Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen sind heute mehrheitlich mit Kursgewinnen aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 gewann 0,86 Prozent auf 2.881,01 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 konnte 0,19 Prozent auf 2.494,35 Zähler zulegen, während der in Paris berechnete EURONEXT 100 0,83 Prozent auf 662,63 Indexpunkte vorrückte.
Laut einer Mitteilung des ifo Institut für Wirtschaftsforschung ist der ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum im vierten Quartal kräftig angezogen. Demnach erhöhte sich der Geschäftsklimaindex auf 74,6 Punkte. Im Vorquartal hatte der Index nur bei 63,6 Zählern und im Vorjahresquartal bei 50,9 Punkten gelegen. Damit hat sich das ifo Wirtschaftsklima für den Euroraum zum dritten Mal in Folge verbessert.
Crédit Agricole (Crédit Agricole) legten im CAC40 in Paris 5,59 Prozent zu. Die zweitgrößte französische Bankgesellschaft meldete am Vorabend, dass sie im dritten Quartal einen Gewinnrückgang um 21 Prozent auf 289 Mio. Euro verbuchen musste. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 128 Mio. Euro ausgegangen. Die Erträge (Net Banking Income) stiegen um 20,7 Prozent auf 4,83 Mrd. Euro. Wie das Kreditinstitut weiter mitteilte, wird CEO Georges Pauget zum 1. März 2010 von seinem Amt zurücktreten. Zu seinem Nachfolger wurde Jean-Paul Chifflet ernannt. EADS gaben als schwächster Wert im CAC40 2,15 Prozent ab.
UniCredit (UniCredito Italiano) verloren im MIB 0,60 Prozent. Die italienische Großbank hatte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres unter den Auswirkungen der Finanzkrise zu leiden und musste einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Angesichts der deutlich höheren Einmalbelastungen in Zusammenhang mit Sonderabschreibungen und Rückstellungen für faule Kredite verringerte sich der Vorsteuergewinn auf 2,68 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,62 Mrd. Euro). Dank der erfolgreich umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen und einem deutlich verbesserten Handelsergebnis verzeichnete man beim operativen Ergebnis einen Anstieg auf 9,61 Mrd. Euro, nach 8,26 Mrd. Euro im Vorjahr.
ING Groep (ING Groep) preschten in Amsterdam im AEX um 6,60 Prozent vor. Der niederländische Allfinanzkonzern konnte im dritten Quartal überraschend in die Gewinnzone zurückkehren. Der Nettogewinn belief sich auf 499 Mio. Euro, nach einem Nettoverlust von 478 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Insgesamt habe man von einer deutlichen Stabilisierung der Rahmenbedingungen an den internationalen Finanzmärkten profitieren können. Reed Elsevier (Reed Elsevier) sackten dagegen um mehr als 4 Prozent ab. Der Verlagskonzern gab zuvor einen Wechsel an der Konzernspitze bekannt. Demnach habe der bislang amtierende CEO Ian Smith sein Amt überraschend niedergelegt. Als Nachfolger von Smith als CEO des Gesamtkonzerns wurde mit sofortiger Wirkung Erik Engstrom berufen.
Swiss Life (Swiss Life) stachen im SMI mit einem Plus von gut 6 Prozent hervor. Wie der Lebensversicherer bekannt gab, hat er im dritten Quartal ein Prämienwachstum erzielt. Gleichzeitig konnten die operativen Kosten gesenkt werden. Um 3,66 Prozent nach oben ging es für Holcim . Der Zementhersteller hat im dritten Quartal einen Gewinn auf Vorjahresniveau erzielt und die Erwartungen übertroffen. Daneben konnte die Telefongesellschaft Swisscom ihren Reingewinn in den ersten neun Monaten um 16,6 Prozent steigern. Der Wert gewannt fast 1 Prozent. Der Hardware-Hersteller Logitech (Logitech International SA) wird das in Austin (Texas) ansässige US-Unternehmen LifeSize Communications für 405 Mio. Dollar in bar übernehmen. Den Angaben zufolge ist LifeSize weltweit führend bei High Definition (HD) Videokommunikations-Lösungen, mit mehr als 9.000 Video Conferencing-Kunden in 80 Ländern. Logitech legten im SLI 0,66 Prozent zu.
In London standen Rohstoffwerte hoch im Kurs. Unter anderem gewannen Randgold 6,14 Prozent, Fresnillo 5,88 Prozent und Rio Tinto 2,46 Prozent. Titel der Supermarktkette J. Sainsbury (J Sainsbury), die im ersten Halbjahr einen Ergebnisanstieg vorweisen konnte, lagen mit gut 3 Prozent vorne. International Power klettern um 2,76 Prozent, nachdem der Energieversorger seine Prognose angehoben hat. Anteile des Mitbewerbers Scottish and Southern Energy , der im ersten Halbjahr einen kräftigen Ergebnisanstieg vorweisen konnte und im Anschluss eine Dividendenerhöhung angekündigt hat, verloren indes 0,65 Prozent.
Die Aktie der UNIQA Versicherungen AG (UNIQA Group Austria) legte in Wien 0,29 Prozent zu. Das Unternehmen gab am Mittwoch bekannt, dass es weitere rund 23 Prozent des Aktienkapitals der albanischen Sigal Versicherung von anderen Aktionären übernehmen und damit den Anteil am albanischen Marktführer und dessen Tochterunternehmen im Kosovo und in Mazedonien auf rund 68,7 Prozent erhöhen wird. Laut UNIQA hat man sich bereits bei Beginn der Kooperation mit der Sigal im Jahr 2007 Optionen für den Mehrheitserwerb gesichert.
Morgen legt die Telekom Austria die Zahlen für die ersten neun Monate 2009 vor, während von Repsol die Quartalszahlen zu erwarten sind. In Frankreich präsentieren Vivendi um 17 Uhr 40 ebenfalls die Resultate des letzten Quartals.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.881,01 (+0,86 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.494,35 (+0,19 Prozent) EURONEXT 100: 662,63 (+0,83 Prozent) FTSE 100 (London): 5.266,75 (+0,69 Prozent) CAC40 (Paris): 3.814,39 (+0,76 Prozent) MIB (Mailand): 23.266,60 (+1,10 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 11.801,40 (-0,11 Prozent) SMI (Zürich): 6.374,70 (+0,09 Prozent) ATX (Wien): 2.592,77 (-0,04 Prozent) (11.11.2009/ac/n/m)