Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte gingen am Dienstag mit deutlichen Verlusten aus dem Handel. Mit Schuld daran war die Ankündigung Griechenlands, eine Volksabstimmung über das Rettungspaket durchführen zu wollen. Dies sorgte für massive Verunsicherung. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor abschließend 5,26 Prozent auf 2.259,73 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich bis Handelsende um 2,87 Prozent auf 2.251,52 Zähler. Auch die europäischen Länderbörsen tendierten im Minus.
Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte am Montagabend erklärt, dass er das griechische Volk über die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels entscheiden lassen will. Laut Papandreou seien die Beschlüsse so schwerwiegend, dass sie eine breite Basis brauchten. Die Ergebnisse der Abstimmung sollen bindend sein. Nach Angaben des griechischen Finanzministers Evangelos Venizelos dürfte die Volksabstimmung voraussichtlich Anfang 2012 durchgeführt werden.
In der Schweiz standen Credit Suisse (Credit Suisse Group (CS Group) (N)) als schwächster Wert im SMI mit einem Verlust von 8,2 Prozent unter Druck. Die Großbank hat zwar im dritten Quartal ein höheres Ergebnis erzielt. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn belief sich auf 683 Mio. Schweizer Franken (CHF), nach 609 Mio. CHF in der Vorjahresperiode. Ferner erzielte die Credit Suisse Group einen bereinigten Vorsteuergewinn von 519 Mio. CHF, einen bereinigten Reingewinn von 441 Mio. CHF und eine bereinigte Eigenkapitalrendite von 11,8 Prozent. Zusätzlich zu den im Juli angekündigten Maßnahmen strebt die Credit Suisse weitere Kosteneinsparungen von 0,8 Mrd. CHF bis Ende 2013 an. Diese zusätzlichen Kosteneinsparungen dürften verbunden sein mit einem Abbau von rund 3 Prozent des Personalbestandes in der gesamten Credit Suisse Group, mit Prozessoptimierungen, Verbesserungen beim Einkauf sowie mit einer stärkeren Integration und effizienterem Einsatz von Infrastruktur in Betriebsorganisation und Geschäft. Im Schweizer Leitindex fanden sich heute fast nur negative Vorzeichen. Einzig Synthes notierte mit einem Plus von 0,8 Prozent im positiven Bereich.
Vor diesem Hintergrund gaben im französischen Leitindex CAC 40 heute vor allem Banktitel ab. Das Indexende wurde daher markiert von der Société Générale mit einem Minus von 3,4 Prozent. Aktien von Safran Actions verloren heute mit einem Minus von 1,0 Prozent am wenigsten.
National Statistics gab bekannt, dass das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2011 gewachsen ist. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent, nachdem im zweiten Quartal ein Plus von 0,6 Prozent ausgewiesen worden war. Im Vergleich zum Vorquartal wuchs das BIP ebenfalls um 0,5 Prozent, gegenüber einem Plus von 0,1 Prozent im Vorquartal. Im FTSE 100 notierten Aktien von Imperial Tobacco (Imperial Tobacco Group) zum Handelsende nahezu auf ihrem Vortagesstand. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 einen höheren Gewinn erzielt. Dabei profitierte der Zigarettenhersteller von einem Umsatzwachstum. Der Zigarettenabsatz zeigte sich jedoch rückläufig. Zudem will man sich weiter auf Kostensenkungen konzentrieren. Der Nettogewinn belief sich nach Abzug von Minderheitsanteilen auf rund 1,8 Mrd. Britische Pfund (GBP), nach 1,51 Mrd. GBP im Vorjahr. Der Umsatz nahm von 28,17 Mrd. GBP auf 29,22 Mrd. GBP zu. Der Bankwert Barclays markierte mit einem Verlust von 9,5 Prozent das Indexende.
Der niederländische Chemiekonzern DSM (Koninklijke DSM NV) hat seinen Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt. Neben positiven Einmaleffekten profitierte man von sehr guten Ergebnissen in der Sparte Materials Sciences, einem starken organischen Umsatzwachstum und einer geringeren Steuerlast. Der Ausblick wurde bestätigt. Der Nettogewinn belief sich auf 171 Mio. Euro, nach 79 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor Einmaleffekten lag bei 159 Mio. Euro (Vorjahr: 128 Mio. Euro). Der Umsatz stieg indes um 5 Prozent auf 2,32 Mrd. Euro. Der Titel verlor 1,1 Prozent an Wert.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.259,73 (-5,26 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.251,52 (-2,87 Prozent) FTSE 100 (London): 5.421,57 (-2,21 Prozent) CAC40 (Paris): 3.068,33 (-5,38 Prozent) MIB (Mailand): 14.928,24 (-6,80 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.579,60 (-4,19 Prozent) SMI (Zürich): 5.588,57 (-2,49 Prozent) ATX (Wien): 1.983,75 (-3,95 Prozent) (01.11.2011/ac/n/m)