Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes schlossen am Mittwochabend mit grünen Vorzeichen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann bis Handelsende 1,23 Prozent auf 2.390,64 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legte 0,78 Prozent zu auf 2.436,00 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notierten uneinheitlich.
Aller Voraussicht nach wird die Eurozone in diesem Jahr in eine Rezession abgleiten. So lautet die Einschätzung der Weltbank. Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwartet sie für 2012 einen Rückgang um 0,3 Prozent, wogegen sie zuvor noch einen Anstieg um 1,8 Prozent prognostiziert hatte. Für 2013 wird dann wieder mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet.
National Statistics zufolge hat sich die Arbeitsmarktsituation in Großbritannien im November 2011 verschlechtert. In den drei Monaten von September bis November kletterte die Zahl der Arbeitslosen um 118.000 auf 2,68 Millionen. Damit wurde der höchste Stand seit 1994 erreicht. Ferner stieg die ILO-Arbeitslosenquote von September bis November auf 8,4 Prozent, nachdem sie zuvor bei 8,1 Prozent gestanden hatte. Hierbei handelt es sich um den höchsten Wert seit 1995. Aktien der Man Group gewannen abschließend 6,8 Prozent hinzu. Der Hedgefonds-Anbieter musste im dritten Geschäftsquartal einen kräftigen Rückgang beim verwalteten Vermögen hinnehmen. Die so genannten Assets under Management beliefen sich zum 31. Dezember 2011 auf 58,4 Mrd. US-Dollar, ein Minus von 9,5 Prozent im Vergleich zum 30. September 2011. Für den Neun-Monatszeitraum geht der Konzern von einem Vorsteuergewinn in Höhe von 190 Mio. US-Dollar und einem Ergebnis je Aktie von 7,4 Cents aus. Auf bereinigter Basis werden diese Ergebniszahlen bei 257 Mio. US-Dollar bzw. 10,5 Cents gesehen.
Auch Papiere von Tullow Oil gaben 4,2 Prozent ab. Der Ölkonzern rechnet für das Geschäftsjahr 2011 mit Rekordzahlen und erwartet einen Umsatz von 2,3 Mrd. US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahreswert einer Verdopplung darstellen würde. Die Investitionen werden 2011 bei 1,4 Mrd. US-Dollar erwartet, während für 2012 Investitionen in Höhe von 2,0 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt werden. Die Nettoverbindlichkeiten des Konzerns zum 31. Dezember 2011 beliefen sich auf rund 2,8 Mrd. US-Dollar. Wie es weiter heißt, hat Tullow Oil mit dem britisch-niederländischen Ölkonzern Royal Dutch Shell (Royal Dutch Shell Grou a) ein nicht-bindendes Memorandum of Understanding unterzeichnet. In diesem Rahmen wollen beide Unternehmen neue Explorationen in Gebieten im bzw. um das Atlantikbecken durchführen. Aktien von BHP Billiton gewannen 0,8 Prozent an Wert. Der Minenbetreiber hat seine Eisenerzproduktion im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres dank einer starken Nachfrage aus China deutlich gesteigert. So erhöhte sich die Eisenerzproduktion in den sechs Monaten zum 31. Dezember 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 80,6 Millionen Tonnen. Dabei stieg sie im zweiten Quartal um 22 Prozent auf 41,1 Millionen Tonnen. Die Kupferproduktion im zweiten Halbjahr sank gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent, während die Goldproduktion um 17 Prozent fiel. Die Silberproduktion verzeichnete ein Minus von 15 Prozent.
Die italienische Statistikbehörde Istat erklärte, dass Italien beim Außenhandel im November 2011 ein kleineres Defizit verzeichnet hat. So schrumpfte der Passivsaldo auf 1,6 Mrd. Euro, nach einem Defizit von 3,4 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei zogen die Exporte auf Jahressicht um 6,5 Prozent an, während die Importe um 0,5 Prozent zulegten. Daneben bestätigte die Notenbank, dass sich das Defizit in der italienischen Leistungsbilanz im November 2011 etwas verkleinert hat. So verringerte sich der Passivsaldo auf 3,45 Mrd. Euro, nach einem Minus von 5,15 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei verzeichnete die Warenhandelsbilanz ein Defizit von 1,12 Mrd. Euro, nach einem Passivsaldo von 2,77 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Daneben schrumpfte das Plus in der Dienstleistungsbilanz von 1,42 Mrd. auf 815 Mio. Euro.
In den Niederlanden ging es für die Aktie von ASML Holding 3,5 Prozent nach unten. Das Unternehmen hatte im vierten Quartal angesichts einer schwächeren Nachfrage einen Gewinnrückgang verbucht. Der Nettogewinn belief sich auf 284,7 Mio. Euro, nach 406,8 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich von 1,52 Mrd. Euro auf 1,21 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr 2011 stieg der Nettogewinn allerdings auf 1,47 Mrd. Euro, nach 1,02 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 4,51 Mrd. Euro auf 5,65 Mrd. Euro.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.390,64 (+1,23 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.436,00 (+0,78 Prozent) FTSE 100 (London): 5.702,37 (+0,15 Prozent) CAC40 (Paris): 3.264,93 (-0,15 Prozent) MIB (Mailand): 15.278,00 (-0,31 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.420,70 (-1,34 Prozent) SMI (Zürich): 6.116,23 (+0,99 Prozent) ATX (Wien): 1.960,64 (+0,54 Prozent) (18.01.2012/ac/n/m)