Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte gingen am Donnerstag mit Pluszeichen aus dem Handel. Die Beschlüsse der EU-Staaten zur Schuldenkrise sorgten für gute Stimmung. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann abschließend 6,08 Prozent auf 2.476,92 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich um 3,21 Prozent auf 2.362,64 Zähler. Auch die europäischen Länderbörsen tendierten durchweg im Plus.
Die Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen der EU-Kommission gab heute bekannt, dass sich die Wirtschaftsstimmung in der EU im Oktober 2011 leicht eingetrübt hat. So schrumpfte der Sammel-Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Union (EU27) auf 93,8 Punkte, nach 93,9 Punkten im September. Ferner gab der Index für die Eurozone auf 94,8 Zähler nach, während er im Vormonat bei 95,0 Punkten gelegen hatte.
Die französische Telefongesellschaft France Télécom gewann heute nach Zahlen 3,7 Prozent hinzu. So lag der Umsatz im dritten Quartal mit 11,28 Mrd. Euro um 3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der operative Gewinn (EBITDA) verringerte sich um 6,2 Prozent auf knapp 4 Mrd. Euro, nach 4,71 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Fiskaljahr erwartet man einen operativen Cash-Flow von leicht über 9 Mrd. Euro. Aktien von GDF SUEZ (GDF SUEZ ) rückten 6,9 Prozent vor. Der Energie- und Gasversorger konnte in den ersten neun Monaten mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten. So lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 65,41 Mrd. Euro um 8,9 Prozent über dem Vorjahreswert von 60,07 Mrd. Euro. Das organische Umsatzwachstum betrug 3,3 Prozent. Beim EBITDA verzeichnete der Konzern einen Anstieg auf 12,1 Mrd. Euro, was einem Plus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. AXA verteuerten sich um 14,7 Prozent. Der Versicherungskonzern musste in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Umsatzrückgang ausweisen. So lag der Gesamtumsatz mit 65,95 Mrd. Euro rund 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Basis verringerten sich die Umsatzerlöse um 2,0 Prozent. Die Gewinnerliste im CAC 40 wurde abschließend von Société Générale angeführt (+ 22,5 Prozent). Am Indexende notierte SUEZ Environnement (-1,9 Prozent).
Der Ölkonzern Royal Dutch Shell (Royal Dutch Shell Grou a) hat seinen Gewinn im dritten Quartal verdoppelt, was mit höheren Ölpreisen und neuen Projekten in Katar und Kanada zusammenhängt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 6,98 Mrd. US-Dollar, im Vergleich zu 3,46 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der um Bestandswertveränderungen bereinigte Gewinn (CCS) lag bei 7,25 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 3,52 Mrd. US-Dollar). Der um Bestandswertveränderungen und Einmaleffekte bereinigte Gewinn betrug 7,00 Mrd. US-Dollar (+42 Prozent). Der Umsatz des Konzerns erreichte 123,41 Mrd. US-Dollar und lag damit deutlich über dem Niveau des dritten Quartals 2010 (90,71 Mrd. US-Dollar). Das Papier verteuerte sich bis Handelsende um 1,2 Prozent. Daneben erreichten Aktien von AstraZeneca bis Handelsende ein Plus von 1,3 Prozent. Der Pharmakonzern hatte im dritten Quartal 2011 ein deutliches Gewinnwachstum erreicht. Während sich die Umsatzerlöse von 7,90 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal auf 8,21 Mrd. US-Dollar erhöhten, kletterte der Nettogewinn von 1,55 Mrd. US-Dollar auf nun 3,49 Mrd. US-Dollar bzw. 2,54 US-Dollar je Aktie.
In der Schweiz gewannen heute ABB 1,2 Prozent hinzu. Der Mischkonzern hatte erklärt, dass er im dritten Quartal 2011 einen Anstieg des operativen Ertrags vor Steuern und Abschreibungen (operativer EBITDA) um 24 Prozent und ein zweistelliges Umsatzplus gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnet hat. Der Konzerngewinn belief sich auf 790 Mio. US-Dollar, nach 774 Mio. US-Dollar im dritten Quartal 2010. Der Umsatz erhöhte sich um 18 Prozent auf 9,34 Mrd. US-Dollar, wobei in Lokalwährungen ein Plus von 11 Prozent ausgewiesen wurde.
In Spanien verteuerten sich Papiere Banco Santander (Banco Santander Central Hispano) um 7,5 Prozent. Der Nettogewinn belief sich im dritten Quartal auf 1,80 Mrd. Euro, nach 1,64 Mrd. Euro im Vorjahr. Die Nettozinseinnahmen erhöhten sich im Berichtszeitraum von 7,4 Mrd. Euro auf 7,7 Mrd. Euro. Die Rückstellungen für Kreditausfälle erreichten insgesamt 2,91 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,94 Mrd. Euro). Anteilsscheine von Iberdrola legten nach Neunmonatszahlen um 5,0 Prozent zu. Der Energieversorger verbesserte in diesem Zeitraum den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent auf 23,37 Mrd. Euro. Unterm Strich wies man einen Nettogewinn von 2,14 Mrd. Euro aus (+3,5 Prozent gegenüber Vorjahr).
Statoil (Statoil ASA) steigerte im dritten Quartal den operativen Gewinn deutlich. Der operative Gewinn lag im Berichtszeitraum mit 39,3 Mrd. Norwegischen Kronen (NOK) über dem Vorjahreswert von 28,2 Mrd. NOK. Unterm Strich wurde beim Nettoergebnis ein Rückgang auf 9,9 Mrd. NOK ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 13,8 Mrd. NOK im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um diverse Einmaleffekte wurde im dritten Quartal ein Nachsteuergewinn von 11,4 Mrd. NOK erwirtschaftet. Die Aktie des Öl- und Erdgaskonzerns verlor abschließend 0,1 Prozent an Wert. Auch für die Anteilsscheine von Norsk Hydro (Norsk Hydro ASA) ging es heute 0,3 Prozent nach unten. Der Öl- und Aluminiumkonzern gab bekannt, dass er im dritten Quartal einen Gewinnsprung erzielt hat, was auf ein starkes Umsatzwachstum zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 997 Mio. NOK, nach einem Gewinn von 157 Mio. NOK im Vorjahr. Auf bereinigter Basis lag der Nettogewinn bei 1,07 Mrd. NOK (Vorjahr: 545 Mio. NOK). Der Umsatz erhöhte sich um 29 Prozent auf 23,83 Mrd. NOK.
Sony und der Telekommunikationsausrüster Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) gaben heute bekannt, dass Sony den 50-Prozent-Anteil von Ericsson an dem Joint Venture Sony Ericsson Mobile Communications AB übernehmen wird. Damit geht der Mobiltelefonhersteller vollständig an den japanischen Konzern über. Den Angaben zufolge erhält der Ericsson-Konzern im Rahmen der Transaktion einen Betrag von 1,05 Mrd. Euro in bar. Die Aktie von Ericsson verlor bis Handelsende 0,2 Prozent.
In den Niederlanden rückten Papiere von Akzo Nobel 4,8 Prozent vor. Der Chemiekonzern hatte bekannt gegeben, dass er ein neues Beschichtungswerk in China errichten wird.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.476,92 (+6,08 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.362,64 (+3,21 Prozent) FTSE 100 (London): 5.713,82 (+2,89 Prozent) CAC40 (Paris): 3.368,62 (+6,28 Prozent) MIB (Mailand): 16.954,68 (+5,49 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.270,50 (+4,96 Prozent) SMI (Zürich): 5.823,00 (+2,15 Prozent) ATX (Wien): 2.094,58 (+5,82 Prozent) (27.10.2011/ac/n/m)