Paris (www.aktiencheck.de) - Nach einem freundlichen Start drehten einige der wichtigsten europäischen Indizes ins Minus. Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank den Leitzins heute unverändert belassen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor insgesamt um 0,14 Prozent auf 2.287,10 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gewann 0,03 Prozent auf 2.406,90 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notieren uneinheitlich.
Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschloss auf seiner heutigen auswärtigen Sitzung in Barcelona, das Zinsniveau nicht anzutasten. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, verharrt damit bei 1,00 Prozent. Mit der Politik des billigen Geldes soll den angeschlagenen Eurostaaten die nötige Zeit verschafft werden, ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Marktbeobachter hatten diese Entscheidung bereits im Vorfeld erwartet, da sich die Aussichten für die südlichen europäischen Länder etwas eingetrübt haben. Zuletzt hatten die Währungshüter im Dezember 2011 die Zinsen um 25 Basispunkte auf das Rekordtief von 1,00 Prozent gesenkt.
Die Erzeugerpreise der europäischen Industrie haben sich im März 2012 erhöht. Dies gab das EU-Statistikamt Eurostat heute bekannt. Binnen Monatsfrist zogen die Preise in der Eurozone um 0,5 Prozent und in der gesamten Union (EU27) um 0,6 Prozent an. Davor waren die Preise im Februar in den beiden Gebieten um 0,6 bzw. 0,9 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich kletterten die Industrie-Erzeugerpreise in der Eurozone um 3,3 Prozent und in der EU27 um 3,8 Prozent. Im Februar hatte die Jahresteuerungsrate bei 3,6 bzw. 4,4 Prozent gelegen.
Im britischen FTSE 100 war heute Smith & Nephew der Tagesgewinner. Die Titel legten um 4,0 Prozent zu. Am Ende des Tableaus standen Titel von Antofagasta, mit einem Minus von 4,4 Prozent.
Im französischen CAC40 verloren Aktien der Société Générale 4,2 Prozent an Wert. Die Bankgesellschaft meldete heute, dass ihr Gewinn im ersten Quartal angesichts eines deutlich schwächeren Ergebnisses im Bereich Corporate and Investment Banking zurückgegangen ist. Die Erwartungen des Marktes wurden jedoch geschlagen. Leichte Aufschläge von 0,4 Prozent konnten Papiere der France Télécom aufweisen. Europas drittgrößte Telefongesellschaft konnte trotz eines rückläufigen Umsatzes im ersten Quartal die Ergebniserwartungen des Marktes erfüllen.
Im Schweizer SMI nahmen Aktien von Transocean mit einem Zugewinn von 2,5 Prozent die Spitzenposition ein. Für Anteile von Adecco ging es derweil am Indexende um 5,2 Prozent nach unten. Papiere von Clariant legen um 1,2 Prozent zu. Der Spezialchemiekonzern präsentierte heute die Geschäftszahlen für das erste Quartal. Dabei musste der Konzern einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Im Anschluss wurden jedoch die Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt.
Aktien von Delhaize (Delhaize Group) rauschten fast 12 Prozent in die Tiefe. Der belgische Einzelhandelskonzern musste im ersten Quartal angesichts hoher Restrukturierungsaufwendungen einen Verlust ausweisen. Im Anschluss wurde außerdem für das laufende Fiskaljahr ein operativer Gewinnrückgang in Aussicht gestellt. Die Aktie musste vor diesem Hintergrund deutliche Abschläge ausweisen.
Im österreichischen ATX brachen Aktien von Verbund (Verbun a) um 1,7 Prozent ein. Der Konzern konnte zwar im ersten Quartal mit einem Anstieg des Nettogewinns aufwarten, angesichts der weiterhin unsicheren konjunkturellen Rahmenbedingungen verzichtete der Konzern zum jetzigen Zeitpunkt auf einen konkreten Ergebnisausblick für das Gesamtjahr. An der Indexspitze bewegen sich unterdessen Anteile von Mayr-Melnhof Karton mit 1,7 Prozent im Plus. Am Indexende standen Titel von Strabag, mit einem Minus von 3,1 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.287,10 (-0,14 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.406,90 (+0,03 Prozent) FTSE 100 (London): 5.766,55 (+0,15 Prozent) CAC40 (Paris): 3.223,36 (-0,09 Prozent) MIB (Mailand): 14.118,13 (-0,67 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 6.851,90 (+0,29 Prozent) SMI (Zürich): 6.097,68 (-0,18 Prozent) ATX (Wien): 2.091,18 (-0,60 Prozent) (03.05.2012/ac/n/m)