Paris (www.aktiencheck.de) - Nach einem uneinheitlichen Start haben sich die europäischen Leitbörsen am Donnerstag mit deutlichen Gewinnen aus dem Handel verabschiedet. Dabei profitierte die Stimmung am Markt von dem Vorhaben der Europäischen Union, im Kampf gegen Schuldenkrise und Rezession auf mehr Impulse für Wirtschaftswachstum zu setzen. Griechenland soll nach dem Willen der EU-Staats- und Regierungschefs in der Eurozone bleiben - müsse jedoch zu seinen Verpflichtungen stehen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 1,05 Prozent auf 2.156,52 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 kletterte um 1,42 Prozent auf 2.283,69 Zähler.
Auch die europäischen Länderbörsen konnten durchweg Zugewinne verbuchen. Dabei stachen insbesondere der spanische IBEX und der britische FTSE 100 mit Aufschlägen von 1,7 bzw. 1,6 Prozent positiv hervor.
In Großbritannien standen im FTSE 100 Anteilscheine von Randgold mit einem Plus von 8,0 Prozent mit Abstand an der Spitze. Dahinter legten Vedanta Resources 5,0 Prozent und Prudential 3,4 Prozent zu. SABMiller schlossen 0,2 Prozent leichter. Der Bierkonzern gab heute bekannt, dass sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich gestiegen ist, nachdem ein starkes Wachstum in den Regionen Afrika und Lateinamerika eine schwächere Nachfrage in Europa überkompensieren konnte. Zudem profitierte man von einem günstigen Produktmix und einer erfolgreichen Preispolitik. Am Ende des britischen Leitindex büßten Rexam 1,3 Prozent ein.
Im breiten Markt sprangen Thomas Cook (Thomas Cook Group) um 16,4 Prozent nach oben. Der angeschlagene Reisekonzern meldete heute, dass Harriet Green, derzeit Chefin von Premier Farrell (Premier Farnell), die Nachfolge von Sam Weihagen als Group CEO antreten wird. Daneben gab National Statistics in seiner zweiten Schätzung bekannt, dass das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2012 erneut geschrumpft ist. Gegenüber dem Vorquartal sank die Wirtschaftsleistung um revidiert 0,3 (vorläufig: 0,2) Prozent. Im vierten Quartal war das BIP ebenfalls um 0,3 Prozent geschrumpft.
In Frankreich standen Titel von Alcatel-Lucent mit einem Aufschlag von 3,4 Prozent ganz oben im CAC 40. Ebenfalls gefragt waren Papiere von ArcelorMittal und EDF, die um 2,8 bzw. 2,7 Prozent anziehen konnten. Auf dem Verkaufszettel der Anleger stehen am Morgen Michelin (-0,5 Prozent) und Peugeot (-0,6 Prozent). Schlusslicht war LVMH mit einem Abschlag von 1,8 Prozent. Wie die nationale Statistikbehörde INSEE mitteilte, hat sich das Geschäftsklima im französischen Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2012 verschlechtert. So verringerte sich der entsprechende saisonbereinigte Stimmungsindex auf 93 Punkte, während Volkswirte mit einem Wert von 94 Punkten gerechnet hatten. Für den Vormonat war ein Indexstand von 95 Punkten ermittelt worden.
Im Schweizer SMI lagen Aktien von SGS mit einem Plus von 2,3 Prozent an der Spitze. Auf den folgenden Plätzen gewannen Transocean und Julius UBS 2,3 Prozent bzw. 2,2 Prozent hinzu. Am Indexende verloren derweil Richemont 1,5 Prozent an Wert. Wie die Eidgenössische Zollverwaltung heute bekannt gab, hat sich der Handelsbilanzüberschuss der Schweiz im April 2012 verkleinert. Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 1,33 Mrd. Schweizer Franken (CHF) und fiel damit kleiner aus wie im Vormonat mit 1,58 Mrd. CHF.
Die österreichische Sanochemia Pharmazeutika konnte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2011/12 (1. Oktober 2011 bis 31. März 2012) infolge schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen nicht das Vorjahresergebnis erreichen. Der operative Ergebnisrückgang ist u.a. auf markante Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen zurückzuführen. Das Unternehmen geht indes davon aus, dass das zweite Halbjahr des Geschäftsjahres 2011/12 aufgrund der bestehenden Aufträge und den langfristigen Kooperations- und Vertriebsverträgen umsatz- und ertragsstärker sein wird als das erste Halbjahr. Die Aktie schloss nach anfänglichen Gewinnen in Wien mit einem deutlichen Abschlag von 10,7 Prozent. Die Aktie der Raiffeisen Bank International zog derweil um 2,1 Prozent an, nachdem der Konzern im ersten Quartal mit einem deutlichen Gewinnanstieg aufwarten konnte.
Der österreichische Motorradhersteller KTM Power Sports konnte im ersten Quartal trotz eines nach wie vor restriktiven Marktumfeldes deutliche Zuwächse bei Absatz und Umsatz verbuchen. So konnte der Absatz im Berichtszeitraum um 29,9 Prozent auf 19.408 Motorräder ausgeweitet werden. Der Umsatz erhöhte sich um 13,5 Prozent auf 135,7 Mio. Euro. Das EBIT-Ergebnis betrug 1,4 Mio. Euro. Darin enthalten sind Markteinführungskosten für die Produkte Duke 690 und Freeride 350 sowie die Kosten für die Erschließung der Emerging Markets in Südostasien. Das EBITDA belief sich auf 9,8 Mio. Euro und lag damit um 2,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Die KTM-Aktie schloss in Wien mit einem Plus von 1,2 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.156,52 (+1,05 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.283,69 (+1,42 Prozent) FTSE 100 (London): 5.350,05 (+1,59 Prozent) CAC40 (Paris): 3.038,25 (+1,16 Prozent) MIB (Mailand): 13.107,80 (+1,13 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 6.547,00 (+1,65 Prozent) SMI (Zürich): 5.852,44 (+0,59 Prozent) ATX (Wien): 1.918,80 (+0,71 Prozent) (24.05.2012/ac/n/m)