Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes gingen am Dienstag mit negativen Vorzeichen aus dem Handel. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor abschließend 0,11 Prozent auf 2.739,65 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 0,16 Prozent auf 2.550,66 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gab bis Handelsende 0,45 Prozent nach auf 684,97 Stellen. Auch die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Minus.
Angaben von National Statistics zufolge ist der britische Dienstleistungsindex im Mai 2011 gestiegen. Auf Monatssicht erhöhte sich der Index um 1,6 Prozent, gegenüber einem Rückgang um 1,2 Prozent im April. Ferner kletterte der Dienstleistungsindex gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent, nach 0,8 Prozent im April. Das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist daneben im zweiten Quartal 2011 nach vorläufigen Berechnungen mit abgebremstem Tempo angewachsen. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent. Im ersten Quartal war das BIP noch um 1,6 Prozent gestiegen. Für schlechte Stimmung sorgten die Zahlen von BP . Der Ölkonzern konnte zwar im zweiten Quartal einen Gewinn ausweisen. Jedoch wurden die Erwartungen auf bereinigter Basis verfehlt. So belief sich der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn auf 5,62 Mrd. US-Dollar, nach einem Nettoverlust von 17,15 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Auf bereinigter Basis blieb der Gewinn mit 5,6 Mrd. US-Dollar jedoch hinter der Analystenschätzung von 5,9 Mrd. US-Dollar zurück. Die Aktie verlor 2,6 Prozent.
Im FTSE 100 gewannen Anteilsscheine der BG Group als bester Wert 4,3 Prozent hinzu. Der Öl- und Erdgaskonzern konnte im zweiten Quartal den Gewinn deutlich steigern. Der Umsatz lag mit 5,16 Mrd. US-Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 4,05 Mrd. US-Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Gewinn von 1,25 Mrd. US-Dollar ausgewiesen, nach zuvor 439 Mio. US-Dollar. Aktien von ARM Holdings markierten unterdessen das Indexende und verschlechterten sich um 3,3 Prozent. Und dies, obwohl der Halbleiterhersteller im zweiten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten konnte. Der Umsatz lag mit 117,8 Mio. GBP über dem Vorjahreswert von 100,0 Mio. GBP. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 26,6 Mio. GBP verzeichnet, nach 21,9 Mio. GBP im Vorjahreszeitraum. Anteilsscheine von Imperial Tobacco (Imperial Tobacco Group) gaben unterm Strich 0,6 Prozent ab. Der Tabakkonzern geht für das laufende Fiskaljahr von einem Ergebnis im Rahmen der konzerneigenen Erwartungen aus. Wie aus dem Trading Statement des Konzerns hervorgeht, erhöhte sich der Gesamtumsatz im Bereich Tabak in den ersten neun Monaten des im September endenden Fiskaljahres um 2 Prozent.
Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im Juli 2011 nach Angaben der Statistikbehörde Insee verbessert. So erhöhte sich der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens auf 86 Zählern. Für Juni war ein Indexwert von 83 Punkten verbucht worden. STMicroelectronics brachen als schlechtester Wert im CAD 40 um 11,3 Prozent ein. Der größte Chip-Hersteller in Europa hatte gestern nach US-Börsenschluss erklärt, dass sich sein Gewinn im zweiten Quartal erhöht hat. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen aber verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 420 Mio. US-Dollar bzw. 46 Cents pro Aktie, nach 356 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 14 Cents (Vorjahr: 18 Cents) pro Aktie. Der Umsatz erhöhte sich von 2,53 Mrd. US-Dollar auf 2,57 Mrd. US-Dollar. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen Papiere von Pernod-Ricard mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent.
Die Schweizer Großbank UBS erklärte, dass sich ihr Gewinn im zweiten Quartal angesichts eines starken Schweizer Frankens und einer schwachen Entwicklung der Investment Bank halbiert hat. Die Erwartungen der Analysten wurden damit verfehlt. Zudem wurden umfangreiche Kosteneinsparungen angekündigt. Der den UBS-Aktionären zurechenbare Reingewinn belief sich auf 1,02 Mrd. Schweizer Franken (CHF), nach 2,01 Mrd. CHF im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,29 Mrd. CHF ausgegangen. Der Titel verschlechterte sich als Schlusslicht im SMI um 2,9 Prozent. Papiere von Credit Suisse (Credit Suisse Group (CS Group) (N)) gewannen bis Börsenschluss 0,6 Prozent hinzu. Die Bank plant Presseangaben zufolge Stellenstreichungen. Wie es heißt, wird das Institut Kostensenkungsmaßnahmen ankündigen, darunter der Abbau von 1.500 bis 2.000 Arbeitsplätzen. Eine Ankündigung könnte bereits am Donnerstag erfolgen. Ganz oben auf dem kurzen Einkaufszettel der Investoren standen heute Anteilsscheine von Actelion mit einem Plus von 3,2 Prozent.
Der italienische Autobauer Fiat (Fiat Group) präsentierte die Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Demnach lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 13,15 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 9,38 Mrd. Euro. Dabei konnte der Konzern vor allem von der Erstkonsolidierung des US-Autobauers Chrysler am 1. Juni dieses Jahres profitieren. Ohne die Berücksichtigung von Chrysler lag der Umsatz im Berichtszeitraum bei 10 Mrd. Euro, was einem Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Beim operativen Gewinn (inklusive Chrysler) wurde ein Anstieg auf 1,58 Mrd. Euro ausgewiesen, nach einem operativen Gewinn von 282 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich wurde beim Nettogewinn (inklusive Chrysler) ein Anstieg auf 1,24 Mrd. Euro verzeichnet, nach einem Verlust von 17 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aktie von Fiat verlor bis Handelsende 4,5 Prozent.
Aktien von Norsk Hydro (Norsk Hydro ASA) rückten um 1,1 Prozent vor. Der Öl- und Aluminiumkonzern hat im zweiten Quartal einen Gewinnsprung erzielt. Dabei profitierte er unter anderem von gestiegenen Aluminiumpreisen sowie einer erhöhten Produktion. Der Nettogewinn belief sich auf 1,41 Mrd. Norwegische Kronen (NOK), nach Gewinn 503 Mio. NOK im Vorjahr. Auf bereinigter Basis lag der Nettogewinn bei 1,39 Mrd. NOK (Vorjahr: 530 Mio. NOK). Der Umsatz erhöhte sich um 25 Prozent auf 24,73 Mrd. NOK. Wie der Konzern weiter mitteilte, wird er seine 20,86-prozentige Beteiligung am norwegischen Stromerzeuger SKS Produksjon AS für 1 Mrd. NOK an die Salten Kraftsamband AS verkaufen. Der Buchgewinn aus der Transaktion wird auf rund 650 Mio. NOK im dritten Quartal geschätzt.
In den Niederlanden ging es für die Aktie von KPN (Koninklijke KPN) 3,2 Prozent nach oben. Der Telekommunikationskonzern musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Umsatz lag mit 3,29 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 3,35 Mrd. Euro. Der Nettogewinn sank auf 414 Mio. Euro, nach 465 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.739,65 (-0,11 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.550,66 (-0,16 Prozent) EURONEXT 100: 684,97 (-0,45 Prozent) FTSE 100 (London): 5.929,73 (+0,08 Prozent) CAC40 (Paris): 3.787,77 (-0,66 Prozent) MIB (Mailand): 19.029,86 (+0,27 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.833,40 (-0,33 Prozent) SMI (Zürich): 5990,18 (-0,45 Prozent) ATX (Wien): 2.679,47 (+0,27 Prozent) (26.07.2011/ac/n/m)