Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte endeten am Donnerstag klar in der Gewinnzone. Dabei profitieren die Indizes von positiven Vorgaben aus den USA und Asien. Zudem rückte die nun auch in Europa an Fahrt gewinnende Berichtssaison stärker in den Fokus der Investoren. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 0,78 Prozent auf 2.302,45 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 wuchs um 0,85 Prozent auf 2.483,10 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notierten im Plus.
Die Leistungsbilanz der Eurozone hat nach Angaben der europäischen Zentralbank (EZB) im Mai 2012 mit einem höheren Überschuss abgeschlossen. So wuchs der saisonbereinigte Aktivsaldo auf 10,9 Mrd. Euro, nach einem Plus von 5,5 Mrd. Euro im April 2012 und einem Defizit von 17,0 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. In der wichtigsten Teilbilanz, der Handelsbilanz, stellte sich der Überschuss auf 8,9 Mrd. Euro, nach einem Plus von 6,9 Mrd. Euro im April. Daneben stieg der Überschuss bei den Dienstleistungen von 5,9 Mrd. Euro auf 6,0 Mrd. Euro. Die Leistungsbilanz der EU27 hat indes das erste Quartal 2012 mit einem kleineren Passivsaldo abgeschlossen. So betrug das Leistungsbilanzdefizit 4,1 Mrd. Euro, gegenüber einem Passivsaldo von 31,3 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Ferner stieg der Aktivsaldo bei den Dienstleistungen von 20,4 Mrd. Euro im entsprechenden Quartal 2011 auf nun 31,1 Mrd. Euro. Beim Warenhandel sank das Defizit auf 31,6 Mrd. Euro, nach einem Minus von 47,3 Mrd. Euro im ersten Quartal 2011.
Die britischen Einzelhandelsumsätze sind im Juni nach Angaben von National Statistics langsamer gestiegen. Im Vormonatsvergleich stieg der Einzelhandelsabsatz demnach um 0,1 Prozent, während für Mai ein Zuwachs um 1,5 Prozent verbucht worden war. Binnen Jahresfrist zog das Absatzvolumen der britischen Einzelhändler um 1,6 Prozent an. Davor war im Mai ein Plus von 2,1 Prozent ermittelt worden. Kingfisher gaben um 1,3 Prozent nach. Die größte Baumarktkette in Europa konnte ihren Umsatz in den zehn Wochen zum 7. Juli 2012 auf Basis konstanter Währungen zwar steigern. Die vergleichbaren Umsätze zeigten sich jedoch wetterbedingt leicht rückläufig. Bester Wert im FTSE 100 waren Burberry mit einem Plus von 4,6 Prozent, während die rote Laterne von BG Group mit einem Minus von 2,1 Prozent getragen wurde.
Hoch im Kurs standen in Frankreich im breiten Markt die Anteilsscheine von Remy Cointreau mit einem Zugewinn von 6,2 Prozent. Der Spirituosenhersteller konnte im ersten Quartal mit einem deutlichen Umsatzplus aufwarten. Deutliche Zuwächse hatte der Konzern vor allem in der Region Asien-Pazifik und auf dem US-Markt zu verzeichnen gehabt. Im CAC 40 fuhren Peugeot als bester Wert um 7,6 Prozent vor. Daneben standen die Anteilsscheine des Wettbewerbers Renault mit einem Aufschlag von 3 Prozent ebenfalls hoch im Kurs. Auf dem Verkaufszettel der Investoren fanden sich unterdessen mir wenige Titel wieder. So gaben Société Générale am Indexende um 1,6 Prozent nach, während Vivendi 1,2 und EDF 0,7 Prozent schwächer notierten. Alstom stiegen um 3,1 Prozent. Der Industriekonzern konnte im ersten Quartal des laufenden Fiskaljahres mit einem deutlichen Anstieg beim Auftragseingang aufwarten und verbuchte ein Umsatzplus. Veolia Environnement verlautbarte derweil, dass seine Tochter Veolia Environmental Services North America ein Abkommen über den Verkauf der Feststoffabfall-Aktivitäten des Konzerns in den USA an die Star Atlantic Waste Holdings LP, eine Portfolio-Gesellschaft des US-Infrastrukturfondsmanagers Highstar Capital, geschlossen hat. Dabei beläuft sich der Kaufpreis für die Aktivitäten auf 1,91 Mrd. US-Dollar. Nach Abschluss der Transaktion werden sich die Nettoverbindlichkeiten von Veolia Environnement um rund 1,82 Mrd. US-Dollar reduzieren. Die Titel des Umweltkonzerns rückten um 1,4 Prozent vor.
Der Handelsbilanzüberschuss der Schweiz hat sich im ersten Halbjahr 2012 nach Angaben der Eidgenössischen Zollverwaltung vergrößert. Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 11,62 Mrd. Schweizer Franken (CHF) und fiel damit höher aus als in der Vorjahreshälfte mit 11,52 Mrd. CHF. Hierbei schrumpften die Exporte nominal um 0,2 Prozent auf 100,05 Mrd. CHF (real: -0,6 Prozent). Die Importe fielen binnen Jahresfrist nominal um 0,3 Prozent auf 88,43 Mrd. CHF (real: +1,2 Prozent). Der Fokus der Investoren lag heute in der Schweiz auf dem Zahlenausweis von Novartis . Der Pharmakonzern hat im zweiten Quartal einen Gewinn auf Vorjahresniveau erzielt. Auf bereinigter Ebene wurden die Markterwartungen jedoch geschlagen, nachdem die erfolgreiche Einführung neuer Produkte Umsatzeinbußen aus dem Generikawettbewerb sowie die Effekte des starken US-Dollar überkompensieren konnte. Der Jahresausblick wurde indes bestätigt. Das Papier legte um 1,7 Prozent zu. Actelion schossen an der Indexspitze des SMI um 5,7 Prozent nach oben, nachdem der Konzern Zahlen für das erste Halbjahr vermeldet hat. Dabei sank zwar der Produktumsatz leicht, der Kerngewinn wurde allerdings gesteigert. Am Indexende verloren Credit Suisse 3,2 Prozent.
Positiv aufgenommen wurde heute die Quartalsbilanz von Nokia . So schoss die Aktie des Mobiltelefonherstellers um 12 Prozent nach oben, obwohl man für das zweite Quartal einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang vermeldete. Dabei brach insbesondere der Absatz von hochpreisigen Smartphones um fast 40 Prozent ein.
Diverse Zahlenausweise wurden heute auch aus Schweden gemeldet. Electrolux (Electrolux AB (B)) stiegen um 2 Prozent. Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Haushaltsgeräten gab bekannt, dass er im zweiten Quartal einen höheren Gewinn verbuchen konnte, was mit Preiserhöhungen in Nordamerika und einer starken Nachfrage in Lateinamerika und Asien zusammenhängt. Die Erwartungen wurden damit übertroffen. Daneben ging es für Skanska um 1,1 Prozent nach oben. Der Baukonzern musste im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen hohen positiven Einmaleffekt verbucht hatte. Tele2 (Tele2 AB (B)) musste schließlich im zweiten Quartal 2012 einen rückläufigen Gewinn ausweisen. Der Umsatz konnte allerdings gesteigert werden. Die Aktie des Telekommunikationskonzerns verbilligte sich um 0,4 Prozent.
Akzo Nobel (Akzo Nobel) verbesserten sich um 6,3 Prozent. Der Chemiekonzern hat im abgelaufenen Quartal einen deutlich geringeren Gewinn erwirtschaftet. Zurückzuführen war dies auf Restrukturierungskosten. Der Umsatz konnte vor dem Hintergrund von Preiserhöhungen aber deutlich gesteigert werden.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.302,45 (+0,78 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.483,10 (+0,85 Prozent) FTSE 100 (London): 5.714,19 (+0,50 Prozent) CAC40 (Paris): 3.263,64 (+0,87 Prozent) MIB (Mailand): 13.666,49 (+0,53 Prozent) IBEX35 (Madrid): 6.632,60 (+0,63 Prozent) SMI (Zürich): 6.323,64 (+0,93 Prozent) ATX (Wien): 2.006,48 (+1,06 Prozent) (19.07.2012/ac/n/m)