Paris (aktiencheck.de AG) - An den europäischen Börsen setzte sich das richtungslose Auf und Ab auch zur Wochenmitte fort. Nachdem die Indizes zwischenzeitlich in den grünen Bereich vorgedrungen waren, gingen sie schließlich doch mit Verlusten aus dem Handel. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 0,35 Prozent auf 2.935,11 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab um 0,66 Prozent auf 2.637,26 Zähler nach. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 büßte 0,31 Prozent auf 717,87 Stellen ein.
Die europäischen Länderbörsen verzeichneten ebenfalls fast durchweg Einbußen. Lediglich der italienische MIB mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent und der österreichische ATX mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent konnten sich in den grünen Bereich retten.
Das Leistungsbilanzdefizit der EU27 hat sich im vierten Quartal 2010 vergrößert. Dies teilte das europäische Statistikamt am Mittwoch auf Basis vorläufiger Daten mit. So erhöhte sich das Defizit auf 30,4 Mrd. Euro, nach Passivsalden von 19,7 Mrd. Euro im dritten Quartal 2010 und 4,9 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Für die Eurozone wurde ein Leistungsbilanzdefizit in Höhe von 7,6 Mrd. Euro ausgewiesen. Im vorangegangenen Quartal war ein Minus von 8,3 Mrd. Euro und im vierten Quartal 2009 ein Überschuss in Höhe von 11,7 Mrd. Euro verzeichnet worden.
Der französische Medienkonzern Lagardère S.C.A. (Lagardere SCA) hat am Mittwoch nach Handelsende Zahlen für das Geschäftsjahr 2010 veröffentlicht. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 0,9 Prozent auf 7,966 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Basis gingen die Erlöse dagegen um 1,8 Prozent zurück. Das Betriebsergebnis EBIT verbesserte sich um 1 Prozent auf 468 Mio. Euro. Auf Basis konstanter Währungen ergab sich dagegen ein Rückgang um 2,3 Prozent. Der um Einmaleffekte bereinigte Nettogewinn stieg von 262 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum um 8,4 Prozent auf nun 284 Mio. Euro. Die Aktie von Lagardère schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent.
Zu den Gewinnern im französischen CAC40 zählten Anteile von EADS mit einem Plus von 1,1 Prozent. Der Luft- und Raumfahrtkonzern konnte im Geschäftsjahr 2010 sowohl Umsatz als auch Ergebnis deutlich verbessern. Zudem wurde die Rückkehr zur Dividendenzahlung beschlossen. Für 2011 erwartet man ein stabiles Ergebnis. An der Indexspitze standen Michelin mit einem Plus von 2,0 Prozent. Am Ende der Kursliste verloren Papiere von Cap Gemini 2,8 Prozent.
Papiere von Sanofi-Aventis gaben um 0,5 Prozent nach. Der Pharmakonzern meldete, dass er und die Weltgesundheitsorganisation WHO ein Abkommen unterzeichnet haben, wonach das langjährige gemeinsame Engagement zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten um weitere fünf Jahre fortgesetzt wird. Den Angaben zufolge spendet das Unternehmen im Rahmen des Abkommens 25 Mio. US-Dollar.
Papiere von JCDecaux büßten 1,3 Prozent ein. Der Werbekonzern hat im Geschäftsjahr 2010 Umsatz und Ergebnis gesteigert. So wuchs der Konzernumsatz um 22,5 Prozent auf 2,35 Mrd. Euro, während sich der Nettogewinn auf 173,3 Mio. Euro versiebenfachte. Auf der nächsten Jahreshauptversammlung wird der Vorstand allerdings vorschlagen, keine Dividende für das Geschäftsjahr 2010 auszuzahlen.
Im britischen FTSE 100 standen Papiere von Tullow Oil mit einem Abschlag von 3,2 Prozent am Indexende. Der britische Ölkonzern teilte mit, dass sich sein Gewinn im Geschäftsjahr 2010 mehr als verdoppelt hat, was mit höheren Öl- und Gaspreisen zusammenhängt. Auch für 2011 gibt sich der Konzern zuversichtlich. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Den Angaben zufolge belief sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 54 Mio. US-Dollar, nach 25,2 Mio. US-Dollar im Vorjahr.
An der Indexspitze lag die Aktie von Prudential mit einem deutlichen Kursplus von 4,9 Prozent. Der Versicherungskonzern meldete am Mittwoch, dass er im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Gewinn mehr als verdoppeln konnte. Der Nettogewinn vor Minderheitsanteilen kletterte demnach in 2010 auf 1,44 Mrd. Britische Pfund (GBP), nach 677 Mio. GBP im Vorjahr.
Die schweizerischen Verbraucherpreise haben sich im Februar 2011 mit beschleunigtem Tempo erhöht. Dies teilte das Schweizer Bundesamt für Statistik BfS am Mittwoch mit. So kletterten die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5 Prozent, während sie im Januar 2011 um 0,3 Prozent und im Februar 2010 um 0,9 Prozent zugelegt hatten. An der schweizerischen Börse gab SMI-Index 0,99 Prozent auf 6.446,60 Zähler nach.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.935,11 (-0,35 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.637,26 (-0,66 Prozent) EURONEXT 100: 717,87 (-0,31 Prozent) FTSE 100 (London): 5.937,30 (-0,63 Prozent) CAC40 (Paris): 3.993,81 (-0,55 Prozent) MIB (Mailand): 22.442,72 (+0,40 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.559,50 (-0,09 Prozent) SMI (Zürich): 6.446,60 (-0,99 Prozent) ATX (Wien): 2.827,36 (+0,10 Prozent) (09.03.2011/ac/n/m)