Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes konnten am Donnerstag mit deutlichen Zugewinnen aus dem Handel gehen. Dabei hob die Zustimmung des griechischen Parlaments zum Sparpaket die Stimmung. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 1,64 Prozent auf 2.848,53 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich um 1,14 Prozent auf 2.561,37 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legte um 1,39 Prozent zu auf 704,54 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Plus.
Die Verbraucherpreise sind im Juni 2011 mit unverändertem Tempo angestiegen, teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat heute in ihrer Vorabschätzung zur Inflationsentwicklung in der Eurozone mit. So verharrte die jährliche Inflationsrate bei 2,7 Prozent, während sie im Vormonat schon bei 2,7 Prozent gelegen hatte.
Lloyds Banking (Lloyds Banking Group) schossen als bester Wert im FTSE 100 um 9,7 Prozent nach oben, nachdem man heute ein groß angelegtes Restrukturierungsprogramm angekündigt hat. So will man bis zum Jahr 2014 insgesamt rund 15.000 Stellen abbauen. Dies soll durch eine Vereinfachung der Konzernstruktur, Einschnitte in der Verwaltung und eine Reorganisation der Konzern-IT erreicht werden. Außerdem will sich der Finanzkonzern verstärkt auf das Inlandsgeschäft konzentrieren und kündigte in diesem Zusammenhang bis zum Jahr 2014 den Rückzug aus mehr als der Hälfte seiner insgesamt 30 Auslandsmärkte an. Dadurch erhofft sich Lloyds Banking bis 2014 zusätzliche Einsparungen in Höhe von jährlich 1,5 Mrd. Britische Pfund (GBP). Im Zuge der Umsetzung der großangelegten Restrukturierung geht der Bankkonzern von Kosten in Höhe von 2,3 Mrd. GBP aus. Daneben rangierten Royal Bank of Scotland mit einem Aufschlag von 4,6 Prozent auf dem dritten Platz. Gleichzeitig verschlechterten sich am Indexende Petrofac um 2 Prozent. Der Börsenbetreiber London Stock Exchange (LSE) hat indes die Fusionsvereinbarung mit dem kanadischen Börsenbetreiber TMX Group aufgekündigt. Die Aktie der LSE verbesserte sich daraufhin um 11 Prozent.
Die französischen Erzeugerpreise sind im Mai 2011 nach Angaben der Statistikbehörde Insee gefallen. Binnen Monatsfrist gingen die Erzeugerpreise um 0,5 Prozent zurück, gegenüber einer Preiserhöhung um 0,8 Prozent im April. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Erzeugerpreise um 6,0 Prozent. Indes hat der private Konsum in Frankreich im Mai 2011 nachgelassen. Im Vormonatsvergleich sanken die Verbraucherausgaben um 0,8 Prozent. Für April war sogar ein Rückgang von revidiert 1,4 (vorläufig: 1,8) Prozent ausgewiesen worden. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich der private Verbrauch um 1,8 Prozent. EADS rückten um 1,1 Prozent vor. Die zum Luft- und Raumfahrtkonzern gehörende Tochter Airbus steht einem Pressebericht zufolge möglicherweise vor einem Großauftrag. So kämpft man dem Bericht zufolge mit Boeing um einen Großauftrag der zu AMR gehörenden Fluggesellschaft American Airlines. Dem Bericht zufolge will American Airlines 38 Prozent seiner Flotte ersetzen und plant demnach den Kauf von mindestens 250 neuen Maschinen. Der Großauftrag hat laut der Wirtschaftszeitung ein Gesamtvolumen von rund 15 Mrd. US-Dollar. Wie ferner bereits gestern bekannt gegeben wurde, hat Sanofi mit dem Weill Cornell Medical College eine Zusammenarbeit vereinbart. Mit der Kooperation wird das Ziel verfolgt, neue Antiinfektiva zu identifizieren. Für die Aktie des Pharmakonzerns geht es um 1,8 Prozent nach oben. An der Spitze des CAC 40 konnten sich die Papiere von Natixis mit einem Aufschlag von 3,2 Prozent halten, während am Indexende Danone mit einem Abschlag von 0,5 Prozent aus dem Handel gingen.
Akzo Nobel will sich durch einen Zukauf verstärken. So hat der Chemiekonzern eine Vereinbarung zur Übernahme der Schramm Holding AG geschlossen. Außerdem wird Akzo Nobel den Angaben zufolge die Lackaktivitäten des größten Aktionärs der Schramm Holding, der koreanischen SSCP, übernehmen. Bei der Schramm Holding handelt es sich um einen Hersteller von hochmodernen, gezielt auf ausgerichteten und spezifisch auf Kundenanforderungen zugeschnittenen Lacksystemen. Im Fiskaljahr 2010 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 115 Mio. Euro und ein EBITDA von 13,3 Mio. Euro. In diesem Zusammenhang hat Akzo Nobel eine Übernahmeofferte im Gesamtwert von umgerechnet rund 142 Mio. Euro für die Schramm Holding angekündigt. Das Papier verschlechterte sich um 0,2 Prozent.
Barry Callebaut (Barry Callebaut) legten in der Schweiz im breiten Markt um 0,2 Prozent zu. Der Schokoladenhersteller konnte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010/11 per 31. Mai 2011 erneut ein mehr als doppelt so starkes wachsen wie der globale Schokoladenmarkt. So erhöhte sich die Verkaufsmenge im Rahmen der Wachstumsziele und stieg um 7,3 Prozent auf 1,046,141 Tonnen. Der Umsatz wuchs in Lokalwährungen um 12,5 Prozent auf 3,99 Mrd. Schweizer Franken (CHF). In Berichtswährung wurde ein Umsatzplus von 1,6 Prozent ausgewiesen. Im SMI standen Lonza (+5,5 Prozent) unangefochten an der Spitze. Verlierer gab es indes keine. Die geringsten Zuwächse meldete Roche (+0,5 Prozent).
Der Anstieg der spanischen Verbraucherpreise hat sich im Juni 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE verlangsamt. So verringerte die jährliche Inflationsrate auf 3,2 Prozent, nachdem sie im Mai noch bei 3,5 Prozent gelegen hatte.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.848,53 (+1,64 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.561,37 (+1,14 Prozent) EURONEXT 100: 704,54 (+1,39 Prozent) FTSE 100 (London): 5.945,71 (+1,53 Prozent) CAC40 (Paris): 3.982,21 (+1,48 Prozent) MIB (Mailand): 20.186,94 (+1,62 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.359,90 (+2,13 Prozent) SMI (Zürich): 6.187,07 (+1,40 Prozent) ATX (Wien): 2.766,73 (+1,54 Prozent) (30.06.2011/ac/n/m)