Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen sind am Donnerstag mit massiven Abschlägen aus dem Handel gegangen. Neben den Sorgen der US-Notenbank Fed, die signifikante Abwärtsrisiken für die US-Wirtschaft sieht, drückten auch die Ratingabstufungen diverser italienischer und US-Banken durch Standard & Poor's und Moody's auf die Stimmung der Anleger. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 4,90 Prozent auf 1.995,75 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 4,23 Prozent auf 2.028,03 Zähler.
Auch die europäischen Länderbörsen verzeichneten durchweg massive Verluste. Vergleichsweise stabil hielt sich der Schweizer SMI mit einem Minus von 3,4 Prozent. Negativ tat sich dagegen der österreichische ATX hervor, der einem Tagesverlust von 6,1 Prozent verbuchte und auf den tiefsten Stand seit Mai 2009 zurückfiel.
Die Auftragseingänge in der europäischen Industrie sind im Juli 2011 nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat gesunken. So verringerte sich der entsprechende Index der Eurozone (EZ17) auf Monatssicht um 2,1 Prozent, nach einem Rückgang um 1,2 Prozent im Juni. In der gesamten EU27 schrumpften die Auftragseingänge um 0,8 Prozent, während sie zuvor ebenfalls um 0,8 Prozent gefallen waren. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahmen die Auftragseingänge in der Eurozone um 8,4 Prozent und in der EU27 um 6,8 Prozent zu. Im Juni waren Zuwächse von 10,6 bzw. 8,4 Prozent verbucht worden.
Der britische Herstellerverband Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) veröffentlichte heute einen Zuwachs des Pkw-Produktion im August 2011. Demnach erhöhte sich die Zahl der produzierten Pkw gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,7 Prozent auf 86.250 Einheiten. Damit belief sich die Produktionszahl im Zeitraum von Januar bis August 2011 auf 847.196 Einheiten, ein Plus von 4,4 Prozent. Ferner geht die SMMT weiterhin davon aus, dass im laufenden Jahr das Produktionsniveau des Jahres 2010 übertroffen werden kann. Für 20112 wird ein weiterer Zuwachs erwartet. TUI Travel büßen aktuell 5,1 Prozent an Wert ein. Das größte Touristikunternehmen Europas hält an seinen Zielen für das Geschäftsjahr 2010/11, das mit dem Monat September endet, fest. Wie es heißt, wird das Geschäftsjahr dank zufriedenstellender Buchungszahlen und Gewinnmargen voraussichtlich im Rahmen der Erwartungen abgeschlossen werden. Unter anderem entwickelt sich auch der Cash-Flow erfreulich. Zufrieden zeigte sich der Vorstand daneben mit der Buchungsentwicklung für den Winter 2011/12.
Der Hardware-Hersteller Logitech International schockte unterdessen bereits gestern mit einer Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr 2012. Für das Geschäftsjahr zum 31. März 2012 rechnet der Konzern nun mit einem Umsatz von rund 2,4 Mrd. US-Dollar, nach bisher erwarteten rund 2,5 Mrd. US.-Dollar. Das operative Ergebnis dürfte aus heutiger Sicht nur noch ca. 90 Mio. US-Dollar (zuvor erwartet: mindestens 143 Mio. US-Dollar) betragen. Die Bruttomarge wird bei rund 33 Prozent gesehen. Die schlechteren Prognosen hängen den Angaben zufolge mit den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen an den gesättigten westlichen Märkten sowie dem aktuellen Produktangebot von Logitech zusammen. Der Titel brach im breiten Markt um 11,7 Prozent ein.
Unterdessen hat ABB von der Steel Authority of India Ltd. (SAIL) einen Auftrag mit einem Volumen von 71 Mio. US-Dollar für die Lieferung von Unterstationen für das Bhilai-Stahlwerk im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh erhalten. Die Aktie verschlechterte sich um 5,1 Prozent. Im SMI schlossen ausnahmslos alle Werte im roten Bereich. Am besten konnten sich noch Novartis mit einem Wertverlust von 1,7 Prozent behaupten, während es auf dem letzten Platz für Richemont um 8,8 Prozent nach unten ging.
Der Flugzeugbauer Airbus, eine Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS , rettet Presseangaben zufolge den angeschlagenen Zulieferer PFW Aerospace AG. Wie es heißt, wolle Airbus Deutschland mit dem Einstieg - geplant sei eine Mehrheitsübernahme - die eigene Produktion absichern. Dabei stehe der Schritt im Widerspruch zur Strategie, sich stärker auf Konzeption und Endmontage zu konzentrieren. Der Titel gab um 7,9 Prozent nach. Auch der französische Leitindex CAC 40 präsentierte sich einheitlich in rot. Die Spitzenposition wurde hier von Pernod-Ricard mit einem Abschlag von 2,5 Prozent eingenommen. Am Indexende verschlechterten sich Société Générale um 9,6 Prozent.
Nokia verlautbarte heute, dass man Henry Tirri mit Wirkung zum 22. September 2011 zum Executive Vice President, Chief Technology Officer (CTO) und Mitglied des Nokia Leadership Team bestellt hat. Die Anteilsscheine des Mobiltelefonherstellers verschlechterten sich um 6,0 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 1.995,75 (-4,90 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.028,03 (-4,23 Prozent) FTSE 100 (London): 5.043,09 (-4,64 Prozent) CAC40 (Paris): 2.781,68 (-5,25 Prozent) MIB (Mailand): 13.560,23 (-3,96 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 7.830,80 (-4,62 Prozent) SMI (Zürich): 5.288,48 (-3,4 Prozent) ATX (Wien): 1.877,20 (-6,08 Prozent) (22.09.2011/ac/n/m)