Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen verbuchten zur Wochenmitte dank positiver Konjunkturdaten aus Übersee kräftige Zugewinne. Der Dow Jones EURO STOXX 50 kletterte um 3,52 Prozent auf 2.715,27 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legte 2,93 Prozent auf 2.511,70 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verbesserte sich um 3,01 Prozent auf 652,61 Punkten. Die europäischen Länderbörsen meldeten ebenfalls deutliche Gewinne.
Hintergrund für den kräftigen Kursanstieg sind starke Konjunkturdaten aus den USA, China und Australien, die die zuletzt aufgekommenen Sorgen vor einer weltweiten Wirtschaftsflaute etwas eingedämmt haben. So hat sich der chinesische Einkaufsmanager-Index im August wieder erholt. Ferner ist das BIP in Australien im zweiten Quartal um 1,2 Prozent gestiegen. Volkswirte hatten nur ein Plus von 0,9 Prozent prognostiziert. Am Nachmittag sorgte ein unerwartet gestiegener ISM-Index dafür, dass die Indizes ihre Kursgewinne sogar noch ausbauen konnten.
Vivendi (Vivendi Universal) gewannen im CAC40 in Paris 5 Prozent. Der Mischkonzern musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Die Erlöse konnten um 6,2 Prozent auf 7,06 Mrd. Euro gesteigert werden. Das EBIT lag mit 1,51 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 1,37 Mrd. Euro. Um Einmaleffekte bereinigt erreichte das EBIT 1,65 Mrd. Euro. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis nach Anteilen Dritter ein Gewinn von 669 Mio. Euro ausgewiesen, nach 695 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang resultiert dabei unter anderem aus einer höheren Steuerbelastung.
Vinci (Vinci) verbesserten sich um 4,8 Prozent. Der Baukonzern hat am Vorabend die Zahlen zum ersten Halbjahr veröffentlicht. Dabei konnten die Umsatzerlöse um 2,3 Prozent auf 15,51 Mrd. Euro gesteigert werden. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn verbesserte sich um 1,9 Prozent auf 703 Mio. Euro.
Daneben hat auch der Mischkonzern Bouygues Bilanzen vorgelegt. Beim Umsatz musste der Konzern im ersten Halbjahr einen Rückgang von 1 Prozent auf 14,66 Mrd. Euro verbuchen. Daneben ging der Nettogewinn um 3 Prozent auf 532 Mio. Euro zurück. Für das Gesamtjahr wurde die Umsatzprognose indes angehoben. Bouygues schlossen mit einem Plus von 0,7 Prozent.
Der durch die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko schwer gebeutelte britische Ölkonzern BP setzt seine Konzentration auf das Kerngeschäft weiter fort. Demnach hat der Ölmulti eine Vereinbarung zum Verkauf von Beteiligungen an zwei Produktionsniederlassungen für Ethylen und Polyethylen in Malaysia an den malaysischen Ölkonzern PETRONAS geschlossen. Im Zuge der Vereinbarung zahlt PETRONAS insgesamt 363 Mio. Dollar an BP. Wie BP weiter erklärte, werde man im Zuge der Transaktion auch noch eine Abschlussdividende in Höhe von 48 Mio. Dollar erhalten. BP legten im FTSE 100 in London 2,1 Prozent zu. An der Spitze des Index standen Cable & Wireless mit einem Plus von 7,7 Prozent, TUI Travel gewannen 7,5 Prozent. Kazakhmys verbesserten sich um 6,9 Prozent.
Die Aktie des deutschen Autobauers BMW wird in den Dow Jones EURO STOXX 50 aufgenommen und ersetzt dort das Papier des niederländischen Versicherers AEGON . Die Index-Veränderungen treten am 20. September in Kraft. Anteilscheine von AEGON gewannen im AEX dennoch 5,4 Prozent.
Stärkster Wert im Schweizer SMI war SGS mit einem Plus von 5,7 Prozent. Daneben rückten mitunter Adecco um 5,1 Prozent, Clariant um 4,6 Prozent und Richemont um 4,5 Prozent vor.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.715,27 (+3,52 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.511,70 (+2,93 Prozent) EURONEXT 100: 652,61 (+3,01 Prozent) FTSE 100 (London): 5.366,41 (+2,70 Prozent) CAC40 (Paris): 3.623,84 (+3,81 Prozent) MIB (Mailand): 20.369,96 (+3,22 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.544,80 (+3,51 Prozent) SMI (Zürich): 6.332,43 (+2,45 Prozent) ATX (Wien): 2.461,29 (+2,47 Prozent) (01.09.2010/ac/n/m)