Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte zeigten am Freitag eine schwächere Entwicklung. Am Abend machten Gerüchte die Runde, dass die Ratingagentur Standard & Poor's weitere Euro-Länder herunterstufen wird. In der Folge gaben auch die meisten Länderbörsen ihre Zugewinne ab und rutschten ins Minus. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor abschließend 0,33 Prozent auf 2.338,01 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab 0,08 Prozent ab auf 2.396,89 Zähler.
Das Europäische Statistikamt Eurostat gab bekannt, dass die Handelsbilanz der Eurozone im November 2011 mit einem kleineren Defizit geschlossen hat. So sank das Defizit der gesamten Union (EU27) auf 7,2 Mrd. Euro, nach Negativsalden von 11,2 Mrd. Euro im Vormonat und 16,8 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Die Exporte nahmen binnen Monatsfrist um 2,8 Prozent zu, wogegen die Importe um 0,6 Prozent nachgaben. Ferner kletterte der Überschuss im Euroraum (ER17) beim Handel mit Drittländern auf 6,9 Mrd. Euro, nach einem Aktivsaldo von 1,0 Mrd. Euro im Vormonat und einem Passivsaldo von 2,3 Mrd. Euro im November 2010. Hierbei legten die saisonbereinigten Ausfuhren auf Monatssicht um 3,9 Prozent zu und die Einfuhren blieben stabil.
National Statistics erklärte, dass die britischen Erzeugerpreise im Dezember 2011 mit abgebremstem Tempo gestiegen sind. So lagen die Preise 4,8 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach 5,4 Prozent im November. Im Vormonatsvergleich schrumpften die Erzeugerpreise um 0,2 Prozent. Aktien von Invensys brachen heute nach einer Gewinnwarnung um mehr als 20 Prozent ein. Wie aus dem Interim Management Statement zum dritten Quartal hervorgeht, liegt die Performance der meisten Bereiche zwar im Rahmen der eigenen Erwartungen. Jedoch gibt es eine Reihe von operativen Problemen bei bestimmten Projekten innerhalb der Bereiche Invensys Operations Management und Invensys Rail. Diese werden die Geschäftsentwicklung im laufenden Geschäftsjahr beeinflussen. Daher rechnet der Konzern für das Gesamtjahr nun mit einem operativen Ergebnis vor Einmaleffekten, das deutlich unter dem Vorjahreswert liegt.
Anteilsscheine von Total (TOTAL) gaben 0,1 Prozent ab. Der Ölkonzern und sein japanischer Joint Venture-Partner INPEX (Inpex) haben die endgültige Investment-Entscheidung für das LNG-Projekt Ichthys in Australien getroffen. Den Angaben zufolge sieht das Projekt eine Gesamtinvestitionssumme von 34 Mrd. US-Dollar vor. Total hält 24 Prozent der Anteile an dem Projekt und wird rund drei Milliarden Barrel Öläquivalent fördern. Die Produktion soll Ende 2016 beginnen. Im französischen CAC 40 rangierten Aktien von BNP Paribas ganz oben auf der Gewinnerliste (+ 2,5 Prozent). Die rote Laterne ging unterdessen an Papiere von Technip, die einen Abschlag von 2,4 Prozent verbuchten.
Aktien der ING Groep verschlechterten sich unterdessen um 2,1 Prozent. Der Allfinanzkonzern hat ein Update für die Strategie seiner Bank bekannt gegeben. So sehen die Prioritäten für 2012 und 2013 die Rückzahlung der Staatshilfen vor, den Abschluss der EC Restrukturierung sowie die Erfüllung der Basel III Anforderungen. Dabei wird für das Ende der Periode eine Kernkapitalquote (Core Tier 1 Ratio) von mindestens 10 Prozent angestrebt.
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis teilte mit, dass er seine langfristige Wettbewerbsfähigkeit stärken will. Dazu sollen die Kosten gesenkt werden, was im Rahmen einer Restrukturierung der US-Aktivitäten erfolgen wird. So beabsichtigt der Konzern eine Restrukturierung des Bereichs General Medicines, was den Abbau von insgesamt 1.960 Arbeitsplätzen umfasst, davon 1.630 im Außendienst sowie weiteren 330 Stellen in anderen Bereichen. Die Kürzungen sollen im zweiten Quartal 2012 erfolgen. Die Maßnahmen werden zu einer Sonderbelastung in Höhe von rund 160 Mio. US-Dollar führen, die im ersten Quartal 2012 verbucht wird. Ab 2013 rechnet man durch die Maßnahmen mit jährlichen Einsparungen in Höhe von rund 450 Mio. US-Dollar. Die Neubewertung des künftigen Umsatzpotenzials von Rasilez/Tekturna hat laut Konzern eine Sonderbelastung von rund 900 Mio. US-Dollar im vierten Quartal 2011 nach sich gezogen. Darüber hinaus wird Novartis Pharmaceuticals im vierten Quartal 2011 eine Sonderbelastung in Höhe von ca. 160 Mio. US-Dollar verbuchen, was mit der Einstellung der Programme PRT128 und SMC021 zusammenhängt. Das Novartis-Papier verlor 0,7 Prozent. Als schwächster Wert notierte im SMI Swiss Re mit einem Abschlag von 1,4 Prozent. An der Indexspitze gewann Givaudan 2,3 Prozent hinzu.
Die spanischen Frühindikatoren sind im November 2011 gesunken. Demnach verringerten sich die Frühindikatoren gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent. Für Oktober 2011 war ein Minus von 0,2 Prozent verzeichnet worden. Der Anstieg der spanischen Verbraucherpreise hat sich derweil im Dezember 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE mit abgebremstem Tempo fortgesetzt. So reduzierte sich die jährliche Inflationsrate auf 2,4 Prozent, nachdem sie im November noch bei 2,9 Prozent gestanden hatte. Der für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Verbraucherpreis-Index (HVPI) wies nur noch eine Jahresteuerung von 2,4 Prozent aus und lag damit weiterhin über dem Inflationsziel der EZB von 2,0 Prozent. Hierbei handelt es sich um das niedrigste Niveau seit dreizehn Monaten. Im November hatte der HVPI um 2,9 Prozent zugelegt.
Die Deutsche Bank hat von OMV den Auftrag erhalten, den Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing (R&M) zu strukturieren und das Veräußerungsprogramm umzusetzen beauftragt. Dies beinhaltet unter anderem die Prüfung der Veräußerungspotenziale und die Gesprächsaufnahme mit potenziellen Interessenten. Das Papier von OMV verlor abschließend 1,5 Prozent an Wert.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.338,01 (-0,33 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.396,89 (-0,08 Prozent) FTSE 100 (London): 5.636,64 (-0,46 Prozent) CAC40 (Paris): 3.196,49 (-0,11 Prozent) MIB (Mailand): 15.011,09 (-1,20 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.450,60 (+0,28 Prozent) SMI (Zürich): 5.996,34 (-0,36 Prozent) ATX (Wien): 1.923,64 (+0,44 Prozent) (13.01.2012/ac/n/m)