Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Börsen präsentierten sich am Mittwoch wenig verändert. Dabei standen neben der Griechenland-Krise diverse Quartalsausweise im Blick der Anleger. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 0,12 Prozent auf 2.942,43 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legte um 0,22 Prozent zu auf 2.653,45 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verbesserte sich um 0,25 Prozent auf 723,72 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Plus.
In Großbritannien machte die Aktie von HSBC Holdings mit einem Verlust von 1,5 Prozent auf sich aufmerksam. Die Großbank konnte ihren Gewinn im ersten Quartal aufgrund rückläufiger Abschreibungen und einer deutlich geringeren Steuerlast um 58 Prozent steigern. Zudem stellte man eine Strategie vor, nach der die Kosten massiv gesenkt werden sollen. Demnach beabsichtigt der Konzern, die Kosten in den nächsten drei Jahren um 2,5 bis 3,5 Mrd. US-Dollar zu reduzieren. Daneben will sich HSBC in seinen 18 wichtigsten Märkten vor allem auf die Vermögensverwaltung konzentrieren. Das Massengeschäft mit Privatkunden soll dagegen zurückgefahren werden. Zudem hat man das US-Kreditkartengeschäft auf den strategischen Prüfstand gestellt. Sainsbury (J Sainsbury) rückten indes um 0,4 Prozent vor. Die drittgrößte britische Supermarktkette konnte ihren Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhen. Dabei profitierte man unter anderem von Marktanteilsgewinnen und Kostensenkungen. Der Nettogewinn belief sich auf 640 Mio. Britische Pfund (GBP), gegenüber 585 Mio. GBP im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn vor Steuern erhöhte sich um 9,0 Prozent auf 665 Mio. GBP. Analysten waren im Vorfeld von einem bereinigten Vorsteuergewinn von 661 Mio. GBP ausgegangen. Der Umsatz (ohne Mehrwertsteuer) nahm um 5,7 Prozent auf nun 21,10 Mrd. GBP zu. Im FTSE 100 standen die Aktien von Burberry mit einem Zugewinn von 2,7 Prozent ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren. Gleichzeitig wird die rote Laterne von ITV mit einem Verlust von 5,3 Prozent gehalten.
In Frankreich standen die Aktien von ArcelorMittal mit einem Abschlag von 3,2 Prozent als schwächster Wert im CAC 40 unter Druck. Der größte Stahlkonzern der Welt verlautbarte, dass er im ersten Quartal einen deutlich höheren Gewinn erwirtschaftet hat. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 1,07 Mrd. US-Dollar, gegenüber einem Gewinn von 640 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 17,43 Mrd. US-Dollar auf 22,18 Mrd. US-Dollar. Der operative Gewinn lag bei 1,43 Mrd. US-Dollar, verglichen mit einem operativen Gewinn von 577 Mio. US-Dollar im ersten Quartal 2010. Das EBITDA stieg von 1,70 Mrd. US-Dollar auf 2,58 Mrd. US-Dollar. Die Stahlauslieferungen erhöhten sich von 21,0 Millionen Tonnen im ersten Quartal 2010 auf 22,0 Millionen Tonnen im ersten Quartal 2011. Für das laufende zweite Quartal 2011 rechnet der Konzern mit einem EBITDA in Höhe 3,0 bis 3,5 Mrd. US-Dollar. Auf Platz eins der Gewinnerliste konnten gleichzeitig die Anteilsscheine von Accor und LVMH um 2,3 Prozent vorrücken.
In der Schweiz standen die Titel von Novartis mit einem Zugewinn von 1 Prozent im Blick. Das Präparat Votubia des Unternehmens wurde in der Schweiz als erstes Medikament gegen SEGA, einen mit tuberöser Sklerose assoziierten gutartigen Gehirntumor, zugelassen. Als bester Wert im SMI verteuerten sich Richemont um 2,8 Prozent. Gleichzeitig wurde die rote Laterne von der Aktie von Syngenta gehalten, die sich um 1,8 Prozent verbilligte.
In Österreich verbilligten sich nach Zahlen zum ersten Quartal die Aktien von Telekom Austria um 0,1 Prozent. Der Umsatz lag im Berichtszeitraum mit 1,12 Mrd. Euro um 0,7 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1,133 Mrd. Euro. Das bereinigte EBITDA der Gruppe exklusive Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwand fiel um 7,1 Prozent auf 396,7 Mio. Euro. Niedrigere Ergebnisse aus den Segmenten Österreich, Bulgarien und Kroatien konnten den Angaben zufolge nur teilweise durch Wachstum in den Segmenten Weißrussland und Weitere Märkte kompensiert werden. Beim Betriebsergebnis verbuchte der führende österreichische Telekommunikationskonzern einen Verlust von 42,3 Mio. Euro, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Gewinn von 166,3 Mio. Euro erwirtschaftet hatte. Dabei hatte ein Restrukturierungsaufwand in der Höhe von 184,1 Mio. Euro das Ergebnis im Berichtszeitraum belastet. Infolgedessen wurde ein Nettoverlust in der Höhe von 79,2 Mio. Euro ausgewiesen, nach einem Nettoüberschuss von 91,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig legten OMV um 0,4 Prozent zu. Der Mineralölkonzern konnte im ersten Quartal dank deutlich gestiegener Ölpreisnotierungen mit einem Gewinnplus aufwarten. Dabei konnten die negativen Auswirkungen der Unruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten auf die Produktion überkompensiert werden. Topgewinner im ATX war indes Vienna Insurance mit einem Plus von 2,2 Prozent. Größter Verlierer war Andritz (-2,5 Prozent).
In Belgien verbesserten sich die Aktien von Dexia um 3,2 Prozent. Der Staatsfinanzierer musste im ersten Quartal einen Gewinneinbruch um 68 Prozent hinnehmen. Zurückzuführen war dies auf Verluste im Zusammenhang mit Asset-Verkäufen. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 69 Mio. Euro, gegenüber einem Gewinn von 216 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 61 Mio. Euro ausgegangen. Bei der Risikovorsorge wurde ein Rückgang um 63 Prozent auf 98 Mio. Euro verbucht.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.942,43 (+0,12 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.653,45 (+0,22 Prozent) EURONEXT 100: 723,72 (+0,25 Prozent) FTSE 100 (London): 5.976,00 (-0,71 Prozent) CAC40 (Paris): 4.058,08 (+0,14 Prozent) MIB (Mailand): 22.031,16 (+0,21 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.531,50 (+0,55 Prozent) SMI (Zürich): 6.562,82 (+0,56 Prozent) ATX (Wien): 2.872,62 (+0,30 Prozent) (11.05.2011/ac/n/m)