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19.10.2011 19:47

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Börsen in Europa-Schluss: Deutliche Zugewinne, Euro-Rettung im Fokus

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Paris (aktiencheck.de AG) - Nach den Abschlägen vom Vortag ging es am Mittwoch an den wichtigsten europäischen Börsen deutlich nach oben. Neben den guten US-Vorgaben stützten dabei auch Medienberichte, wonach die Schlagkraft des Euro-Rettungsschirms EFSF durch Hebelungen massiv ausgeweitet werden soll. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 1,01 Prozent auf 2.330,08 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich um 0,73 Prozent auf 2.259,53 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendierten ebenfalls klar im Plus.

Die Leistungsbilanz der EU27 hat das zweite Quartal 2011 nach Angaben der europäischen Statistikbehörde mit einem höheren Passivsaldo abgeschlossen. So wuchs das Defizit auf 35,2 Mrd. Euro, nach Passivsalden von 35,2 Mrd. Euro im Vorquartal und 32,3 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Ferner stieg der Aktivsaldo bei den Dienstleistungen von 21,5 Mrd. Euro im entsprechenden Quartal 2010 auf nun 28,9 Mrd. Euro. Beim Warenhandel kletterte das Defizit auf 40,3 Mrd. Euro, nach einem Minus von 30,9 Mrd. Euro im zweiten Quartal 2010. Unterdessen hat die Leistungsbilanz der Eurozone nach Angaben der europäischen Zentralbank (EZB) im August 2011 mit einem kleineren Defizit abgeschlossen. So verringerte sich der saisonbereinigte Passivsaldo auf 5,0 Mrd. Euro, nach einem Minus von 6,8 Mrd. Euro im Juli. In der wichtigsten Teilbilanz, der Handelsbilanz, belief sich der Überschuss auf 0,4 Mrd. Euro, gegenüber einem Defizit von 1,1 Mrd. Euro im Juli. Daneben schrumpfte der Überschuss bei den Dienstleistungen auf 3,4 Mrd. Euro, nach 3,6 Mrd. Euro im Vormonat.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will den Euro-Rettungsschirm EFSF einem Medienbericht zufolge auf 1 Bio. Euro hebeln. Wie es heißt, habe Schäuble Abgeordneten von CDU, CSU und FDP erstmals offen die Funktionsweise des Euro-Rettungsschirms EFSF und des geplanten Hebels zur Vervielfachung des Finanzvolumens erläutert. Dabei nannte er den Angaben zufolge vor FDP-Abgeordneten als Zielmarke die Summe von maximal 1.000 Mrd. Euro, die die EFSF künftig stemmen solle. Die Haftungsgrenze von 211 Mrd. Euro, die alleine Deutschland für den Rettungsfonds garantiert, solle aber nicht steigen, versicherte Schäuble.

Die US-Ratingagentur Moody´s hat die Bonitätsnote des Euro-Mitglieds Spanien gleich um zwei Stufen abgesenkt. Wie bereits gestern bekannt gegeben wurde, wurde die Bonitätsnote für spanische Staatsanleihen von "Aa2" auf "A1" gesenkt. Der Ausblick wurde mit "negativ" eingestuft. In ihrer Begründung verwies die Ratingagentur vor allem auf die hohe Staatsverschuldung des Landes. Außerdem bleibe der Finanzierungsbedarf auch vor dem Hintergrund der hochverschuldeten spanischen Banken und Unternehmen weiterhin hoch, was Probleme bei der Refinanzierung an den Kapitalmärkten mit sich bringen werde. Die ohnehin schwache konjunkturelle Entwicklung durch den zuletzt gesehenen Wirtschaftsabschwung in der Eurozone werde das Land zusätzlich belasten, so Moody´s weiter.

BSkyB (British Sky Broadcasting Group) legten an der Spitze des FTSE 100 um 5,1 Prozent zu, nachdem der Satellitenfernsehanbieter verlautbarte, dass sein Gewinn im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 leicht unter dem Vorjahresergebnis lag, das von einem Einmalertrag profitiert hatte. So belief sich der Nettogewinn auf 225 Mio. Britische Pfund (GBP), nach 228 Mio. GBP im Vorjahr. Das operative Ergebnis lag bei 327 Mio. GBP (Vorjahr: 248 Mio. GBP). Das EBITDA betrug 413 Mio. GBP (Vorjahr: 328 Mio. GBP). Der Umsatz kletterte von 1,53 Mrd. GBP auf 1,66 Mrd. GBP. Auf bereinigter Basis wurde beim operativen Ergebnis ein Wert von 295 Mio. GBP (Vorjahr: 255 Mio. GBP) ausgewiesen, während das bereinigte EBITDA mit 381 Mio. GBP (Vorjahr: 335 Mio. GBP) angegeben wurde. SABMiller verlautbarte derweil, dass man mit der Anadolu Group (Anadolu Endüstri Holding A.Ş., Yazıcılar Holding A.Ş. und Özilhan Sınai Yatırım A.Ş.) und der Anadolu Efes Biracılık ve Malt Sanayii A.Ş. ("Anadolu Efes") eine strategische Allianz für die Türkei, Russland, die GUS, Zentralasien und den Mittleren Osten vereinbart hat. Im Rahmen der Allianz überträgt der Konzern seine Bieraktivitäten in der Ukraine und Russland an Anadolu Efes. Im Gegenzug transferiert Anadolu Efes einen 24 Prozent-Anteil des Unternehmens an SABMiller im Zuge einer Kapitalerhöhung. Wie der Konzern darüber hinaus im Rahmen eines Trading Update mitteilte, ist sein Absatz an Lagerbier im ersten Geschäftshalbjahr um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Konzernumsatz erhöhte sich in den sechs Monaten zum 30. September 2011 um 6 Prozent. Insgesamt lag die finanzielle Performance im ersten Halbjahr den Angaben zufolge im Rahmen der eigenen Erwartungen. Das Papier verteuerte sich um 1,0 Prozent. BHP Billiton verschlechterten sich um 0,2 Prozent. Der Bergbaukonzern hat seine Eisenerzproduktion im ersten Geschäftsquartal dank einer starken Nachfrage aus China auf ein Rekordniveau gesteigert. So erhöhte sich die Eisenerzproduktion gegenüber dem Vorjahresquartal um 24 Prozent auf 39,6 Millionen Tonnen. Die Kupferproduktion fiel dagegen aufgrund von Streiks um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Ferner ging die Produktion von Kokskohle um 10 Prozent zurück. Daneben brachen Home Retail Group um 16,9 Prozent ein. Der Einzelhandelskonzern musste in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres infolge einer schwächeren Nachfrage einen Gewinnrückgang ausweisen. Am Ende des FTSE 100 standen GKN mit einem Minus von 4,7 Prozent.

Im französischen Leitindex CAC 40 standen heute Finanztitel hoch im Kurs. So rückten BNP Paribas auf Platz eins der Gewinnerliste um 6,2 Prozent vor. Daneben konnten auch AXA, Crédit Agricole und Société Générale kräftig zulegen. Die rote Laterne wurde von Alcatel-Lucent mit einem Wertverlust von 7,7 Prozent eingenommen. Der Netzwerkausrüster hat von einer Gesellschaft der Private Equity-Firma Permira eine Offerte in Höhe von 1,5 Mrd. US-Dollar in bar für das Genesys-Geschäft erhalten. Die Transaktion, die noch der Zustimmung durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) sowie weiterer Behörden bedarf, soll Ende 2011 bzw. Anfang 2012 abgeschlossen werden.

In der Schweiz standen am Indexende des SMI SGS mit einem Minus von 2 Prozent, während es auf dem ersten Platz der Gewinnerliste für Transocean um 3,3 Prozent nach oben ging. Synthes konnte im dritten Quartal mit einem deutlichen Umsatzplus aufwarten. So lag der Umsatz bei knapp 1,01 Mrd. US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Plus von 11,0 Prozent entspricht. In Lokalwährungen konnte Synthes dabei einen Umsatzanstieg von 6,6 Prozent ausweisen. Besonders deutlich zulegen konnte der Medizintechnikkonzern in Europa sowie in der Region Asien/Pazifik, wo man Umsatzzuwächse von 17,3 bzw. 29,9 Prozent (beides in US-Dollar) zu verzeichnen hatte. Die Aktie verschlechterte sich um 0,4 Prozent.

In Schweden rückten die Aktien des Telekommunikationskonzerns Tele2 (Tele2 AB (B)) um 2,5 Prozent vor, nachdem der Konzern im dritten Quartal beim Umsatz und beim operativen Ergebnis zulegen konnte. Unter dem Strich wurde aufgrund eines positiven Einmaleffekts im Vorjahresquartal aber ein Gewinnrückgang ausgewiesen. So lag der Umsatz mit 10,34 Mrd. Schwedischen Kronen (SEK) über dem Vorjahreswert von 9,99 Mrd. SEK. Der Nettogewinn sank hingegen auf 1,26 Mrd. SEK, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Nettogewinn von 2,48 Mrd. SEK verzeichnet hatte. Dabei hatte man im Vorjahreszeitraum einen positiven Steuereffekt von 608 Mio. SEK verbucht. Für eine Enttäuschung sorgte unterdessen TeliaSonera (TeliaSonera AB). Die Telefongesellschaft meldete, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um 19 Prozent gesunken ist, was vor allem mit geringeren Ergebnisbeiträgen ihrer Beteiligungen in Russland und der Türkei zusammenhängt. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 4,86 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), nach 5,99 Mrd. SEK im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 1 Prozent auf 26,61 Mrd. SEK ab. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 5,24 Mrd. SEK und Erlösen von 26,7 Mrd. SEK ausgegangen. Der Titel gab um 0,1 Prozent nach.

Tomra Systems (Tomra Systems) notierten mit 0,9 Prozent im Minus. Der auf Pfandrücknahmesysteme spezialisierte Konzern konnte im dritten Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg ausweisen und dabei wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.330,08 (+1,01 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.259,53 (+0,73 Prozent) FTSE 100 (London): 5.450,49 (+0,74 Prozent) CAC40 (Paris): 3.157,34 (+0,52 Prozent) MIB (Mailand): 16.293,19 (+2,02 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.849,50 (+0,43 Prozent) SMI (Zürich): 5.699,98 (+0,31 Prozent) ATX (Wien): 1.952,40 (-0,45 Prozent) (19.10.2011/ac/n/m)

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