Paris (aktiencheck.de AG) - Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Sitzungsergebnisses der US-Notenbank Fed befanden sich die wichtigsten europäischen Indizes am Mittwoch auf dem Rückzug. Die Investoren hielten sich mit Neuengagements zurück. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 1,96 Prozent auf 2.098,49 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 1,81 Prozent auf 2.117,63 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Minus.
Das britische Office for National Statistics (ONS) ermittelte im Rahmen des PSNB (Public Sector Net Borrowing)-Finanzierungsplans einen höheren Fehlbetrag für August 2011. So hatte die öffentliche Hand einen Finanzierungsbedarf (ohne Finanzinterventionen) in Höhe von 15,9 Mrd. Britischen Pfund (GBP), nach einem Minus von 14,0 Mrd. GBP im Vorjahresmonat. Die Prognose der Volkswirte hatte nur auf 13,0 Mrd. GBP gelautet. Das britische Verbrauchervertrauen hat sich daneben im August 2011 verschlechtert. Dies gab die Nationwide Building Society heute bekannt. So verringerte sich der Index des Verbrauchervertrauens auf 48 Punkte. Im Vormonat war noch ein Indexstand von 49 Punkten ausgewiesen worden. SABMiller verbilligten sich um 1,6 Prozent. Der Bierkonzern hat sich mit seinem australischen Konkurrenten Foster`s Group (Fosters Group) auf einen Übernahmepreis verständigt. So sollen die Fosters-Aktionäre 5,10 Australische Dollar (AU-Dollar) je Anteilschein erhalten. Damit hat die Transaktion ein Volumen von insgesamt 9,9 Mrd. AU-Dollar. Größter Gewinner im FTSE 100 waren Lloyds Banking mit einem Plus von 5,6 Prozent. Am Ende des Index standen Antofagasta mit einem Minus von 6,9 Prozent.
Auf dem kurzen Einkaufszettel der Investoren fanden sich im CAC 40 lediglich die Papiere von Alcatel-Lucent mit einem Zugewinn von 0,9 Prozent wieder, während sich die Anleger nach wie vor vornehmlich von Automobil- und Banktiteln trennten. Schlusslicht im CAC 40 war Peugeot, die 5,7 Prozent an Wert verlor.
Im SMI standen heute Banktitel hoch im Kurs. So legten auf Platz eins der Gewinnerliste Credit Suisse um 3,5 Prozent zu, während auf Platz drei UBS um 0,8 Prozent vorrückten. Der letzte Platz wurde von Actelion mit einem Abschlag von 2,6 Prozent belegt.
In Spanien standen heute die Papiere von Inditex im Blick. Der Bekleidungshändler konnte seinen Gewinn im ersten Halbjahr um 14 Prozent verbessern und profitierte dabei von neuen Filialen in Europa und Asien sowie Umsatzbeiträgen aus dem Online-Geschäft. Der Nettogewinn belief sich auf 717 Mio. Euro, nach 628 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte um 12 Prozent auf 6,21 Mrd. Euro zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Nettogewinn von 667,6 Mio. Euro und Erlösen von 6,1 Mrd. Euro ausgegangen. Der Einzelhändler hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 177 neue Filialen eröffnet und zählte Ende Juli insgesamt 5.221 Geschäfte weltweit. Die Aktie verteuerte sich um 1 Prozent.
In Schweden gaben TeliaSonera (TeliaSonera AB) um 0,2 Prozent nach. Die Telefongesellschaft meldete heute, dass sie mit der Kazakhtelecom ein Memorandum of Understanding unterzeichnet hat. Dabei geht es um die Absicht von Kazakhtelecom, die GSM Kazakhstan LLP, die unter der Marke Kcell betrieben wird, an die Börse zu bringen. Den Angaben zufolge will TeliaSonera demnach seine Beteiligung an der GSM Kazakhstan LLP erhöhen. Zurzeit hält die Fintur Holdings B.V. 51 Prozent der Anteile, während Kazakhtelecom die restlichen 49 Prozent an GSM Kazakhstan besitzt. Fintur Holdings gehört indes zu 58,55 Prozent TeliaSonera und zu 41,55 Prozent Turkcell. Geplant ist nun, dass Kazakhtelecom seine GSM Kazakhstan-Anteile im Rahmen eines IPO verkauft, wobei 24 Prozent plus eine Aktie durch den TeliaSonera-Konzern bzw. dessen Tochter Fintur Holdings erworben werden.
Aus Österreich wurde heute ein Zukauf gemeldet. Andritz hat einen Vertrag über den Erwerb der Vliesstoff-Sparte der NSC-Gruppe einschließlich der Tochtergesellschaften Asselin-Thibeau (Elbeuf, Frankreich) und NSC Wuxi (Wuxi, China) unterzeichnet. Die erworbenen Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 200 Mitarbeiter und erzielen einen Jahresumsatz von ca. 40 Mio. Euro. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Anteilsscheine des Technologiekonzerns verbessern sich um 2,4 Prozent. Sanochemia Pharmazeutika hat unterdessen per 19. September endgültig die Alvetra & Werfft GmbH einschließlich deren Tochterunternehmen Alvetra GmbH (Deutschland), Slo-Werfft s.r.o. (Slowakei), Werfft Spol s.r.o. (Tschechien) und Werfft-Pharma Kft. (Ungarn) übernommen. Für den Titel ging es um 0,4 Prozent nach oben.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.098,49 (-1,96 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.117,63 (-1,81 Prozent) FTSE 100 (London): 5.288,41 (-1,40 Prozent) CAC40 (Paris): 2.935,82 (-1,62 Prozent) MIB (Mailand): 14.119,76 (-1,65 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.210,30 (-1,82 Prozent) SMI (Zürich): 5.475,34 (+0,07 Prozent) ATX (Wien): 1.998,89 (-1,08 Prozent) (21.09.2011/ac/n/m)