ParisParis (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen haben sich am Montag mehrheitlich mit leichten Kursgewinnen in den Feierabend verabschiedet. Nach anfänglichen Einbußen sorgten eine freundliche Eröffnung in New York und die Hoffnung darauf, dass das griechische Parlament das Sparpaket der Regierung am Mittwoch durchwinken wird, für einen positiven Handelsausklang. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 0,30 Prozent auf 2.723,93 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verzeichnete ein marginales Plus von 0,06 Prozent auf 2.487,03 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legte um 0,20 Prozent auf 676,13 Stellen zu.
Auch die europäischen Länderbörsen verzeichneten mehrheitlich Zugewinne. Die größten Aufschläge verbuchten dabei die südeuropäischen Börsen: So gewann der italienische MIB 0,8 Prozent, der spanische IBEX legte 0,6 Prozent zu. Knapp unter dem Vortagesstand schlossen dagegen der Schweizer SMI und der österreichische ATX.
Im Blickpunkt standen Papiere von Akzo Nobel , die nach ihrem heutigen Trading Update um 6,5 Prozent abrutschten. Dabei erwartet der Chemiekonzern mehrere negative Effekte auf die Ergebnisentwicklung. Der Konzern bestätigt, dass die bisherige Umsatzentwicklung die eigenen Erwartungen erfüllt hat. Jedoch werden die Ergebnisse im zweiten Quartal durch anhaltend schwierige Marktbedingungen sowie Einmaleffekte belastet sein. Zudem würde der weitere Anstieg der Rohstoffpreise die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal beeinträchtigen, weshalb die Margen gegenüber dem ersten Quartal voraussichtlich unverändert ausfallen dürften. Darüber hinaus würden eine schwache Nachfrage in den gesättigten Märkten sowie wartungsbedingte Unterbrechungen in der Sparte Specialty Chemicals die Ergebnisse im zweiten Quartal beeinflussen. Das Konzern-EBITDA im zweiten Quartal wird vor diesem Hintergrund bei rund 550 Mio. Euro erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr geht der Konzern - sollten sich die wirtschaftlichen Bedingungen nicht weiter verschlechtern - von einem EBITDA mindestens in Höhe des Vorjahres aus.
Der Immobilienmarkt in Großbritannien hat sich im Juni 2011 erneut leicht abgekühlt. So verringerte sich der britische Hometrack-Immobilienpreisindex um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonatsniveau. Im Mai war ein Minus von 0,1 Prozent verzeichnet worden. Im Vorjahresvergleich reduzierten sich die Immobilienpreise um 3,9 Prozent, nach einem Minus von 3,7 Prozent Mai.
Ocado Group brachen im breiten Markt um 9,1 Prozent ein. Der Lebensmittelhändler konnte im ersten Halbjahr in die Gewinnzone zurückkehren. So lag der Umsatz mit 276,6 Mio. Britischen Pfund (GBP) um 20,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis ein Gewinn von 2,1 Mio. GBP erwirtschaftet, nach einem Nettoverlust von 6,7 Mio. GBP im Vorjahreszeitraum. Im Anschluss kündigte die Ocado Group außerdem eine Liefervereinbarung mit dem französischen Einzelhandelskonzern Carrefour für den britischen Markt an. Nähere Einzelheiten wurden nicht veröffentlicht.
In London legten BG Group um 2,2 Prozent zu. Der Energie- und Erdgasversorger meldete am Montag, dass er mit der Bank of China ein wichtiges Kooperationsabkommen geschlossen hat, das die bestehende Geschäftsbeziehung zwischen den beiden Parteien ausdehnt und neue Finanzierungsoptionen in Höhe von bis zu 1,5 Mrd. US-Dollar ermöglicht, die wiederum das umfangreiche Wachstumsprogramm der BG Group unterstützen sollen. An der Spitze des FTSE 100 standen United Utilities mit einem Plus von 3,3 Prozent. Die größten Abschläge verzeichnete gleichzeitig MAN Group mit 3,3 Prozent.
Nokia und Siemens scheinen beim Verkauf von Nokia Siemens Networks, dem Netzwerk-Joint Venture der beiden Technologiekonzerne, bislang kein Glück gehabt zu haben. Einem Pressebericht von Sonntag zufolge sind die Bemühungen von Siemens und Nokia, einen Käufer für eine Mehrheitsbeteiligung an dem defizitären Netzwerk-Joint Venture zu finden, gescheitert. Als Alternative zu einem Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an Nokia Siemens Networks ziehen beide Konzerne laut dem Bericht nun eine Restrukturierung der schwächelnden Netzwerksparte in Betracht. In diesem Zusammenhang wollen beide Konzerne mehr Geld in das Gemeinschaftsunternehmen investieren, um eine nachhaltige Restrukturierung zu ermöglichen. Die Aktie von Nokia verbesserte sich um 2,5 Prozent, während Siemens mit einem Plus von 0,5 Prozent schloss.
In der Schweiz verschlechterten sich Barry Callebaut im breiten Markt um 0,7 Prozent. Der Schokoladenhersteller hat einen neuen, langfristigen Outsourcing-Vertrag mit Chocolates Turin unterzeichnet. Im Rahmen dieses langfristigen Vertrags wird Barry Callebaut den gesamten Bedarf von Turin an Flüssigschokolade direkt an deren Produktionsstätten liefern. Auf der anderen Seite wird Turin über seine Food-Service-Sparte der exklusive Vertriebspartner für das Gourmetgeschäft von Barry Callebaut, einschließlich der Marken Cacao Barry, Callebaut und Sicao. Im SMI setzten sich Roche mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent auf den ersten Platz der Gewinnerliste, während sich Transocean als Schlusslicht um 2,0 Prozent verbilligten.
Um 4,5 Prozent nach unten ging es heute in Österreich für die Titel von Zumtobel (ZUMTOBEL). Der Lichtkonzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr mit einem Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten. Die Aktie rutschte nach anfänglichen Zugewinnen dennoch deutlich ins Minus.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.723,93 (+0,30 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.487,03 (+0,06 Prozent) EURONEXT 100: 676,13 (+0,20 Prozent) FTSE 100 (London): 5.722,34 (+0,43 Prozent) CAC40 (Paris): 3.796,55 (+0,31 Prozent) MIB (Mailand): 19.297,11 (+0,75 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.872,20 (+0,61 Prozent) SMI (Zürich): 5.990,82 (-0,12 Prozent) ATX (Wien): 2.636,57 (-0,07 Prozent) (27.06.2011/ac/n/m)