 2010.
Aktien von Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) verloren in Stockholm 1,4 Prozent hinzu. Der Telekommunikationsausrüster gab heute bekannt, dass er über sein Joint Venture LG-Ericsson einen Auftrag von LG U+ erhalten hat. Den Angaben zufolge soll Ericsson für den koreanischen Mobilfunkbetreiber ein ultraschnelles LTE-Netzwerk errichten. Darüber hinaus teilte der Konzern mit, dass er die Akquisition bestimmter Assets von Guangdong Nortel Telecommunications Equipment (GDNT) abgeschlossen hat. Damit erhalte Ericsson talentierte F&E Ingenieure, Produktions- und Service-Fachkräfte sowie Produktions- und Forschungseinrichtungen in China. Gleichzeitig werde eine fortlaufende Entwicklung der CDMA- und GSM-Aktivitäten sichergestellt.
Anteile von Repsol YPF verloren 0,8 Prozent an Wert. Der Öl- und Erdgaskonzern teilte mit, dass sich sein Gewinn im ersten Quartal um 11,2 Prozent auf 765 Mio. Euro erhöht hat. Der bereinigte Nettogewinn verbesserte sich um 28,7 Prozent auf 654 Mio. Euro. Insgesamt habe man im Auftaktquartal von deutlich gestiegenen Öl- und Erdgaspreisen sowie einem verbesserten Ergebnisbeitrag der LNG-Aktivitäten profitieren können, so der Konzern.
Im österreichischen ATX markierten Aktien von Verbund mit einem Plus von 1,3 Prozent die Indexspitze. Papiere von Mayr-Melnhof (Mayr-Melnhof Karton) bewegten sich mit 1,3 Prozent im Plus. Der Verpackungshersteller konnte im ersten Quartal mit einem deutlichen Ergebnisanstieg auf 35,4 Mio. Euro aufwarten. Wie der Konzern mitteilte, habe sich die Nachfragedynamik im Hauptmarkt Europa weitgehend normalisiert und in einzelnen Ländern sogar verflacht. Die Tendenz bleibe aber insgesamt noch positiv, vor allem durch den Absatzmarkt Deutschland, auf dem sich die verbesserte Arbeitsmarktlage auch günstig auf den Privatkonsum auswirkt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.917,05 (-0,86 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.637,31 (-0,61 Prozent) EURONEXT 100: 718,77 (-0,68 Prozent) FTSE 100 (London): 5.944,96 (-0,52 Prozent) CAC40 (Paris): 4.023,29 (-0,86 Prozent) MIB (Mailand): 21.787,69 (-1,10 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.487,60 (-0,42 Prozent) SMI (Zürich): 6.562,59 (-0,01 Prozent) ATX (Wien): 2.831,57 (-1,43 Prozent) (12.05.2011/ac/n/m)