Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Börsen tendierten nach den deutlichen Zugewinnen vom Vortag auch im Dienstaghandel deutlich fester. Die Nachrichtenlage ist nach wie vor dünn. Positive Konjunkturdaten aus China und den USA trieben die Kurse aber erneut an. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann am Ende 0,83 Prozent auf 2.389,91 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich indes um 1,57 Prozent auf 2.427,31 Zähler. Die europäischen Länderbörsen zeigten ebenfalls mehrheitliche festere Tendenzen.
Das Geschäftsklima in Großbritannien hat sich im Dezember 2011 weiter verschlechtert. Dies geht aus einer heute veröffentlichten Umfrage der Lloyds Banking Group hervor. Demnach sank der Geschäftsklima-Index auf ein Drei-Jahrestief von -23 Punkten, nach -20 Punkten im November. Hierbei handelt es sich um den dritten Rückgang in Folge. Die Ergebnisse signalisieren eine Drei-Viertel-Wahrscheinlichkeit für eine Rezession, hieß es weiter. BP fordert von Halliburton , dem zweitgrößten Ölfeld-Servicedienstleister der Welt, in Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko eine Entschädigung in Höhe von über 20 Mrd. US-Dollar. Presseangaben zufolge wirft der britische Ölkonzern seinem Subunternehmen vor, das Bohrloch nicht sachgemäß abgedichtet und möglicherweise minderwertigen Zement verwendet zu haben. Zudem sei Beweismaterial vernichtet worden. Deshalb reichte BP am Montagabend in New Orleans Klage gegen Halliburton ein. Der US-Konzern hält dagegen, BP trage aufgrund schlechter Ingenieur- und Wartungsarbeiten die Hauptschuld an dem Unglück. Im April 2011 war die Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert und untergegangen. Dies hatte die verheerendste Umweltkatastrophe in der US-Geschichte zur Folge. BP war der Betreiber der Bohrinsel und hatte Halliburton beauftragt, das Bohrloch am Meeresgrund mit Zement zu versiegeln. BP gewannen 2,3 Prozent an Wert. Im FTSE 100 gewannen vor allem Rohstofftitel hinzu. An der Spitze legten Kazakhmys 9,5 Prozent und Antofagasta 7,4 Prozent zu. Die Verlierer waren dagegen klar in der Minderheit. Größter Verlierer war Shire mit einem Abschlag von 0,8 Prozent.
Der französische Ölkonzern Total (TOTAL) expandiert in den USA und vereinbarte mit Wirkung zum 1. November 2011 ein Joint Venture mit der Chesapeake Energy Corp. und der EnerVest Ltd. Dabei will man gemeinsam Energie aus Schieferformationen im Bundesstaat Ohio gewinnen. Total übernimmt 25 Prozent der Schieferformationen in Ohio und zahlt hierfür vorab 700 Mio. US-Dollar und weitere bis zu 1,63 Mrd. US-Dollar über die nächsten sieben Jahre, um die Ausgaben des Joint Ventures zu finanzieren. Das Papier legte 1,1 Prozent zu. Daneben ging es für Alstom um 1,4 Prozent nach oben. Der Industriekonzern hat einen Großauftrag aus Schweden erhalten. Wie bereits gestern bekannt gegeben wurde, hat der Auftrag des schwedischen Versorgers Svenska Kraftnät ein Volumen von 240 Mio. Euro. Durch eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) soll Barkeryd in Zentralschweden mit Hurva im Süden des Landes verbunden werden. Dabei findet die HVDC MaxSineTM Voltage Source Converter-Technologie (VSC) von Alstom Verwendung, die an beiden Enden eingesetzt werden. Daneben ist u.a. auch das Projekt Management Teil des Auftrags. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren fanden sich im CAC 40 die Anteilsscheine von STMicroelectronics mit einem Zugewinn von 5,2 Prozent wieder, während sich auf dem letzten Platz Veolia Environnement um 1,1 Prozent verschlechterten.
Im breiten Markt fuhren in Frankreich Valeo um 1,4 Prozent vor. Der Automobilzulieferer baut sein China-Geschäft durch eine Übernahme aus. So erwirbt man 80 Prozent der Anteile des Beleuchtungs-Spezialisten Ruby. Dieser gehört zu Chery Technology, einer Tochtergesellschaft des chinesischen Automobilherstellers Chery Automobile. Die übrigen 20 Prozent bleiben im Besitz von Chery Technology. Das Joint Venture soll in Wuhu Valeo Automotive Lighting Systems umbenannt werden und hauptsächlich für Chery Automobile und damit den chinesischen Markt produzieren.
Die spanische Arbeitsmarktlage hat sich im Dezember 2011 nach Angaben des Arbeitsministeriums leicht verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen binnen Monatsfrist um 1.897 Personen oder 0,04 Prozent auf 4,42 Millionen. Damit ist die Zahl bereits den fünften Monat in Folge angestiegen. Im November belief sich das Plus noch auf knapp 60.000. Im Gesamtjahr 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen damit um 322.286 Personen bzw. 7,86 Prozent angewachsen.
Nachdem in der Schweiz gestern nicht gehandelt wurde, zeigte sich der Leitindex SMI am Dienstag weitgehend einheitlich in grün. Am stärksten fielen dabei die Aufschläge 5 Prozent bei Adecco aus, während sich am Indexende Synthes um 0,1 Prozent verbilligten.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.389,91 (+0,83 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.427,31 (+1,57 Prozent) FTSE 100 (London): 5.699,91 (+2,29 Prozent) CAC40 (Paris): 3.245,40 (+0,72 Prozent) MIB (Mailand): 15.645,56 (+1,24 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.732,40 (+0,10 Prozent) SMI (Zürich): 6.050,93 (+1,93 Prozent) ATX (Wien): 1.958,15 (+0,88 Prozent) (03.01.2012/ac/n/m)