Paris (aktiencheck.de AG) - Unter dem Eindruck der drohenden Senkung der Bonitätsnote zahlreicher Eurostaaten schlossen die wichtigsten europäischen Börsen am Dienstag im negativen Bereich. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor bis Handelsende 0,54 Prozent auf 2.356,71 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab 0,06 Prozent auf 2.323,33 Zähler ab. Auch die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Minus.
Die Ratingagentur Standard & Poor´s (S&P) hatte am Montagabend bekannt gegeben, dass man sich entschlossen habe, den Ausblick für fünfzehn Staaten der Eurozone auf "negativ" zu senken. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass die systemischen Risiken innerhalb der Eurozone ein Ausmaß erreicht hätten, welche die Bonität der Eurozone als Ganzes gefährden würden. Moniert wurde seitens der Ratingagentur auch die unentschlossene Haltung der Politiker bei der Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise. Neben Deutschland könnten auch Länder wie Finnland, Österreich, Frankreich, Luxemburg oder die Niederlande ihre Spitzenbonitätsnote "AAA" verlieren.
Das europäische Statistikamt Eurostat legte am Dienstag seine zweite Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal 2011 vor. Demnach ist die Wirtschaft mit erhöhtem Tempo gewachsen. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das BIP im Euroraum (ER17) um 0,3 Prozent und in der gesamten Europäischen Union (EU27) ebenfalls um 0,3 Prozent. Im zweiten Quartal war das BIP nur um jeweils 0,2 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich zog die Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 1,4 Prozent und auch in der EU27 um 1,4 Prozent an, während sie im Vorquartal um jeweils 1,7 Prozent angewachsen war.
Im französischen CAC40 notierten Anteilsscheine von Sanofi mit einem Plus von 0,9 Prozent an der Indexspitze. Der Pharmakonzern hatte erfreuliche Studienergebnisse zu Lyxumia bekannt gegeben, einer Kombination von Lixisenatide und Lantus. So konnte in einer Phase-III-Studie der primäre Endpunkt bezüglich der Wirksamkeit erreicht werden. Aktien von Veolia Environnement notierten zum Handelsende mit einem Minus von 4,5 Prozent. Der Umweltservice-Konzern will seinen Transformationsplan beschleunigen und die Konzernverschuldung weiter reduzieren. Demnach plant der Konzern in den kommenden beiden Jahren Asset-Verkäufe im Gesamtvolumen von rund 5 Mrd. Euro. Am Indexende gaben Anteilsscheine Carrefour 6,3Prozent ab.
Der britische Immobilienmarkt hat sich im November 2011 weiter abgekühlt. So lag der Halifax-Hauspreisindex im Durchschnitt der drei Monate zum November um 1,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Davor war das Preisniveau zum Oktober um 1,8 Prozent gefallen. Binnen Monatsfrist gingen die Häuserpreise um 0,9 Prozent zurück, gegenüber einer Preissteigerung um 1,2 Prozent im Oktober. Aktien des Baustoffhändlers Wolseley gewannen heute 3,6 Prozent hinzu, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal mit einem Umsatzanstieg aufwarten konnte. Wie der Konzern verkündete, verbesserte sich der Umsatz im Berichtszeitraum auf 3,64 Mrd. Britische Pfund (GBP), was gegenüber dem Vorjahreswert von 3,47 Mrd. GBP einem Plus von 5 Prozent entspricht. Für die kommenden Monate zeigte man sich weniger optimistisch und geht angesichts der wachsenden konjunkturellen Schwierigkeiten von einem zunehmend schwierigeren Umfeld aus.
Die schweizerischen Verbraucherpreise haben sich im November 2011 mit beschleunigtem Tempo reduziert und schrumpften gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5 Prozent. Im Oktober 2011 hatten sie um 0,1 Prozent nachgegeben und im November 2010 um 0,2 Prozent zugelegt. Binnen Monatsfrist gingen die Konsumentenpreise um 0,2 Prozent zurück.
In Amsterdam gaben Aktien von TomTom 2,7 Prozent ab. Der Navigationsgerätehersteller hat ein Joint Venture für Kartenmaterial in Thailand vollständig übernommen und seinen Anteil von 80 auf 100 Prozent aufgestockt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.356,71 (-0,54 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.323,33 (-0,06 Prozent) FTSE 100 (London): 5.568,72 (+0,01 Prozent) CAC40 (Paris): 3.179,63 (-0,68 Prozent) MIB (Mailand): 15.848,21 (-0,49 Prozent) SMI (Zürich): 5.767,93 (+0,49 Prozent) ATX (Wien): 1.868,71 (-0,17 Prozent) (06.12.2011/ac/n/m)