Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte notierten am Donnerstag deutlich im negativen Terrain. Die Anleger blieben im Vorfeld des am Wochenende stattfindenden EU-Gipfeltreffens allerdings weiter nervös. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 2,50 Prozent auf 2.271,77 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 1,36 Prozent auf 2.228,88 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendierten im Minus.
Im Fokus der Investoren stehen heute im europäischen Handel vor allem auch die Zahlen des Mobiltelefonherstellers Nokia . Das Unternehmen musste im dritten Quartal angesichts eines deutlichen Umsatzrückgangs einen Verlust ausweisen. Die Erwartungen wurden allerdings geschlagen. Dabei profitierte man von einem starken Absatz bei einfachen Handy-Modellen. Indes wurde ein positiver Ausblick gegeben. So belief sich der Nettoverlust auf 68 Mio. Euro bzw. 2 Cent pro Aktie, im Vergleich zu einem Gewinn von 529 Mio. Euro bzw. 14 Cent pro Aktie im Vorjahr. Bereinigt um Einmaleffekte lag das jüngste Ergebnis bei 3 Cent (Vorjahr: 14 Cent) pro Aktie. Analysten waren im Vorfeld jedoch von einem Verlust ausgegangen. Der Umsatz fiel um 13 Prozent auf 8,98 Mrd. Euro. Der operative Gewinn vor Einmaleffekten sank um 60 Prozent auf 252 Mio. Euro. Die Aktie schoss um 5,5 Prozent nach oben.
Die britischen Einzelhandelsumsätze sind im September 2011 nach Angaben von National Statistics gestiegen. Im Vormonatsvergleich kletterte der Einzelhandelsabsatz demnach um 0,6 Prozent, wogegen für August ein Rückgang um 0,4 Prozent ermittelt worden war. Binnen Jahresfrist zog das Absatzvolumen der britischen Einzelhändler um 0,6 Prozent an. Davor war im August ein Minus von 0,8 Prozent gemeldet worden. Im FTSE 100 standen G4S mit einem Plus von 3,2 Prozent an der Spitze. Am Ende des Index standen IMI mit einem Abschlag von 5,6 Prozent.
Publicis Groupe (Publicis Groupe) gaben um 5,3 Prozent nach. Der Werbekonzern hat seinen Umsatz im dritten Quartal um 7,5 Prozent gesteigert und profitierte dabei vor allem von einem starken Wachstum in Lateinamerika und in der Region Asien/Pazifik. So belief sich der Konzernumsatz auf 1,42 Mrd. Euro. Organisch lag das Wachstum bei 6,4 Prozent. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag der Konzernumsatz bei 4,12 Mrd. Euro, was einem Plus von 6,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. Organisch wuchs der Umsatz um 6,9 Prozent. Im Rahmen seines Ausblicks geht der Konzern davon aus, in Zukunft sein Wachstum beschleunigen und die Profitabilität weiter steigern zu können. Dabei soll das Wachstum des Konzerns in 2011 über dem des Werbemarktes liegen. Für eine Enttäuschung sorgte indes Schneider Electric . Der Elektrotechnikkonzern verlautbarte, dass sein Umsatz im dritten Quartal 2011 gestiegen ist. Dabei haben die Bereiche IT, Power, Energy und Industry relativ ausgeglichen zu dem Wachstum beigetragen. Indes wurde das Margenziel für 2011 gesenkt, während der Umsatzausblick bestätigt wurde. Den Angaben zufolge erhöhte sich der Umsatz um 4,6 Prozent auf knapp 5,7 Mrd. Euro. Das organische Wachstum belief sich auf 7,7 Prozent. Analysten hatten zuvor Erlöse von rund 5,6 Mrd. Euro erwartet. Für das Gesamtjahr 2011 geht der Konzern nun davon aus, eine bereinigte EBITA-Marge von rund 14 Prozent (zuvor: 15 Prozent) zu erzielen. Das organische Wachstum wird weiterhin bei 6 bis 9 Prozent gesehen. Die Aktie brach am Indexende des CAC 40 um 7,6 Prozent ein. Societe Generale gaben ebenfalls 7,6 Prozent nach. An der Spitze des Index gewannen Pernod Ricard 2,2 Prozent. Der Likör- und Spirituosenhersteller wartete im ersten Quartal des laufenden Fiskaljahres mit einem Umsatzanstieg auf. So lag der Gesamtumsatz mit knapp 1,99 Mrd. Euro um 6 Prozent über dem Vorjahreswert. Das organische Umsatzwachstum lag bei 11 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern beim Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft ein organisches Plus von knapp 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert an. Remy Cointreau hat unterdessen im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2011/12 einen deutlichen Umsatzanstieg ausgewiesen. So lag der Umsatz in den sechs Monaten zum 30. September 2011 mit 474,9 Mio. Euro um 10,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Das organische Umsatzwachstum betrug 18,1 Prozent. Für den Rest des Jahres wurde keine konkrete Prognose gegeben. Die Aktie des Spirituosenherstellers verschlechterte sich um 4 Prozent.
Der Handelsbilanzüberschuss der Schweiz hat sich im Neunmonatszeitrum 2011 erhöht. Dies gab die Eidgenössische Zollverwaltung heute bekannt. Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 16,66 Mrd. Schweizer Franken (CHF) und fiel damit größer aus wie im Vormonat mit 14,53 Mrd. CHF. Das Niveau des Vorjahresmonats wurde damit um 14,7 Prozent übertroffen. Hierbei kletterten die Exporte nominal um 2,4 Prozent auf 147,05 Mrd. CHF (real: +10,7 Prozent). Die Importe wuchsen binnen Jahresfrist nominal um 1,0 Prozent auf 130,39 Mrd. CHF (real: +3,2 Prozent). Nestlé konnte den Umsatz in den ersten neun Monaten 2011 steigern, wobei in allen Regionen ein starkes Wachstum erzielt wurde. So erreichte der Umsatz 60,9 Mrd. Schweizer Franken (CHF). Hierbei belief sich das organische Wachstum auf 7,3 Prozent. Wechselkurseffekte wirkten sich mit -15,1 Prozent auf den Gruppenumsatz aus, wobei Abspaltungen einen Einfluss von -5,7 Prozent hatten. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern damit, die langfristige Bandbreite von 5 bis 6 Prozent beim organischen Wachstum leicht übertreffen zu können. Das Papier gab um 0,5 Prozent nach. Für eine Enttäuschung sorgte indes Actelion . So musste der Konzern in den ersten neun Monaten angesichts des starken Schweizer Frankens einen Verlust hinnehmen. Der Umsatz lag mit 1,37 Mrd. Schweizer Franken (CHF) um 7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Um Wechselkurseffekte bereinigt wurde allerdings ein Umsatzplus von 7 Prozent ausgewiesen. Unter dem Strich wies der Pharma- und Biotechnologiekonzern einen Nettoverlust von 180,7 Mio. CHF aus, nachdem man im Vorjahreszeitraum noch einen Nettogewinn von 359,5 Mio. CHF ausgewiesen hatte. Dabei sind im Berichtszeitraum mehrere Einmaleffekte enthalten, wie etwa die Amortisation des Diskonts einer Wandelanleihe in Höhe von 14,5 Mio. CHF sowie sonstiger Finanzaufwand von 29,2 Mio. CHF. Die Aktie brach als schwächster Wert im SMI um 9,7 Prozent ein. Daneben ging es für UBS um 1,5 Prozent nach unten. Die Bank plant einem Medienbericht zufolge einen radikalen Strategiewechsel. Wie es unter Berufung auf mit der Situation vertrauten Personen heißt, will der neue Vorstandschef Sergio P. Ermotti den Finanzkonzern vornehmlich auf das Geschäft mit reichen Privatkunden fokussieren. Dagegen sollen die Geschäftsaktivitäten der Großbank im Investmentbanking deutlich zurückgefahren werden. An der Spitze des SMI rückten Givaudan um 0,9 Prozent vor.
Der Telekommunikationsausrüster Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) konnte im dritten Quartal bei Umsatz und Gewinn die Analystenerwartungen übertreffen. Der Nettogewinn belief sich auf 3,82 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), nach 3,68 Mrd. SEK im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 17 Prozent auf 55,52 Mrd. SEK. Analysten waren im Vorfeld von einem Nettogewinn von 3,66 Mrd. SEK und Erlösen von 52,6 Mrd. SEK ausgegangen. Der Titel gewann 4,9 Prozent an Wert.
Die amerikanische Ratingagentur Fitch Ratings hat erklärt, dass der Ausblick für die Bonität der größten italienischen Banken, darunter auch die beiden größten Institute UniCredit (UniCredito Italiano) und Intesa Sanpaolo , "negativ" sei. Die genannten Banken haben derzeit ein Rating von "BBB+". Laut Fitch Ratings hätten sich die Aussichten für die fünf größten Banken Italiens zuletzt signifikant verschlechtert. Hinzu würden Abwärtsrisiken durch die Unsicherheiten durch die Euro-Schuldenkrise kommen. Während die Unicredit-Aktie in Mailand 12 Prozent verlor, gab die Aktie von Intesa Sanpaolo 9,8 Prozent nach.
Die Aktien des Chemiekonzern Akzo Nobel verbesserten sich um 1,7 Prozent. Das Unternehmen hat im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang erwirtschaftet, was mit steigenden Rohstoffkosten und einer schwachen Wirtschaftsentwicklung zusammenhängt. Zudem wurde der Ausblick kassiert. Indes wurde ein Kostensenkungsprogramm angekündigt. Der Nettogewinn belief sich auf 149 Mio. Euro, gegenüber einem Gewinn von 238 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 5 Prozent auf 4,05 Mrd. Euro zu. Für das laufende Geschäftsjahr hatte der Konzern zuletzt noch ein EBITDA mindestens in Höhe des Vorjahres in Aussicht gestellt. Nun wurde diese Prognose wieder zurückgenommen. Schließlich hat Akzo Nobel ein Programm zur Verbesserung der Performance gestartet, in dessen Rahmen im Jahr 2014 ein EBITDA in Höhe von 500 Mio. Euro erreicht werden soll.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.271,77 (-2,50 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.228,88 (-1,36 Prozent) FTSE 100 (London): 5.384,68 (-1,21 Prozent) CAC40 (Paris): 3.084,07 (-2,32 Prozent) MIB (Mailand): 15.677,86 (-3,78 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.608,20 (-2,73 Prozent) SMI (Zürich): 5.657,66 (-0,74 Prozent) ATX (Wien): 1.900,58 (-2,65 Prozent) (20.10.2011/ac/n/m)