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21.07.2011 19:56

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Börsen in Europa-Schluss: Kräftige Zugewinne, Euro-Krisengipfel stützt

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Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes konnten am Donnerstag kräftige Zugewinne verzeichnen. Die Investoren griffen angesichts der sich abzeichnenden Einigung beim EU-Krisengipfel zu. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 2,13 Prozent auf 2.763,34 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich um 1,07 Prozent auf 2.553,33 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legte um 1,73 Prozent zu auf 687,21 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Plus.

Die Leistungsbilanz der Eurozone hat nach Angaben der europäischen Zentralbank (EZB) im Mai 2011 mit einem kleineren Defizit abgeschlossen. So verringerte sich der saisonbereinigte Passivsaldo auf 5,2 Mrd. Euro, nach einem Minus von 5,4 Mrd. Euro im April. In der wichtigsten Teilbilanz, der Handelsbilanz, belief sich der Überschuss auf 3,6 Mrd. Euro, gegenüber einem Defizit von 3,8 Mrd. Euro im April. Dagegen wuchs der Überschuss bei den Dienstleistungen auf 3,9 Mrd. Euro, nach 3,3 Mrd. Euro im Vormonat.

Das britische Verbrauchervertrauen hat sich im Juni 2011 verschlechtert. Dies gab die Nationwide Building Society heute bekannt. So verringerte sich der Index des Verbrauchervertrauens auf 51 Punkte. Im Vormonat war noch ein Indexstand von 55 Punkten ausgewiesen worden. Kingfisher rückten nach ihrem Trading Update für das zweite Quartal als einer der besten Werte im FTSE 100 um 5,6 Prozent vor. Der Konzernumsatz der größten Baumarktkette in Europa konnte in den elf Wochen zum 16. Juli 2011 auf Basis konstanter Währungen um 1,0 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zulegen. Auf vergleichbarer Basis wurde indes ein Rückgang des Gesamtumsatzes um 0,5 Prozent ausgewiesen. Noch stärker gefragt waren indes die großen Bankwerte. Auf Platz eins ging es hier für Barclays um 7,8 Prozent nach oben. Die rote Laterne wurde gleichzeitig von Arm Holdings mit einem Abschlag von 1,6 Prozent gehalten.

In Frankreich verteuerten sich im breiten Markt die Papiere von Remy Cointreau um 5,7 Prozent. Der Spirituosenhersteller konnte im ersten Quartal den Umsatz um 16,2 Prozent auf 198,6 Mio. Euro verbessern. Das organische Umsatzwachstum lag im Auftaktquartal im Vorjahresvergleich bei 22,5 Prozent. Publicis Groupe verschlechterten sich um 0,5 Prozent, nachdem der Werbekonzern bekannt gab, dass sein Gewinn im ersten Halbjahr gestiegen ist, was mit einem Umsatzwachstum als Folge von Akquisitionen, unter anderem Rosetta, zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 231 Mio. Euro, im Vergleich zu 213 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 6,3 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro zu, wobei er sich organisch um 7,1 Prozent verbesserte. Im CAC 40 rückten ebenfalls Bankwerte deutlich vor. Société Générale standen mit einem Plus von 6,2 Prozent auf Platz eins der Gewinnerliste. Auf den Plätzen dahinter folgten mit Axa, Crédit Agricole, Natixis und BNP Paribas ebenfalls Finanztitel. Indes trennten sich die Anleger vornehmlich von den Papieren von Alcatel-Lucent, die sich um 1,4 Prozent verschlechterten.

In der Schweiz standen heute die Papiere des Mischkonzerns ABB mit einem Wertverlust von 1,6 Prozent als schwächster Wert im SMI im Blick. Das Unternehmen verbesserte seinen Gewinn im zweiten Quartal um 43 Prozent und profitierte dabei vor allem von einem kräftigen Wachstum in den Industriesektoren. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Der Konzerngewinn belief sich auf 893 Mio. US-Dollar. Der Umsatz nahm um 28 Prozent auf 9,68 Mrd. US-Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 866 Mio. US-Dollar und Erlösen von 9,18 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Gleichzeitig musste Roche im ersten Halbjahr 2011 einen Gewinnrückgang ausweisen. So sanken die Umsatzerlöse auf 21,67 Mrd. Schweizer Franken (CHF). Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 12 Prozent (in CHF), während der Umsatz in Lokalwährungen unverändert blieb. Der Konzerngewinn verschlechterte sich um 5 Prozent (+10 Prozent in Lokalwährungen) auf 5,26 Mrd. CHF. Für das laufende Jahr stellt Roche einen Anstieg des Gewinns je Aktie von rund 10 Prozent (in Lokalwährungen) in Aussicht. Die Aktie notierte 1,3 Prozent fester. Auch im SMI standen die Bankwerte im Fokus. Spitzenreiter war hier die Credit Suisse (+6,1 Prozent).

Iberdrola (Iberdrola) gewannen nach Zahlen zum ersten Halbjahr 3,5 Prozent an Wert. Der Energieversorger konnte mit einem Gewinnanstieg aufwarten. Während der konsolidierte Konzernumsatz im ersten Halbjahr mit 15,55 Mrd. Euro um 1,5 Prozent über dem Vorjahreswert lag, wurde unter dem Strich beim Nettogewinn ein Anstieg auf 1,56 Mrd. Euro (+6,6 Prozent) aus gewiesen. Der um Einmaleffekte bereinigte Nettogewinn verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 9,4 Prozent auf 1,45 Mrd. Euro.

Für eine Enttäuschung sorgte in Schweden Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)). Der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen hat seinen Gewinn im zweiten Quartal zwar deutlich erhöht, was auf eine anhaltend starke Nachfrage nach mobiler Breitband-Ausrüstung zurückzuführen war. Die Erwartungen wurden allerdings verfehlt, was mit Kosten für Stellenstreichungen und einem geringeren Wachstum im Services-Bereich zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 3,12 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), nach 1,88 Mrd. SEK im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 54,77 Mrd. SEK. Analysten waren im Vorfeld von einem Nettogewinn von 3,88 Mrd. SEK und Erlösen von 54,5 Mrd. SEK ausgegangen. Die Titel brachen um 8,8 Prozent ein. Gleichzeitig fuhren Scania (Scania AB (B)) mit einem Abschlag von 4,2 Prozent hinterher. Der Nutzfahrzeughersteller verbesserte im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis. So lag der Umsatz mit 43,67 Mrd. SEK über dem Vorjahreswert von 37,11 Mrd. SEK. Maßgeblich zu dem Umsatzplus von 18 Prozent beigetragen hat dabei die um 42 Prozent auf 40.300 Modelle gestiegene Zahl der Nutzfahrzeugauslieferungen. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 4,95 Mrd. SEK verbucht, nach zuvor 3,80 Mrd. SEK.

In den Niederlanden geben die Papiere des Chemiekonzerns Akzo Nobel um 0,2 Prozent nach. Das Unternehmen musste im zweiten Quartal einen leichten Gewinnrückgang verkraften. Zurückzuführen war dies auf steigende Rohstoffkosten, eine schwankende Nachfrage, Kosten als Folge von wartungsbedingten Ausfällen und einen starken Euro.

In Norwegen rückten Telenor (Telenor ASA) um 3,4 Prozent vor. Die Telefongesellschaft meldete heute, dass sich ihr Gewinn im zweiten Quartal deutlich reduziert hat, was neben einer Sonderbelastung im Berichtszeitraum auf hohe Einmalerträge im Vorjahr zurückzuführen ist. Indes wurde der Ausblick bestätigt.

Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia hat im zweiten Quartal angesichts seiner strategischen Transformation einen Verlust erwirtschaftet. Dabei hatte der Konzern unter deutlich rückläufigen Absatzzahlen zu leiden. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. Demnach belief sich der Nettoverlust nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 368 Mio. Euro bzw. 10 Cent pro Aktie, im Vergleich zu einem Gewinn von 227 Mio. Euro bzw. 6 Cent pro Aktie im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld jedoch von einem deutlich höheren Verlust ausgegangen. Bereinigt um Einmaleffekte lag das jüngste Ergebnis bei 6 Cent (Vorjahr: 11 Cent) pro Aktie. Der Umsatz fiel um 7 Prozent auf 9,28 Mrd. Euro. Der operative Gewinn vor Einmaleffekten sank um 41 Prozent auf 391 Mio. Euro. Die Aktie von Nokia gewann heute 5,6 Prozent.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.763,34 (+2,13 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.553,33 (+1,07 Prozent) EURONEXT 100: 687,21 (+1,73 Prozent) FTSE 100 (London): 5.899,89 (+0,79 Prozent) CAC40 (Paris): 3.816,75 (+1,66 Prozent) MIB (Mailand): 19.490,76 (+3,76 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.017,60 (+2,93 Prozent) SMI (Zürich): 6.042,06 (+1,27 Prozent) ATX (Wien): 2.685,17 (+2,05 Prozent) (21.07.2011/ac/n/m)

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