Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen sind zur Wochenmitte aufgrund neuerlicher Konjunktursorgen mit massiven Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verlor 2,71 Prozent auf 2.724,16 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) gab um 1,84 Prozent auf 2.486,51 Zähler nach. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 (ISIN FR0003502079/ WKN A0C302) rutschte um 2,37 Prozent auf 651,86 Punkte ab.
Die europäischen Länderbörsen meldeten ebenfalls durchweg deutliche Abschläge. Stark unter Druck waren insbesondere die südeuropäischen Börsen. Der italienische MIB und der spanische IBEX verloren jeweils 3,2 Prozent.
Die Bank of England hat ihre Wachstumsaussichten für das vierte Quartal nach unten revidiert. Demnach erwarte man ein geringeres Wirtschaftswachstum, als man dies noch mit Mai dieses Jahres vorhergesagt hatte. Nach dem starken Anstieg in der ersten Jahreshälfte gehe man für das zweite Halbjahr davon aus, dass sich viele der Faktoren, welche in den ersten sechs Monaten für die konjunkturelle Aufwärtsbewegung verantwortlich waren, als nicht nachhaltig erweisen dürften. Dabei prognostiziert die Britische Notenbank unter anderem eine weiterhin rückläufige Entwicklung des Verbrauchervertrauens. Allerdings dürfte sich die wirtschaftliche Erholung trotz dieser Faktoren im laufenden Jahr weiter fortsetzen, heißt es in dem Bericht.
Nestlé (Nestlé) hielten sich im SMI mit einem Minus von 0,2 Prozent nahezu stabil. Der Nahrungsmittelkonzern gab zuvor bekannt, dass sein Gewinn im ersten Halbjahr angesichts erhöhter Umsätze gestiegen ist. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 5,45 Mrd. Schweizer Franken (CHF), nach 5,07 Mrd. CHF im Vorjahr. Das jüngste Ergebnis entspricht dabei der durchschnittlichen Analystenschätzung. Der Umsatz erhöhte sich von 52,27 Mrd. CHF auf 55,34 Mrd. CHF.
Der Zeitarbeitsspezialist Adecco hat im zweiten Quartal einen Gewinn erzielt, nachdem im Vorjahr aufgrund von Sonderbelastungen und deutlich rückläufigen Umsätzen ein Verlust ausgewiesen worden war. Demnach belief sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 97 Mio. Euro, gegenüber einem Verlust von 147 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 84 Mio. Euro ausgegangen. Der Umsatz nahm um 29 Prozent auf 4,65 Mrd. Euro zu. Adecco gaben um 4,1 Prozent nach.
Wie der niederländische Allfinanzkonzern ING Groep erklärte, hat er im zweiten Quartal einen deutlich höheren Gewinn erwirtschaftet, nachdem seine Banking-Sparte klar in die Gewinnzone zurückkehren konnte. Dabei profitierte man von deutlich niedrigeren Rückstellungen für Kreditausfälle. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn belief sich auf 1,09 Mrd. Euro, gegenüber einem Gewinn von 71 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 682 Mio. Euro ausgegangen. Auf bereinigter Basis wurde ein Gewinn von 1,02 Mrd. Euro (Vorjahr: 212 Mio. Euro) ausgewiesen. ING Groep gaben im AEX um 2,1 Prozent nach.
Die Österreichische Post (Oesterreichische Post) konnte im zweiten Quartal dank der umgesetzten Sparmaßnahmen ein operatives Ergebnisplus ausweisen. Unter dem Strich wurde allerdings ein leichter Gewinnrückgang verzeichnet. Wie der Post- und Logistikkonzern verkündete, lag der Umsatz mit 564,5 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 560,8 Mio. Euro. Das EBIT verbesserte sich auf 29,2 Mio. Euro, nachdem man im Vorjahreszeitraum ein EBIT von 27,6 Mio. Euro verzeichnet hatte. Angesichts einer höheren Steuerbelastung verringerte sich der Periodengewinn auf 20,6 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 22,5 Mio. Euro). Die Aktie verlor im ATX 2,1 Prozent.
Der Reisekonzern Thomas Cook (Thomas Cook Group) gab bekannt, dass er im dritten Quartal einen Vorsteuerverlust erwirtschaftet hat, was vor allem auf eine hohe Sonderbelastung zurückzuführen ist. Der untestierte Verlust vor Steuern belief sich auf 116,6 Mio. Britische Pfund (GBP), gegenüber einem Vorsteuergewinn von 2,9 Mio. GBP im Vorjahr (revidiert). Dabei hatte das jüngste Ergebnis unter einer Sonderbelastung in Höhe von 75,1 Mio. GBP zu leiden, die größtenteils aus Kosten in Zusammenhang mit der diesjährigen Vulkanaschewolke über Europa besteht. Der Umsatz verringerte sich von 2,37 Mrd. GBP auf 2,16 Mrd. GBP. Thomas Cook verloren in London 2,0 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.724,16 (-2,71 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.486,51 (-1,84 Prozent) EURONEXT 100: 651,86 (-2,37 Prozent) FTSE 100 (London): 5.245,21 (-2,44 Prozent) CAC40 (Paris): 3.628,29 (-2,74 Prozent) MIB (Mailand): 20.579,24 (-3,20 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.374,80 (-3,21 Prozent) SMI (Zürich): 6.265,84 (-2,02 Prozent) ATX (Wien): 2.438,56 (-1,88 Prozent) (11.08.2010/ac/n/m)