Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen zeigten sich am Donnerstag von ihrer freundlichen Seite. Neben zahlreichen Unternehmensbilanzen sorgte auch die Entscheidung der Fed, Staatsanleihen im Umfang von bis zu 600 Mrd. Dollar zur Ankurbelung der Wirtschaft zu kaufen, für Treibstoff. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann am Ende 1,90 Prozent auf 2.884,21 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verteuerte sich um 1,71 Prozent auf 2.590,70 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 stieg indes um 1,70 Prozent auf 705,75 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten ebenfalls sehr freundlich.
Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone notiert in der zweiten Veröffentlichung für Oktober insgesamt bei 53,8. Im Vormonat hatte er bei 54,1 gelegen. Ferner notiert der Dienstleistungsindex für die Eurozone in der zweiten Veröffentlichung für September bei 53,3. Damit wurde die offizielle Vorabschätzung von 53,4 nach unten revidiert. Im Vormonat hatte der Index bezüglich der Dienstleistungen noch bei 54,1 gestanden. Ferner hat die Europäische Zentralbank die Zinsen erwartungsgemäß unverändert bei 1,0 Prozent belassen. Auch die Bank of England drehte nicht an der Zinsschraube.
Im Mittelpunkt stand heute in Frankreich der Quartalsausweis der Großbank BNP Paribas . Dabei konnte der Gewinn im dritten Quartal um 46 Prozent gesteigert werden. Zurückzuführen war dies vor allem auf deutlich geringere Rückstellungen für Kreditausfälle. Die Erwartungen konnten damit geschlagen werden. Der Nettogewinn belief sich nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 1,91 Mrd. Euro, nach 1,31 Mrd. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,75 Mrd. Euro ausgegangen. Die Aktie rückte um 3,7 Prozent vor. Ferner verteuerten sich Société Générale um 5,7 Prozent. Auch Crédit Agricole waren mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent im Vorderfeld zu finden. Tagesgewinner war aber Lafarge mit einem Plus von 5,7 Prozent. Hier sorgten die guten Zahlen des Wettbewerbers HeidelbergCement für Kauflaune. Zudem konnte der Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent im dritten Quartal dank verbesserter Umsatzerlöse einen Ergebnisanstieg ausweisen. So erhöhte sich der Umsatz von zuvor 3,69 Mrd. Euro auf jetzt 4,07 Mrd. Euro. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 25 Mio. Euro ausgewiesen, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Nettoverlust von 182 Mio. Euro verzeichnet hatte. Das Papier gab als schwächster Wert im CAC 40 um 8,7 Prozent nach. Alstom verloren 2 Prozent. Das Unternehmen gab bekannt, dass sein Gewinn im ersten Halbjahr um 29 Prozent gesunken ist, was auf eine Sonderbelastung in Zusammenhang mit der Übernahme der Energieübertragungsaktivitäten von AREVA T&D sowie auf höhere Restrukturierungsbelastungen zurückzuführen war. Die Erwartungen wurden damit verfehlt.
Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever (Unilever) konnte seinen Gewinn im dritten Quartal wegen einer stärkeren Nachfrage in Westeuropa um 19 Prozent steigern. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen stieg um 0,20 Mrd. Euro auf 1,25 Mrd. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,18 Mrd. Euro ausgegangen. Die Aktie verteuerte sich um 5,1 Prozent. An der Indexspitze im FTSE 100 gewannen MAN Group 13,4 Prozent hinzu, während sich am Ende Rolls Royce um 6,8 Prozent verbilligten. Ferner konnte die Billigfluglinie easyJet im Oktober einen Passagieranstieg ausweisen. Die Aktie gewann im breiten Markt 3,4 Prozent hinzu.
Nachrichten gab es am Morgen auch aus der Schweiz. Der Versicherungskonzern Zurich Financial Services (Zurich Financial Services (N) (Zuerich)) gab am Donnerstag bekannt, dass er in den ersten neun Monaten 2010 einen Gewinnrückgang um 18 Prozent verbuchen musste. Dabei beinhaltet das Ergebnis, wie bereits im Rahmen der Halbjahresberichterstattung vermeldet, eine Belastung in Höhe von 330 Mio. Dollar (vor Steuern) aus höheren Rückstellungen für Bankkredit-Ausfälle. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn sank von 2,94 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 2,39 Mrd. Dollar. Der Schein gab als schwächster Wert im SMI um 1,5 Prozent nach. An der Indexspitze notiert Swiss Re (Schweizerische Rueckversicherungs-Gesellschaft) mit einem Aufschlag von 6,4 Prozent. Der Rückversicherer konnte den Gewinn im dritten Quartal nahezu verdoppeln. Zudem einigte man sich per 3. November 2010 über die Rückzahlung einer an die Berkshire Hathaway (Berkshire Hathawa a), das US-Konglomerat des Milliardärs Warren Buffett, emittierten Wandelanleihe. Ferner verteuerten sich Julius Bär (Julius Baer Gruppe) um 2,5 Prozent. Das Unternehmen gab bekannt, dass die Bank Julius Bär & Co. AG eine Banklizenz von der Hong Kong Monetary Authority (HKMA) erhalten hat.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.884,21 (+1,90 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.590,70 (+1,71 Prozent) EURONEXT 100: 705,75 (+1,70 Prozent) FTSE 100 (London): 5.862,79 (+1,98 Prozent) CAC40 (Paris): 3.916,78 (+1,92 Prozent) MIB (Mailand): 21.469,19 (+1,36 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.602,80 (+0,32 Prozent) SMI (Zürich): 6.595,64 (+1,27 Prozent) ATX (Wien): 2.721,31 (+1,80 Prozent) (04.11.2010/ac/n/m)