Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte konnten sich am Donnerstag nur kurzzeitig von ihren Vortagesverlusten erholen. Am Ende ging es erneut schwächer aus dem Handel. Auslöser für den Einbruch war hier die erneute Absage von Eurobonds durch die deutsche Kanzlerin bei einem Treffen mit ihren Amtskollegen aus Frankreich und Italien. Weitere Impulse gab es keine, da die US-Börsen wegen des Feiertages "Thanksgiving" geschlossen blieben. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor am Ende 0,31 Prozent auf 2.090,25 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 0,44 Prozent auf 2.114,55 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendierten uneinheitlich.
Im französischen Leitindex CAC 40 fanden sich zur Mittagszeit die Aktien von Vallourec mit einem Zugewinn von 6 Prozent ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren wieder, während sich die Anleger gleichzeitig bevorzugt von den Titeln von Essilor trennten, die um 1,7 Prozent nachgaben.
Das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im dritten Quartal 2011 mit erhöhtem Tempo angewachsen. Dies hat National Statistics heute in seiner zweiten Schätzung bekannt gegeben. Gegenüber dem Vorquartal wuchs die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent. Damit wurde die vorläufige Schätzung bestätigt. Im zweiten Quartal war das BIP lediglich um 0,1 Prozent gestiegen. Unterdessen verschlechterten sich Reckitt Benckiser (Reckitt Benckiser Group) um 0,4 Prozent. Wie bereits gestern bekannt wurde, hat das Bundeskartellamt gegen die Reckitt Benckiser Deutschland GmbH, eine Tochter des britischen Reinigungsmittelherstellers Reckitt Benckiser, sowie gegen deren verantwortlichen Mitarbeiter in zwei Verfahren Bußgelder in Höhe von insgesamt rund 24 Mio. Euro verhängt. Dabei wird Reckitt Benckiser vorgeworfen illegale Preisabsprachen über Maschinengeschirrspülmittel getroffen zu haben. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen, im Rahmen regelmäßig stattfindender Treffen von verschiedenen Markenartikelherstellern, in unzulässiger Weise über wettbewerbsrelevante Informationen ausgetauscht. An der Spitze des FTSE 100 gewannen IMI 5,5 Prozent, während am Indexende Shire 2,4 Prozent nachgaben.
In Österreich ging es für Flughafen Wien um 2,6 Prozent nach unten. Der führende österreichische Flughafenbetreiber konnte in den ersten neun Monaten 2011 die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,4 Prozent auf 435,3 Mio. Euro steigern. Gleichzeitig verzeichnete man ein Passagierwachstum von 7,5 Prozent auf 15.992.075 Passagiere. Im dritten Quartal 2011 angefallene Wertberichtigungen und Einmaleffekte von insgesamt rund 74 Mio. Euro belasten das Ergebnis des dritten Quartals 2011 negativ. In den ersten drei Quartalen kletterte das kumulierte EBITDA um 9,5 Prozent auf 158,2 Mio. Euro und das EBIT sank um 33,8 Prozent auf 63,0 Mio. Euro. Zudem schrumpfte das Periodenergebnis auf 20,2 Mio. Euro, nach zuvor 72,2 Mio. Euro. Schließlich geht der Flughafen Wien davon aus, dass der für 2011 prognostizierte Passagierzuwachs von 5 Prozent im Gesamtjahr übertroffen werden wird.
Die Spitzenposition im Schweizer Leitindex SMI wurde von UBS mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent belegt, während die rote Laterne von Novartis mit einem Wertverlust von 1,8 Prozent eingenommen wurde.
Das italienische Verbrauchervertrauen hat sich im November 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat überraschend verbessert. So kletterte der saisonbereinigte Stimmungs-Index der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums auf 96,5 Punkte, nachdem er im Oktober nur bei revidierten 93,3 (vorläufig: 92,9) Punkten gelegen hatte. Dagegen hatten Volkswirte mit einem Rückgang auf 92,4 Punkte gerechnet.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.090,25 (-0,31 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.114,55 (-0,44 Prozent) FTSE 100 (London): 5.127,57 (-0,24 Prozent) CAC40 (Paris): 2.822,25 (-0,01 Prozent) MIB (Mailand): 13.920,58 (+0,03 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 7.721,80 (-0,23 Prozent) SMI (Zürich): 5.356,96 (-0,54 Prozent) ATX (Wien): 1.675,17 (+1,35 Prozent) (24.11.2011/ac/n/m)