Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes schlossen am Mittwoch deutlich freundlicher. Als Stütze wirkte dabei die gut verlaufene Auktion portugiesischer Anleihen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann heute 2,95 Prozent auf 2.879,11 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 stieg indes um 1,85 Prozent auf 2.693,83 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legte um 1,57 Prozent zu auf 711,75 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten im Plus.
Die Industrieproduktion in der Eurozone hat sich im November 2010 nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat erhöht. Auf Monatssicht wuchs die saisonbereinigte Ausbringung in der Eurozone (EZ16) um 1,2 Prozent, während sie im Oktober um 0,7 Prozent gestiegen war. Im Vorjahresvergleich zog die arbeitstäglich bereinigte Fertigungsmenge in der Eurozone um 7,4 Prozent an, gegenüber einem Plus von 7,1 Prozent im Vormonat. Das schwer angeschlagene EU-Mitglied Portugal konnte heute eine zuvor angekündigte Staatsanleihe-Emission erfolgreich abschließen. So wurden Staatsanleihen mit einer Laufzeit bis Oktober 2014 im Gesamtwert von 650 Mio. Euro platziert. Im Rahmen einer zweiten Tranche konnte Portugal Staatsanleihen mit einer Laufzeit bis Juni 2020 im Volumen von 599 Mio. Euro platzieren. Der durchschnittliche Zinssatz für die bis Oktober 2014 laufende Tranche liegt bei knapp 5,4 Prozent, während der durchschnittliche Zinssatz für die bis Juni 2020 laufende Tranche bei 6,7 Prozent liegt. Die EU arbeitet einem Medienbericht zufolge an einem Umbau des 440 Mrd. Euro schweren Rettungsfonds ESFS und zieht auch eine Senkung der Strafzinsen für Pleitestaaten wie Irland in Betracht. Wie unter Berufung auf hochrangige EU-Diplomaten berichtet wurde, werde derzeit überlegt, ob sich die tatsächliche Ausleihsumme des Fonds in Höhe von 250 Mrd. Euro durch technische Änderungen erhöhen ließe. Der Spielraum dafür ist dem Bericht zufolge nach Ansicht der meisten beteiligten Regierungsexperten "sehr eng", wenn man nicht die Bestnote "AAA" für die EU-Anleihen gefährden will.
Aus Großbritannien meldete sich die Supermarktkette J. Sainsbury (J Sainsbury) mit Zahlen zu Wort. So verbesserten sich die vergleichbaren Umsätze ohne Benzin in den 14 Wochen zum 8. Januar 2011 um 3,6 Prozent. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Wachstum von 3,1 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal war hier noch ein Plus von 2,9 Prozent verzeichnet worden. Der Gesamtumsatz im dritten Quartal kletterte den Angaben zufolge um 7,5 Prozent (+6,0 Prozent ohne Benzin). Das Papier verbilligte sich im FTSE 100 um 2,2 Prozent. An der Indexspitze legten Eurasian um 4,4 Prozent zu, während am Ende GKN 2,6 Prozent an Wert verloren.
Das saisonbereinigte Leistungsbilanzdefizit Frankreichs ist im November 2010 nach Angaben der Banque de France größer geworden. So erhöhte sich das Leistungsbilanzdefizit auf 4,2 Mrd. Euro, nachdem im Oktober ein Passivsaldo von 2,8 Mrd. Euro verzeichnet worden war. Bereits gestern gab der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS einen ganz bedeutenden Auftragseingang bekannt. So hat IndiGo, der größte Low-Cost-Carrier Indiens, eine Grundsatzvereinbarung über den Kauf von 180 ökoeffizienten Airbus A320-Flugzeugen (150 A320neo und 30 A320) unterzeichnet. Dieser größte Einzelauftrag für Passagierjets in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt macht den Angaben zufolge die indische Fluggesellschaft überdies zum Erstkunden der A320neo. Die Entscheidung über den Triebwerkstyp wird IndiGo indes noch bekannt geben. Wie ferner heute mitgeteilt wurde, wird Günter Butschek zum 1. März 2011 neuer Airbus Produktionsvorstand (Executive Vice President Operations). Die Aktie von EADS rückte um 2,1 Prozent vor. Im CAC 40 lagen heute Banktitel hoch im Kurs. So verteuerten sich Société Générale als Spitzenreiter um 7,1 Prozent. Crédit Agricole und BNP Paribas gewannen auf den Plätzen zwei und vier 5,8 bzw. 4,9 Prozent hinzu. Am Indexende gaben Lafarge um 1,7 Prozent nach.
Der schweizerische Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat das erste Quartal des Geschäftsjahres 2010/2011 (per 30. November 2010) mit einem Umsatzwachstum abgeschlossen. Der Umsatz in Lokalwährungen nahm um 14,2 Prozent zu. In Schweizer Franken belief sich der Umsatz auf 1.521,8 Mio. CHF, was einem Plus von 4,9 Prozent entspricht. Der Titel legte im breiten Markt um 4,8 Prozent zu. Im SMI belegten die Bankwerte UBS, Julius Baer und Credit Suisse mit Aufschlägen zwischen 4,3 und 3,8 Prozent die ersten drei Plätze. Schwächster Wert war Swatch mit einem Abschlag von 0,4 Prozent.
Der niederländische Bierkonzern Heineken hat seine Plattform für Wachstum in Nigeria durch die Übernahme von zwei Holding-Gesellschaften von der Sona Group verstärkt. Durch die Akquisition erhält Heineken eine zusätzliche technische Kapazität von 3,7 Millionen Hektolitern. Die Aktie rückte um 1,3 Prozent vor.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.879,11 (+2,95 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.693,83 (+1,85 Prozent) EURONEXT 100: 711,75 (+1,57 Prozent) FTSE 100 (London): 6.050,72 (+0,61 Prozent) CAC40 (Paris): 3.945,07 (+2,15 Prozent) MIB (Mailand): 21.116,39 (+3,82 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.101,20 (+5,42 Prozent) SMI (Zürich): 6.613,75 (+1,21 Prozent) ATX (Wien): 2.909,21 (+1,42 Prozent) (12.01.2011/ac/n/m)