Paris (aktiencheck.de AG) - Für die europäischen Börsen ging es heute stetig bergab. Nach teils deutlichen Zugewinnen am Vormittag gaben sie immer mehr ab und schlossen im negativen Bereich. Der Dow Jones EURO STOXX 50 notierte zum Handelsende 0,50 Prozent schwächer bei 2.344,92 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab abschließend 0,04 Prozent auf 2.322,46 Zähler ab. Die europäischen Länderbörsen tendieren überwiegend im Minus.
Einem Medienbericht zufolge wollen die Euro-Staaten die Mittel zur Bewältigung der Schuldenkrise in der Eurozone deutlich aufstocken. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" arbeiten die Euro-Länder kurz vor dem Beginn des Krisengipfels am Donnerstag an einer massiven Ausweitung der geplanten Rettungsschirme für strauchelnde Staaten. Demnach könnten künftig sogar zwei Sicherungssysteme gleichzeitig greifen. Es werde diskutiert, den europäischen Stabilisierungsfonds EFSF weiterlaufen zu lassen, wenn Mitte 2012 der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM in Kraft tritt.
Die französische Zollbehörde gab bekannt, dass das Handelsbilanzdefizit im Oktober 2011 auf 6,25 Mrd. Euro zurückgegangen ist. Für September 2011 war noch ein Passivsaldo von 6,57 Mrd. Euro gemeldet worden. Unterdessen legten Aktien von Air France-KLM 2,0 Prozent zu. Die Fluggesellschaft gab die Fluggastzahlen für den Monat November bekannt. Demnach wurden im Berichtszeitraum insgesamt 5,867 Millionen Passagiere befördert, was einem Plus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der Sitzladefaktor verbesserte sich auf 79,7 Prozent, nach 79,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im CAC40 lag Alcatel-Lucent mit einem Kursaufschlag über 3,2 Prozent an der Spitze. Am Indexende notierte Peugeot mit einem Minus von 3,6 Prozent.
Die Industrieproduktion in Großbritannien ist im Oktober 2011 erneut zurückgegangen. So verringerte sich der Produktionsausstoß der Industrie (Verarbeitendes Gewerbe und Versorger) binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent. Für September war ein Rückgang um 1,5 Prozent verzeichnet worden.
Die italienische Industrieproduktion hat sich im Oktober 2011 reduziert. Binnen Jahresfrist schrumpfte der Industrie-Output der viertgrößten europäischen Volkswirtschaft kalenderbereinigt um 4,2 Prozent. Für September war lediglich ein Minus von 2,7 Prozent verzeichnet worden.
Die Arbeitsmarktlage in der Schweiz hat sich im November 2011 verschlechtert. So erhöhte sich die schweizerische Arbeitslosenquote auf 3,1 Prozent, nachdem sie im Vormonat lediglich bei 2,9 Prozent gelegen hatte. Von Unternehmensseite wurde bekannt, dass Basilea Pharmaceutica Joachim Blatter zum Chief Financial Officer (CFO) ernannt hat. Demnach wird Blatter Mitte Januar 2012 als CFO und Mitglied der Geschäftsleitung zu Basilea kommen. Zusätzlich zur Leitung des Bereichs Finanzen wird er auch die Verantwortung für die Bereiche Informationstechnologie und Internal Services übernehmen. Die Basilea-Papiere legten 1,2 Prozent zu. Spitzenreiter im SMI war Adecco mit einem Kursgewinn von 1,2 Prozent. Die größten Abschläge musste Credit Suisse verzeichnen mit einem Verlust 1,4 Prozent.
Anteilscheine der ING Groep notierten heute in Amsterdam 4,7 Prozent schwächer. Der niederländische Bank- und Versicherungskonzern erwartet hohe Einmalbelastungen für das vierte Quartal. Wie aus einer Pressemitteilung des Allfinanzkonzerns hervorgeht, werde man im Schlussquartal voraussichtlich einen negativen Einmaleffekt in Höhe von 0,9 bis 1,1 Mrd. Euro verbuchen. Zuvor hatte der Finanzkonzern einige Teilbereiche der Tochtergesellschaft ING Insurance US abgeschlossen und sah sich in diesem Zusammenhang zu Wertberichtigungen im US-Geschäft mit variabel verzinsten Rentenverträgen gezwungen. Unter anderem wurden diese Anpassungen auch durch die in den letzten Jahren deutlich gestiegene Volatilität an den internationalen Kapitalmärkten verursacht, so ING weiter.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.344,92 (-0,50 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.322,46 (-0,04 Prozent) FTSE 100 (London): 5.546,91 (-0,39 Prozent) CAC40 (Paris): 3.175,98 (-0,11 Prozent) MIB (Mailand): 15.650,93 (-1,24 Prozent) SMI (Zürich): 5.766,24 (-0,03 Prozent) ATX (Wien): 1.878,02 (+0,50 Prozent) (07.12.2011/ac/n/m)