Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen konnten zum Start in die neue Handelswoche kräftig zulegen. Dabei profitierten die Märkte von ersten Zeichen der Entspannung rund um das japanische Atomkraftwerk Fukushima. Telekommunikationstitel wurden derweil von der Deutschen Telekom angetrieben. Die Lage in Libyen trieb zwar den Ölpreis an, spielte aber an den Märkten nur eine geringe Rolle. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 2,44 Prozent auf 2.860,81 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 kletterte indes 1,87 Prozent nach oben auf 2.554,63 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legte um 2,34 Prozent zu auf 699,59 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten ebenfalls deutlich im Plus.
Im Dow Jones EURO STOXX 50 setzte sich heute die Aktie der Deutschen Telekom mit weitem Abstand an die Spitze. Der Telekommunikationskonzern hat sich von seiner US-Mobilfunksparte getrennt. Wie aus einer am Sonntag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde die Sparte T-Mobile USA an den US-Wettbewerber AT&T (AT&T) zu einem Preis von 39 Mrd. US-Dollar verkauft. Dabei erhält die Deutsche Telekom 25 Mrd. US-Dollar in bar und AT&T-Anteilsscheine im Gesamtwert von 14 Mrd. US-Dollar. Ferner hat AT&T hat das Recht, bei einer entsprechenden Reduzierung der Aktienkomponente den Baranteil um bis zu 4,2 Mrd. US-Dollar zu erhöhen. Die Aktie der Deutschen Telekom rauschte um rund 10 Prozent nach oben.
In Großbritannien standen die Papiere des Spirituosenherstellers Diageo im Blick. Das Unternehmen zieht Presseangaben zufolge ein Übernahmeangebot im Volumen von 1,2 Mrd. Britischen Pfund für die Tequila-Marke Jose Cuervo in Betracht. Weitere Interessenten für Jose Cuervo könnten dem Bericht zufolge Bacardi, der französische Likör- und Spirituosenhersteller Pernod Ricard sowie der amerikanische Spirituosenhersteller Brown-Forman (Brown-Forman a) sein. Die Aktie von Diageo rückte um 0,6 Prozent vor. Als bester Wert im FTSE 100 legten Invensys um 5,1 Prozent zu, während hinten Essar Energy 7,3 Prozent an Wert verloren.
Wie bereits gestern bekannt gegeben wurde, hat Sanofi-Aventis von der Europäischen Kommission die Zulassung für JEVTANA für die Second-line-Therapie von fortgeschrittenem Prostatakrebs erhalten. Die Aktie des Pharmakonzerns kletterte um 1,9 Prozent. Im CAC 40 setzten sich EDF mit einem Zugewinn von 5,2 Prozent an die Indexspitze. Auf Platz zwei standen AXA mit einem Aufschlag von 3,7 Prozent, während sich Société Générale ebenfalls überdurchschnittlich um 3,6 Prozent verteuern. Auch France Telecom konnten 3,5 Prozent zulegen. Am Ende des Index standen Peugeot mit leichten Zugewinnen.
Die Swiss Re (Schweizerische Rueckversicherungs-Gesellschaft) geht in Zusammenhang mit der verheerenden Naturkatastrophe in Japan von einer milliardenschweren Schadensbelastung aus. So rechnet man in Zusammenhang mit dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan nach Abzug von Retrozession und vor Steuern mit eigenen Schadensbelastungen in Höhe von 1,2 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig sind den Angaben zufolge die Unsicherheiten bei dieser Schätzung "sehr groß", da sich die Berechnung der Schäden angesichts der weiterhin unsicheren Lage besonders schwierig gestaltet. Der Titel legte um 1,7 Prozent zu. Im SMI kletterte SGS als bester Wert um 4,3 Prozent nach oben. Auch in Zürich notierten alle Werte in der Gewinnzone. Der letzte Platz wurde dabei von Synthes mit einem Zugewinn von 0,4 Prozent eingenommen. Papiere von Sika zogen im breiten Markt um 2,6 Prozent an. Der Konzern hat seine Expansion im Geschäft für Betonzusatzmittel in China mit einem Zukauf fortgesetzt. So hat Sika über die chinesische Tochter Sika (China) Ltd. eine Mehrheitsbeteiligung an der Hebei Jiuqiang Construction Material Co. Ltd. erworben. Bei der chinesischen Gesellschaft handelt es sich um einen führenden Anbieter von Betonzusatzmitteln in Nordchina. Hebei Jiuqiang Construction Material hat 300 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2010 einem Umsatz in der Höhe von umgerechnet ca. 33 Mio. Schweizer Franken (CHF).
Aktien der Telekom Austria gewannen in Wien 1,3 Prozent. Der Konzern will seine Auslandsexpansion fortsetzen und hat dazu ein Übernahmeangebot für eine Mehrheitsbeteiligung am serbischen Wettbewerber Telekom Srbija a.d. abgegeben. Größter Gewinner im ATX war Strabag (+6,0 Prozent), während am Ende Verbund 1,6 Prozent verloren.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.860,81 (+2,44 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.554,63 (+1,87 Prozent) EURONEXT 100: 699,59 (+2,34 Prozent) FTSE 100 (London): 5.786,09 (+1,19 Prozent) CAC40 (Paris): 3.904,45 (+2,47 Prozent) MIB (Mailand): 21.527,11 (+1,56 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.574,40 (+2,38 Prozent) SMI (Zürich): 6.223,91 (+2,06 Prozent) ATX (Wien): 2.826,91 (+1,35 Prozent) (21.03.2011/ac/n/m)