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19.04.2011 19:52

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Börsen in Europa-Schluss: Leichte Zugewinne, Luxusgüterhersteller gesucht

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Paris (aktiencheck.de AG) - Nachdem es gestern vor allem wegen der Abstufung des Ausblicks für das US-Kreditrating durch die Ratingagentur S&P zu deutlichen Verlusten gekommen war, konnten sich die wichtigsten europäischen Börsen am Dienstag wieder etwas erholen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 0,34 Prozent auf 2.857,61 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legte um 0,32 Prozent zu auf 2.570,45 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verbesserte sich um 0,78 Prozent auf 700,62 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Plus.

Die Leistungsbilanz der Eurozone hat nach Angaben der europäischen Zentralbank (EZB) im Februar 2011 mit einem größeren Defizit abgeschlossen. So erhöhte sich der saisonbereinigte Passivsaldo auf 7,2 Mrd. Euro, nach einem Passivsaldo von 5,6 Mrd. Euro im Januar. In der wichtigsten Teilbilanz, der Handelsbilanz, wuchs das Defizit auf 2,3 Mrd. Euro, nach 1,8 Mrd. Euro im Januar. Dagegen sank der Überschuss bei den Dienstleistungen auf 3,3 Mrd. Euro, nach 4,2 Mrd. Euro im Vormonat. Indes hat die Leistungsbilanz der EU27 das vierte Quartal 2010 mit einem höheren Passivsaldo abgeschlossen. Nach revidierten Angaben wuchs das Defizit auf 18,2 Mrd. Euro, nach Passivsalden von 15,5 Mrd. Euro im Vorquartal und 4,8 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Des Weiteren hat die saisonbereinigte Produktion im europäischen Baugewerbe im Februar 2011 nach einer ersten Schätzung der EU-Statistikbehörde Eurostat zugelegt. Auf Monatssicht sank der Output der Baubranche im Euroraum (ER17) um 0,7 Prozent, wogegen in der EU27 ein Anstieg um 0,7 Prozent verzeichnet wurde. Im Januar hatte die Produktion um 3,6 bzw. 1,0 Prozent zugenommen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat zog die Produktion in der Eurozone um 3,5 Prozent und in der EU27 um 2,9 Prozent an. Die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) in Brüssel veröffentlichte derweil für März 2011 einen erneuten Rückgang bei den Auto-Neuzulassungen in der Europäischen Union (EU27). So verringerte sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen binnen Jahresfrist um 5,0 Prozent auf 1.558.915 Einheiten. In den ersten drei Monaten 2011 fiel die Zahl um 2,3 Prozent auf 3.583.185 Einheiten.

In Großbritannien schossen die Papiere von Burberry Group als bester Wert im FTSE 100 um rund 6 Prozent nach oben. Der Luxusartikelhersteller konnte in der zweiten Jahreshälfte mit einem deutlichen Umsatzplus aufwarten und geht für das Fiskaljahr 2010/11 von einem Ergebnis am oberen Ende der Prognosen aus. Wie aus dem heute veröffentlichten Trading-Update des Konzerns hervorgeht, lag der konsolidierte Konzernumsatz im zweiten Halbjahr mit 860 Mio. Britische Pfund (GBP) um 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Ferner steigerte der Einzelhandelskonzern Tesco seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr und profitierte dabei von einem starken internationalen Wachstum. Der Nettogewinn belief sich auf 2,66 Mrd. Britische Pfund (GBP), nach 2,33 Mrd. GBP im Vorjahr. Der Umsatz (ohne Mehrwertsteuer) erhöhte sich um 7,1 Prozent auf 60,93 Mrd. GBP. Für das abgelaufene Geschäftsjahr (zum 26. Februar 2011) will der Konzern eine Dividende in Höhe von 14,46 Pence (Vorjahr: 13,05 Pence) pro Aktie ausschütten. Der Anteilsschein verbilligt sich um 1,6 Prozent. Auf dem letzten Platz gaben Autonomy um 3 Prozent nach.

In Paris waren heute Aktien von Pernod-Ricard und LVMH mit 5 Prozent Tagessieger im CAC 40. Der französische Luxusgüterkonzern LVMH (LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton) hatte im ersten Quartal 2011 ein deutliches Umsatzwachstum verbuchen können. Am Ende des Index standen STMicro mit Abschlägen von 1,5 Prozent.

In der Schweiz legten heute unter anderem die Aktien von Novartis zu. Der Pharmakonzern konnte im ersten Quartal 2011 nicht an das Vorjahresergebnis anschließen. Zwar wuchs der Nettoumsatz um 16 Prozent (+14 Prozent kWk) auf 14,03 Mrd. US-Dollar, das operative Ergebnis ging aber um 3 Prozent (0 Prozent kWk) zurück auf 3,41 Mrd. US-Dollar zurück. Der Reingewinn sank um 4 Prozent (-1 Prozent kWk) auf 2,82 Mrd. US-Dollar. Novartis bekräftigte allerdings die Erwartungen für das Gesamtjahr und rechnet auf Konzernebene mit einem Nettoumsatzwachstum etwa um den zweistelligen Bereich und einer Verbesserung der operativen Kerngewinnmarge bei konstanten Wechselkursen. Der Titel gewann 3,5 Prozent an Wert. Auf Platz eins legten Richemont um 3,7 Prozent zu, während die rote Laterne von Swiss Re mit einem Verlust von knapp 4 Prozent gehalten wurde.

Eine ganze Flut von Zahlenausweisen gab es heute aus Schweden. Der Mobiltelefonhersteller Sony Ericsson Mobile Communications AB, ein Joint Venture des Telekommunikationsausrüsters Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) und der japanischen Sony , hat im ersten Quartal einen deutlich geringeren Gewinn erwirtschaftet, wobei Beeinträchtigungen der Lieferkette das jüngste Ergebnis belastet haben. Zudem hatte das Vorjahresergebnis noch von einem Steuervorteil profitiert. Der Nettogewinn fiel von 21 Mio. Euro im Vorjahr auf 11 Mio. Euro. Der Umsatz reduzierte sich um 19 Prozent auf 1,15 Mrd. Euro. Die Aktie von Ericsson gab um 1,3 Prozent nach. Gleichzeitig musste auch die Telefongesellschaft TeliaSonera (TeliaSonera AB) im ersten Quartal angesichts eines härteren Wettbewerbs in den skandinavischen Märkten einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Die Erwartungen wurden verfehlt. Zudem wurde der Umsatzausblick für das Gesamtjahr gesenkt. Der Nettogewinn belief sich auf 4,65 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), nach 4,72 Mrd. SEK im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 5,6 Prozent auf 24,73 Mrd. SEK ab. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 4,81 Mrd. SEK und Erlösen von 25,4 Mrd. SEK ausgegangen. Der Anteilsschein fiel um 2,2 Prozent. Tele2 (Tele2 AB (B)) gaben um 3,8 Prozent nach, nachdem der Telekommunikationskonzern im ersten Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnete. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 1,21 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), gegenüber 1,27 Mrd. SEK im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 9,53 Mrd. SEK auf 9,57 Mrd. SEK. Indes steigerte der Maschinenbaukonzern SKF (SKF AB (A, Fria)) im ersten Quartal den Umsatz auf 16,70 Mrd. SEK, nach 14,45 Mrd. SEK im Vorjahr. Unter dem Strich wurde beim Nettogewinn ein Anstieg auf 1,62 Mrd. SEK ausgewiesen, nach 1,07 Mrd. SEK im Vorjahrszeitraum. Das Papier verbesserte sich um 6,4 Prozent.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.857,61 (+0,34 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.570,45 (+0,32 Prozent) EURONEXT 100: 700,62 (+0,78 Prozent) FTSE 100 (London): 5.896,87 (+0,46 Prozent) CAC40 (Paris): 3.908,58 (+0,70 Prozent) MIB (Mailand): 21.249,90 (+0,31 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.376,50 (+0,31 Prozent) SMI (Zürich): 6.326,65 (+1,31 Prozent) ATX (Wien): 2.793,38 (+0,36 Prozent) (19.04.2011/ac/n/m)

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