Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes notierten nach klar positiven Vorgaben aus Asien auch am zweiten Handelstag der Woche klar in der Gewinnzone. Dabei stützten auch positiv verlaufene Anleiheauktionen in Europa. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 1,49 Prozent auf 2.396,63 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich um 0,80 Prozent auf 2.436,46 Zähler. Die europäischen Länderbörsen zeigten eine positive Tendenz.
Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat am Montag die Kreditwürdigkeit des Euro-Rettungsschirms EFSF herabgestuft. Das Rating des EFSF wurde laut S&P von der bisherigen Topnote "AAA" auf "AA+" gesenkt. Der Ausblick wurde mit "developing" angegeben. Damit kann das Rating im Falle einer Verbesserung rasch wieder auf das Top-Niveau erhöht werden. Zugleich kann bei einer Verschlechterung auch eine erneute Herabstufung der Fall sein.
Die europäischen Verbraucherpreise haben sich im Dezember 2011 nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat mit vermindertem Tempo erhöht. So sank die jährliche Inflationsrate der Eurozone auf 2,7 Prozent, nach 3,0 Prozent im November 2011 und 2,2 Prozent im Dezember 2010. Die Monatsteuerungsrate betrug im Berichtsmonat 0,3 Prozent. In der EU ging die jährliche Inflationsrate auf 3,0 Prozent zurück, während sie im November 2011 bei 3,4 Prozent und im Dezember 2010 bei 2,7 Prozent gestanden hatte. Die monatliche Teuerung belief sich auf 0,3 Prozent. Die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) in Brüssel veröffentlichte derweil für Dezember 2011 einen erneuten Rückgang bei den Auto-Neuzulassungen in der Europäischen Union (EU27). So reduzierte sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen binnen Jahresfrist um 6,4 Prozent auf 953.108 Einheiten. Im Gesamtjahr 2011 fiel die Zahl um 1,7 Prozent auf 13.111.209 Einheiten. Für Deutschland, den größten Automobilmarkt in Europa, wurde eine Zunahme um 6,1 Prozent auf 244.501 Neuzulassungen gemeldet. Im Zwölf-Monats-Zeitraum ergab sich ein Plus von 8,8 Prozent auf 3.173.634 Pkw.
Der Anstieg bei den britischen Verbraucherpreisen (CPI) hat sich im Dezember 2011 nach Angaben von National Statistics mit abgebremstem Tempo fortgesetzt. Die Inflationsrate sank auf 4,2 Prozent, nachdem die Jahresteuerung im November noch bei 4,8 Prozent gelegen hatte. Binnen Monatsfrist legten die Lebenshaltungskosten um 0,4 Prozent zu, nach einer Preissteigerung um 0,2 Prozent im November. Der Index der Frühindikatoren für Großbritannien ist derweil im November 2011 erneut gesunken. Dies wurde heute vom Conference Board bekannt gegeben. So schrumpfte der Index gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent, nachdem die Frühindikatoren im Oktober um 0,3 Prozent gefallen sind. Hierbei handelt es sich um den vierten Rückgang in Folge. Im FTSE 100 legten Rio Tinto um 2,9 Prozent zu. Der Bergbaukonzern verbuchte im Gesamtjahr 2011 eine rekordhohe Eisenerz-Produktion. So erhöhte sich der Output von Eisenerz gegenüber dem Vorjahr 2010 um 4 Prozent auf 191,8 Millionen Tonnen. Im vierten Quartal verzeichnete die Eisenerz-Produktion ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal bzw. 3 Prozent zum dritten Quartal 2011. Die Aluminiumproduktion stieg im Gesamtjahr 2011 leicht um 1 Prozent und blieb im Schlussquartal unverändert gegenüber dem Vorjahr. Indes wurden im abgelaufenen Jahr 7 Prozent mehr Bauxit und 1 Prozent weniger Tonerde abgebaut, während die Kokskohleproduktion um 2 Prozent abnahm. Im vierten Quartal 2011 stieg die Kokskohleproduktion im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16 Prozent, sank jedoch zum Vorquartal um 5 Prozent.
Burberry Group (Burberry Group) verbesserten sich derweil um 0,1 Prozent. Der Luxusartikelhersteller teilte mit, dass sein Umsatz im dritten Quartal um 22 Prozent gestiegen ist. Zurückzuführen war dies auf neue Filialen und eine starke Nachfrage in den Flagship-Stores in London, Paris, Beijing und Hongkong. So belief sich der Umsatz in den drei Monaten zum 31. Dezember 2011 auf 574 Mio. Britische Pfund (GBP). Auf Basis konstanter Währungen lag das Umsatzplus bei 27 Prozent. Daneben rückten Royal Bank of Scotland (Royal Bank of Scotland (RBS)) um 1,8 Prozent vor. Die Bank verlautbarte, dass sie ihre Sparte RBS Aviation Capital an die Sumitomo Mitsui Banking Corp. (SMBC) verkaufen wird. Die japanische Bankgesellschaft SMBC agiert im Namen eines Konsortiums, bestehend aus ihrer Muttergesellschaft Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) und der Sumitomo Corporation. Das Konsortium zahlt für RBS Aviation Capital rund 7,3 Mrd. US-Dollar. Dabei werden künftige Bestellverpflichtungen in Höhe von 3,7 Mrd. US-Dollar mit dem Geschäftsbereich übertragen. Die Transaktion soll noch vor Ende des dritten Quartals 2012 abgeschlossen werden. Bei RBS Aviation Capital handelt es sich um eine 2001 gegründete Flugzeug-Leasinggesellschaft mit Sitz in Dublin. An der Spitze des FTSE 100 standen Polymetal International mit einem Plus von 3,5 Prozent. Am Ende des Index standen Essar Energy mit einem Kurssturz von 26,3 Prozent.
Im französischen Leitindex CAC 40 rückten EADS um 0,5 Prozent vor. Der Luft- und Raumfahrtkonzern verlautbarte, dass Airbus im Jahr 2011 insgesamt 534 Flugzeuge an 88 Kunden (davon zehn Neukunden) ausgeliefert und 1.419 Nettoaufträge verbucht hat. Damit wird 2011 zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des Unternehmens und zum zehnten Jahr in Folge, in dem eine Produktionssteigerung erzielt wurde. Der erste Platz der Gewinnerliste im CAC 40 wurde von Schneider Electric mit einem Aufschlag von 5 Prozent eingenommen, während sich die Anleger gleichzeitig bevorzugt von den Anteilsscheinen von PPR trennten, die auf dem letzten Platz um 0,8 Prozent nachgeben.
In der Schweiz ging es im breiten Markt für Barry Callebaut um 0,5 Prozent nach unten. Der Schokoladenhersteller hat seine Verkaufsmenge in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 per 30. November 2011 um 2,6 Prozent gesteigert und damit den globalen Schokoladenmarkt übertroffen. Im SMI legten an der Indexspitze Credit Suisse um 2,9 Prozent zu, während die rote Laterne von Richemont mit einem Wertverlust von 0,7 Prozent eingenommen wurde.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.396,63 (+1,49 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.436,46 (+0,80 Prozent) FTSE 100 (London): 5.693,95 (+0,65 Prozent) CAC40 (Paris): 3.269,99 (+1,40 Prozent) MIB (Mailand): 15.325,98 (+1,19 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.535,30 (+1,01 Prozent) SMI (Zürich): 6.056,17 (+0,41 Prozent) ATX (Wien): 1.950,02 (+1,35 Prozent) (17.01.2012/ac/n/m)