Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen sind heute durchweg mit teils erheblichen Abschlägen aus dem Handel gegangen. Die schlechten Vorgaben aus den USA bereiteten den bis zum Nachmittag anhaltenden Kursgewinnen ein Ende. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 verlor 1,76 Prozent auf 2.863,25 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab 1,44 Prozent auf 2.553,27 Zähler nach, während der in Paris berechnete EURONEXT 100 1,50 Prozent auf 674,58 Indexpunkte einbüßte.
Wie aus dem Monatsbericht der EZB hervorgeht, gehen die Währungshüter für das laufende Jahr von einem moderaten Wirtschaftswachstum im Euroraum aus. Gleichzeitig hat die EZB gewarnt, dass der Erholungsprozess uneinheitlich verlaufen dürfte und es weiterhin Unsicherheiten in Zusammenhang mit den Aussichten gebe. Die jüngsten Konjunkturdaten bestätigten zwar eine konjunkturelle Aufhellung zum Jahresende 2009, allerdings seien einige dieser Wachstumsfaktoren vorübergehender Natur.
Die Aktie der Supermarktkette Wm Morrison (Wm Morrison Supermarkets) verlor im FTSE 100 in London 1,17 Prozent. Wie zuvor bekannt wurde, konnte der Konzern seine vergleichbaren Umsätze in den sechs Wochen zum 3. Januar 2010 wie von Analysten erwartet um 6,5 Prozent (ohne Treibstoff) steigern. Der Gesamtumsatz (ohne Treibstoff) nahm im Berichtszeitraum um 11,2 Prozent zu. Der Ausblick für das Gesamtjahr bleibe unverändert. Für die Zukunft bleibe man hinsichtlich der Verbraucherausgaben vorsichtig. Der Markt werde voraussichtlich weiterhin schwierig sein. Im breiten Markt legten Papiere der Billigfluglinie easyJet mehr als 5 Prozent zu. Die Fluggesellschaft konnte im ersten Quartal einen Umsatzanstieg vorweisen und hat die Passagierzahl deutlich gesteigert. Demnach erhöhten sich die Erlöse um 10,5 Prozent auf 607,5 Mio. Britische Pfund. Bei der Zahl der beförderten Passagiere verzeichnete der Billigflieger einen Anstieg um 9,1 Prozent auf 11,0 Millionen. Der Sitzladefaktor verbesserte sich um 2,4 Prozentpunkte auf 85,8 Prozent. CEO Andy Harrison zeigte sich mit der Entwicklung im ersten Quartal zufrieden, erwartet für das laufende Fiskaljahr jedoch weiterhin schwierige Rahmenbedingungen. Angesichts der starken Entwicklung im ersten Quartal geht man für das Gesamtjahr jedoch weiterhin von einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr aus. Zu den wenigen Titeln im Plus zählten im FTSE 100 heute British Airways (+3,61 Prozent), United Utilities (+3,24 Prozent) und International Power (+2,47 Prozent).
Der französische Atomanlagenkonzern AREVA (Areva - Societe des Participations du Commissariat a LEnergie AtomiqueCertdinvestpriv) (-3,27 Prozent) hat mit Alstom und Schneider Electric ein Abkommen über den Verkauf des Transmission and Distribution (T&D)-Geschäfts geschlossen. Bereits Anfang Dezember 2009 hatte AREVA mitgeteilt, mit den beiden Konzernen exklusive Gespräche über den Verkauf von T&D zu führen. Die Offerte von Alstom/Schneider sieht einen Kaufpreis von 2,29 Mrd. Euro vor, inklusive Verbindlichkeiten beläuft sich das Transaktionsvolumen auf 4,09 Mrd. Euro. Alstom gaben im CAC40 2,30 Prozent ab, während Schneider Electric fast 1 Prozent verloren. Wie der zweitgrößte französische Spirituosenhersteller Remy Cointreau bekannt gab, musste er in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang ausweisen. Die Erlöse sanken um 2,6 Prozent auf 588,8 Mio. Euro. Der organische Umsatzrückgang hatte bei 4,5 Prozent gelegen. Für das Gesamtjahr erwartet Remy Cointreau weiterhin eine leichte Verbesserung beim organischen operativen Ergebnis. Der Wert verlor 1,02 Prozent.
Der schweizerische Hardware-Hersteller Logitech (Logitech International SA) hat im dritten Quartal einen deutlich höheren Gewinn erwirtschaftet, obwohl der Umsatz leicht zurückgegangen ist. Das Nettoergebnis belief sich auf 57,1 Mio. Dollar, nach 40,5 Mio. Dollar im Vorjahr. Der Umsatz sank um 2 Prozent auf 617,1 Mio. Dollar. Wie Logitech weiter mitteilte, rechnet man für das vierte Quartal mit einem Umsatz von 500 bis 515 Mio. Dollar, einer Bruttomarge von rund 34 Prozent und einem operativen Gewinn von 15 bis 20 Mio. Dollar. Logitech verloren im SLI 2,70 Prozent.
Die Aktie des niederländischen Einzelhandelskonzerns Ahold konnte im AEX 0,16 Prozent vorrücken. Der Konzern hat seinen Umsatz im vierten Quartal um 3,4 Prozent auf 6,80 Mrd. Euro gesteigert. Auf Basis konstanter Währungen lag das Umsatzplus bei 11,0 Prozent. Im AEX verloren TomTom mehr als 10 Prozent.
In Großbritannien legen Sony Ericsson Mobile Communications morgen die Zahlen für das vierte Quartal 2009 vor.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.863,25 (-1,76 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.553,27 (-1,44 Prozent) EURONEXT 100: 674,58 (-1,50 Prozent) FTSE 100 (London): 5.335,10 (-1,58 Prozent) CAC40 (Paris): 3.862,16 (-1,70 Prozent) MIB (Mailand): 22.926,73 (-0,86 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 11.444,00 (-2,26 Prozent) SMI (Zürich): 6.578,95 (-0,12 Prozent) ATX (Wien): 2.606,36 (-1,57 Prozent) (21.01.2010/ac/n/m)