27.11.2012 19:50
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Börsen in Europa Schluss: Leichte Gewinne, Einigung für weitere Griechenland-Hilfe im Fokus

Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Indizes haben sich am Dienstag mit leichten Zugewinnen aus dem Handel verabschiedet. Ihre zwischenzeitlichen Gewinne nach der Einigung auf eine weitere Kredittranche für Griechenland konnten die Indizes aber nicht ins Ziel bringen. Der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verzeichnete letztlich ein kleines Plus von 0,04 Prozent auf 2.543,45 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich um 0,21 Prozent auf 2.528,41 Zähler.

Die europäischen Länderbörsen schlossen ebenfalls größtenteils knapp über ihren Vortagesständen. Lediglich der italienische MIB ging mit einem Abschlag von 0,3 Prozent schwächer in den Feierabend.

Die Finanzminister der Eurozone, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) - die so genannte Troika - haben sich heute Morgen nach stundenlangen Verhandlungen auf die Gewährung einer weiteren Kredittranche für Griechenland geeinigt. Damit ist der Weg frei für weitere dringend benötigte Finanzhilfen in Höhe von 43,7 Mrd. Euro für das akut von der Pleite bedrohte Euro-Mitglied. Dabei sollen noch im Dezember 2012 10,6 Mrd. Euro für den griechischen Haushalt und 23,8 Mrd. Euro zur Stützung der griechischen Banken durch den Rettungsfonds ESFS ausbezahlt werden. Der Restbetrag soll in drei Tranchen im ersten Quartal 2013 an Griechenland überwiesen werden, wobei diese Zahlungen von der Umsetzung der mit der Troika ausgehandelten Bedingungen (inklusive einer für Januar 2013 vorgesehenen Steuerreform in Griechenland) abhängen. Die formale Bewilligung der Milliardenhilfen soll den Angaben zufolge bis zum 13. Dezember 2012 erfolgen. Das von der Troika beschlossene Maßnahmenpaket sieht daneben u. a. eine Verlängerung der Kreditlaufzeiten sowie eine Verringerung der Zinslast vor.

Das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Dies teilte National Statistics in einer zweiten Schätzung mit. Im Vergleich zum Vorquartal wuchs das BIP - wie vorläufig gemeldet - um 1,0 Prozent, gegenüber einem Minus von 0,4 Prozent im zweiten Quartal und einem Rückgang um 0,3 Prozent im ersten Quartal. Mit diesem jüngsten Zuwachs verlässt Großbritannien die Rezession. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent zurück. Der britische Dienstleistungsindex ist derweil im September gesunken. Auf Monatssicht reduzierte sich der Index um 0,5 Prozent, gegenüber einem Anstieg um 1,0 Prozent im August. Ferner stieg der Dienstleistungsindex gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 Prozent, während er im August um 1,7 Prozent angewachsen war.

Severn Trent (Severn Trent) verbilligten sich um 0,1 Prozent. Der Wasserversorger legte beim Gewinn im ersten Halbjahr deutlich zu, was u.a. mit Einmalbelastungen im Vorjahr zusammenhängt. Der Umsatz stieg indes leicht. Der Ausblick wurde bestätigt.

Vienna Insurance Group (Vienna Insurance Group) rückten um 0,6 Prozent vor. Der Versicherungskonzern steigerte in den ersten drei Quartalen seinen Gewinn. Sehr positiv entwickelten sich daneben auch die Prämieneinnahmen. Sehr stark präsentierten sich dabei die Märkte in der CEE-Region. Die Combined Ratio des Konzerns nach Rückversicherung (ohne Berücksichtigung von Veranlagungserträgen) lag trotz starker Belastungen durch Unwetterschäden bei sehr guten 96,9 Prozent (Vorjahreswert: 97,2 Prozent). Unterdessen hat das österreichische Kartellgericht die Übernahme der YESSS! Telekommunikation GmbH (YESSS!) durch Telekom Austria ohne Auflagen gebilligt. Die Papiere des Telekommunikationskonzerns verschlechterten sich als Schlusslicht im ATX um 3,9 Prozent.

Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im November nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Insee stabilisiert. So verharrte der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft bei 84 Zählern, nachdem für Oktober ebenfalls ein Indexstand von 84 Punkten ermittelt worden war. Zuvor hatte es fünf Rückgänge in Folge gegeben.

Remy Cointreau hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr angesichts eines starken Umsatzwachstums deutlich verbessert. Auf bereinigter Basis konnte der Gewinn ebenfalls klar zulegen. Der Umsatz wurde um mehr als ein Viertel gesteigert. Den Angaben zufolge profitierte Remy Cointreau im Berichtszeitraum von einer starken Entwicklung in allen Regionen, vor allem in Asien und den USA. Für das zweite Halbjahr erwartet der Spirituosenhersteller zwar ein etwas moderateres Wachstum, geht jedoch weiterhin davon aus, im Gesamtjahr ein deutlich höheres Ergebnis als im Vorjahr generieren zu können. Der Titel schießt im breiten Markt um 7,8 Prozent nach oben.

Carrefour (Carrefour) konnte derweil Presseangaben zufolge zuletzt eine Erholung seiner China-Umsätze verzeichnen. Die Aktie des Handelskonzerns stieg um 1,3 Prozent. Im CAC 40 verteuerten sich STMicroelectronics auf Platz eins der Gewinnerliste um 2,7 Prozent, während die rote Laterne von France Télécom mit einem Minus von 2,0 Prozent gehalten wurde.

Die Aktie von Credit Suisse (Credit Suisse Group (CS Group) (N)) legte um 1,4 Prozent zu und war damit der größte Gewinner im Schweizer SMI. Die Großbank will einem Medienbericht zufolge im Rahmen des laufenden Sparprogramms rund 100 Stellen in Großbritannien streichen. ABB hat derweil einen Großauftrag aus China erhalten. So wurde der Energie- und Automationstechnikspezialist mit der Lieferung von Stromrichttransformatoren und Komponenten für die Ultrahochspannungs-Gleichstromübertragungsleitung (UHVDC) zwischen Hami und Zhengzhou in China beauftragt. Das Auftragsvolumen wurde auf rund 100 Mio. US-Dollar beziffert. Die Aktie rückte um 0,4 Prozent vor.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.543,45 (+0,04 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.528,41 (+0,21 Prozent) FTSE 100 (London): 5.799,71 (+0,22 Prozent) CAC40 (Paris): 3.502,13 (+0,03 Prozent) MIB (Mailand): 15.479,81 (-0,26 Prozent) SMI (Zürich): 6.711,71 (+0,45 Prozent) ATX (Wien): 2.261,82 (+0,75 Prozent) (27.11.2012/ac/n/m)

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