Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen konnten am Donnerstag dank mehrheitlich starker Unternehmensdaten deutliche Zugewinne verzeichnen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann am Ende 0,57 Prozent auf 2.845,53 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verteuert sich um 0,49 Prozent auf 2.543,14 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 steigt indes um 0,48 Prozent auf 692,43 Stellen. Die europäischen Länderbörsen konnten ebenfalls mehrheitlich im Plus aus dem Handel gehen.
Das Geschäftsklima in der Eurozone hat sich im Oktober nach Angaben der Generaldirektion Wirtschaft der EU-Kommission klar verbessert. So erhöhte sich der entsprechende Indexstand auf +0,98 Punkte, nach revidiert +0,76 (vorläufig: +0,77) Punkten im Vormonat und -1,47 Punkten im Oktober 2009. Dabei handelt es sich um den höchsten Wert seit September 2007. Wie weiter mitgeteilt wurde, hat sich auch die Wirtschaftsstimmung in der EU im Oktober aufgehellt. So kletterte der Sammel-Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Union (EU27) auf 104,1 Punkte, nach 103,6 Punkten im September. Daneben legte der Index für die Eurozone auf 104,1 Zähler zu, während er im Vormonat bei 103,2 Punkten gelegen hatte.
Die Banco Santander (Banco Santander Central Hispano), die größte Bankgesellschaft in Spanien, musste im dritten Quartal einen Gewinnrückgang um 26 Prozent hinnehmen. Zudem wurde mitgeteilt, dass man das Ergebnisziel für das Gesamtjahr angesichts schärferer Regulierungsvorschriften voraussichtlich verfehlen wird. Der Nettogewinn belief sich den Angaben zufolge auf 1,64 Mrd. Euro, im Vergleich zu 2,22 Mrd. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,93 Mrd. Euro ausgegangen. Der Titel verbilligte sich um 0,4 Prozent.
Der italienische Öl- und Erdgaskonzern Eni konnte im dritten Quartal 2010 dank steigender Ölpreise einen deutlichen Ergebnisanstieg ausweisen. Dabei wuchs der Nettogewinn um 39 Prozent auf 1,72 Mrd. Euro, nach 1,24 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis zog um 48 Prozent von 1,15 Mrd. auf 1,70 Mrd. Euro an. Die Eni-Aktie gewann 2,7 Prozent.
Viel Beachtung fanden heute die Quartalszahlen von France Télécom . Die Aktie verteuerte sich als stärkster Wert im CAC 40 um 3,1 Prozent. Das Unternehmen konnte seinen Gewinn im dritten Quartal leicht steigern. So belief sich das EBITDA auf 4,26 Mrd. Euro, nach 4,21 Mrd. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem EBITDA von 4,14 Mrd. Euro ausgegangen. Der Umsatz kletterte um 4,2 Prozent auf 11,63 Mrd. Euro. Für 2010 und 2011 hält der Konzern an seinen Zielen fest und geht demnach weiterhin von einem organischen Cash-Flow von rund 8 Mrd. Euro aus. Des Weiteren konnte Sanofi-Aventis im dritten Quartal ein Ergebnisplus erzielen. Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 5,7 Prozent auf 7,82 Mrd. Euro. Bei konstanten Wechselkursen bedeutet dies ein Minus von 1,7 Prozent. Ferner kletterte der Nettogewinn um 8,9 Prozent auf 2,47 Mrd. Euro bzw. 1,89 Dollar pro Aktie. Der Schein rückte um 0,3 Prozent vor. Die Aktien von AXA verteuerten sich um 0,2 Prozent. Die Einnahmen des Versicherers lagen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres mit einem Anstieg um 3,5 Prozent auf 70,5 Mrd. Euro über den Erwartungen. Zurückzuführen war dies auf eine stark gestiegene Nachfrage nach Lebensversicherungsprodukten in den Schwellenländern und Großbritannien und ein starkes Sachversicherungsgeschäft. Am Ende des CAC40 standen Aktien von Renault mit Abschlägen von 3,1 Prozent. Der Automobilhersteller hatte am Vorabend erklärte, dass sein Umsatz im dritten Quartal um 7,6 Prozent zulegen konnte.
Royal Dutch Shell (Royal Dutch Shell Grou a), der größte Ölkonzern in Europa, erzielte im dritten Quartal einen leichten Gewinnzuwachs. Zurückzuführen war dies auf höhere Ölpreise und ein gestiegenes LNG-Absatzvolumen. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 3,46 Mrd. Dollar, nach 3,25 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der um Bestandswertveränderungen bereinigte Gewinn (CCS) stieg um 18 Prozent auf 3,52 Mrd. Dollar. Der um Bestandswertveränderungen und Einmaleffekte bereinigte Gewinn betrug 4,9 Mrd. Dollar. Analysten hatten zuvor einen Gewinn von 4,3 Mrd. Dollar erwartet. Der Umsatz des Konzerns erreichte im Berichtszeitraum 90,71 Mrd. Dollar und lag damit deutlich über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresquartals (75,01 Mrd. Dollar). Das Papier verbesserte sich um 0,5 Prozent. Der Pharmakonzern AstraZeneca musste hingegen im dritten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Zurückzuführen war dies auf Kosten für Rechtsstreitigkeiten, Generika-Konkurrenz in den USA sowie eine fehlende Nachfrage nach dem Schweinegrippe-Impfstoff. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen sank von 2,12 Mrd. Euro im Vorjahr auf 1,55 Mrd. Dollar. Das operative Ergebnis fiel von 3,20 Mrd. Dollar auf 2,41 Mrd. Dollar. Der Konzernumsatz erreichte knapp 7,9 Mrd. Dollar, nach 8,20 Mrd. Dollar im Vorjahr. Die Aktie gab um 2,8 Prozent nach.
Auch ABB präsentierte die Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Demnach lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 7,90 Mrd. Dollar in etwa auf Vorjahresniveau. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 774 Mio. Dollar zu Buche, nach einem Nettogewinn von 1,03 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Dabei wurde im Vorjahreszeitraum ein positiver Einmalertrag in Höhe von 380 Mio. Dollar aus Rückstellungsanpassungen ausgewiesen. Die Aktie gab als schwächster Wert im SMI um 4,1 Prozent nach.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.845,53 (+0,57 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.543,14 (+0,49 Prozent) EURONEXT 100: 692,43 (+0,48 Prozent) FTSE 100 (London): 5.677,89 (+0,56 Prozent) CAC40 (Paris): 3.834,84 (+0,50 Prozent) MIB (Mailand): 21.509,62 (+1,22 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.753,50 (+0,50 Prozent) SMI (Zürich): 6.484,71 (+0,08 Prozent) ATX (Wien): 2.699,58 (-0,07 Prozent) (28.10.2010/ac/n/m)