Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes gingen am Mittwoch mit Abschlägen aus dem Handel. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor abschließend 1,66 Prozent auf 2.327,84 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab bis Handelsende 0,42 Prozent auf 2.417,80 Zähler ab. Auch die europäischen Länderbörsen notierten durchgängig im Minus.
Die europäische Zentralbank (EZB) gab heute bekannt, dass die Leistungsbilanz der Eurozone im Februar 2012 mit einem Defizit abgeschlossen hat. So belief sich der saisonbereinigte Passivsaldo auf 1,3 Mrd. Euro, gegenüber einem Plus von 3,7 Mrd. Euro im Januar. In der Handelsbilanz stellte sich der Überschuss auf 1,5 Mrd. Euro, nach einem Plus von 3,3 Mrd. Euro im Januar. Daneben stieg der Überschuss bei den Dienstleistungen auf 4,7 Mrd. Euro, nach 4,1 Mrd. Euro im Vormonat. Unterdessen hat die Leistungsbilanz der EU27 das vierte Quartal 2011 mit einem Aktivsaldo abgeschlossen. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde betrug der Überschuss 13,1 Mrd. Euro, gegenüber einem Passivsaldo von 14,5 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Daneben teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat mit, dass die saisonbereinigte Produktion im europäischen Baugewerbe im Februar 2012 abgenommen hat. Auf Monatssicht sank der Output der Baubranche im Euroraum (ER17) um 7,1 Prozent, während er in der EU27 um 3,7 Prozent nachgab. Im Januar war die Produktion um 0,5 bzw. um 3,9 Prozent gefallen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat nahm die Produktion in der Eurozone um 12,9 Prozent und in der EU27 um 9,4 Prozent ab. Im Januar waren Rückgänge von 2,7 bzw. 1,1 Prozent ausgewiesen worden.
In Großbritannien gab National Statistics bekannt, dass sich die Arbeitsmarktsituation im Februar verbessert hat. In den drei Monaten von Dezember bis Februar schrumpfte die Zahl der Arbeitslosen auf 2,65 Millionen, das sind 35.000 weniger als in den drei Monaten zum November 2011. Ferner fiel die ILO-Arbeitslosenquote von Dezember bis Februar auf 8,3 Prozent, nachdem sie in den drei Monaten zum November bei 8,4 Prozent gestanden hatte. Aktien des Einzelhandelskonzerns Tesco notierten abschließend mit einem Minus von 2,2 Prozent, nachdem man für das abgelaufene Fiskaljahr mit einem Gewinnanstieg aufwarten konnte. Umsatz und Vorsteuergewinn lagen ebenfalls über dem Vorjahresniveau. Profitiert hat das Unternehmen vor allem von der starken Entwicklung im Auslandsgeschäft, während es auf dem britischen Heimatmarkt unter dem herausfordernden Wettbewerbsumfeld und der schwierigen konjunkturellen Gesamtsituation zu leiden hatte. Die Gewinnerliste im FTSE 100 wurde zu Handelsende von Fresnillo mit einem Zugewinn von 3,2 Prozent angeführt. Der Rohstoffkonzern fuhr im ersten Quartal bei der Goldproduktion ein deutlich besser als erwartetes Ergebnis ein. Das Produktionsvolumen bei Silber blieb hingegen unter Vorjahresniveau. Am Indexende notierte die MAN Group mit einem Abschlag von 7,4 Prozent.
Der Luxusgüterkonzern LVMH (LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton) verbuchte im ersten Quartal 2012 dank einer starken Nachfrage in Asien und den USA ein deutliches Umsatzwachstum. Der Gesamtumsatz erhöhte sich um 25 Prozent. Hierzu haben alle Unternehmenssparten positiv beigetragen. Die Anteilsscheine gaben 3,3 Prozent nach. Auf Platz eins der Gewinnerliste notierten im CAC 40 heute Aktien von Danone mit einem Plus von 1,5 Prozent. Die größten Kursverluste musste indes Société Générale einstecken (-5,0 Prozent).
Der Agrochemiekonzern Syngenta steigerte im ersten Quartal seinen Umsatz deutlich. Neben höheren Absatzmengen profitierte man dabei auch von gestiegenen Absatzpreisen. Das Papier verschlechterte sich am Mittwoch um 2,6 Prozent. Unterdessen steht Pfizer einem Medienbericht zufolge kurz vor dem Verkauf seiner Kindernahrungssparte an Nestlé . Demnach hat sich der schweizerische Konzern in einem Bieterwettbewerb durchgesetzt. Insgesamt dürfte der Kaufpreis bei mindestens 9 Mrd. US-Dollar liegen. Nestlé-Papiere verbilligten sich um 0,2 Prozent. Anteilsscheine von Roche und Transocean legten als beste Werte im Schweizer Leitindex SMI jeweils 1,0 Prozent zu. Schlusslicht war Actelion mit einem Minus von 3,0 Prozent.
Der Baukonzern ACS hat seine Beteiligung am Energieversorger Iberdrola reduziert. So hat ACS insgesamt 3,69 Prozent der ausstehenden Iberdrola-Aktien über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren veräußert. Die Platzierung erfolgte dabei zu 3,62 Euro je Iberdrola-Aktie. Während ACS-Anteilsscheine 6,1 Prozent nachgaben, verloren Iberdrola-Papiere 7,9 Prozent an Wert.
Aktien des Bierkonzerns Heineken machten heute 2,5 Prozent gut. Das Unternehmen hat im ersten Quartal dank höherer Bierabsätze seinen Gewinn verbessert. Der Umsatz konnte ebenfalls gesteigert werden. Beim Bierabsatz verzeichnete man ein organisches Plus von 4,7 Prozent. Dabei hat man in allen Regionen mit Ausnahme von Westeuropa ein Absatzplus erzielen können. Für das laufende Fiskaljahr wurde der Ausblick bestätigt. Für Papiere von ASML Holding ging es 1,6 Prozent abwärts. Der weltgrößte Hersteller von Lithographiesystemen verzeichnete im ersten Quartal 2012 einen Ergebniseinbruch. Der Umsatz war ebenfalls rückläufig.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.327,84 (-1,66 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.417,80 (-0,42 Prozent) FTSE 100 (London): 5.745,29 (-0,38 Prozent) CAC40 (Paris): 3.240,29 (-1,59 Prozent) MIB (Mailand): 14.580,15 (-2,42 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 7.079,20 (-3,99 Prozent) SMI (Zürich): 6.173,35 (-0,43 Prozent) ATX (Wien): 2.045,55 (-1,36 Prozent) (18.04.2012/ac/n/m)