Paris (aktiencheck.de AG) - Am heutigen großen Verfallstag herrschte an den europäischen Börsen erneut gute Stimmung. Wenngleich ein Teil der zwischenzeitlichen Gewinne wieder verloren ging, schlossen die wichtigsten europäischen Indizes erneut mit grünen Vorzeichen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 0,17 Prozent auf 2.159,28 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich um 0,65 Prozent auf 2.163,00 Zähler.
Auch die europäischen Länderbörsen konnten mehrheitlich Zugewinne verbuchen. Positiv stach der österreichische ATX mit einem Aufschlag von 1,6 Prozent heraus. Dagegen gingen der französische CAC 40 und der spanische IBEX mit roten Vorzeichen aus dem Handel.
Die Leistungsbilanz der Eurozone hat nach Angaben der europäischen Zentralbank (EZB) im Juli 2011 mit einem größeren Defizit abgeschlossen. So erhöhte sich der saisonbereinigte Passivsaldo auf 12,9 Mrd. Euro, nach einem Minus von 7,1 Mrd. Euro im Juni. In der wichtigsten Teilbilanz, der Handelsbilanz, belief sich das Defizit auf 3,5 Mrd. Euro, gegenüber einem Überschuss von 0,5 Mrd. Euro im Juni. Daneben schrumpfte der Überschuss bei den Dienstleistungen auf 3,3 Mrd. Euro, nach 4,6 Mrd. Euro im Vormonat. Unterdessen hat die Handelsbilanz der Eurozone im Juli 2011 mit einem kleineren Defizit geschlossen. Dies teilte das Europäische Statistikamt Eurostat im Rahmen seiner ersten Schätzung am Freitag mit. So belief sich das Defizit der gesamten Union (EU27) auf 8,0 Mrd. Euro, nach Negativsalden von 12,8 Mrd. Euro im Vormonat und 7,5 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Die Exporte nahmen binnen Monatsfrist um 3,2 Prozent zu, während die Importe um 1,4 Prozent anzogen. Ferner wuchs der Überschuss im Euroraum (ER17) beim Handel mit Drittländern auf 4,3 Mrd. Euro, nach Aktivsalden von 0,1 Mrd. Euro im Vormonat und 4,7 Mrd. Euro im Juli 2010. Hierbei legten die saisonbereinigten Ausfuhren auf Monatssicht um 2,0 Prozent und die Einfuhren um 1,9 Prozent zu. Schließlich hat sich der Anstieg der europäischen Arbeitskosten pro Stunde im zweiten Quartal 2011 beschleunigt. In der Eurozone (EZ17) kletterten die Kosten binnen Jahresfrist um 3,6 Prozent, nach 2,7 Prozent im Vorquartal. In der gesamten EU (EU27) zogen die Arbeitskosten um 3,4 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal an, während sie sich im vorangegangenen Vierteljahr um 2,3 Prozent erhöht hatten.
Die französische Fluggesellschaft Air France-KLM hat einen Großauftrag an den zum Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gehörenden Flugzeugbauer Airbus und den US-Konzern Boeing über bis zu 110 Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900 und Boeing 787-9 vergeben. Die Fluggesellschaft wird einen verbindlichen Festauftrag für 50 Maschinen an die beiden Flugzeugbauer vergeben und eine Kaufoption für weitere 60 Maschinen abschließen. Bis zum Jahr 2024 will Air-France KLM im Zuge des vorläufig aufgestellten neuen Flottenplans 73 neue Maschinen betreiben: Dabei soll es sich um 43 Maschinen vom Typ Airbus A350-900 und 30 Flugzeuge vom Typ Boeing 787-9 handeln. Wie Airbus im Rahmen einer separaten Pressemitteilung bekannt gab, habe Air-France KLM Airbus darüber informiert, dass man insgesamt bis zu 60 Maschinen bei dem führenden europäischen Flugzeugbauer ordern werde. Dabei handele es sich um 25 Festbestellungen für Maschinen vom Typ A350-900, die von der französischen Fluggesellschaft kurzfristig vergeben werden sollen. Während Air France im breiten Markt um 2,3 Prozent vorflogen, ging es für EADS um 0,7 Prozent nach unten. Im CAC 40 konnte sich Société Générale mit einem Zugewinn von 3,4 Prozent auf den ersten Platz der Gewinnerliste setzen, während Crédit Agricole am Indexende um 11,0 Prozent abrutschten.
Die Ratingagentur Moody´s hat auf den Händlerskandal bei der schweizerischen Großbank UBS reagiert und zieht eine Abstufung der Bonitätsnote für das Kreditinstitut in Erwägung. Die Papiere der Bank konnten sich mit einem Plus von 5,2 Prozent von den deutlichen Vortagesverlusten erholen und standen damit an der Spitze der Schweizer Leitindex SMI. Die rote Laterne wurde von Julius Bär mit einem Minus von 2,8 Prozent gehalten.
In Österreich konnten Intercell zeitweise um knapp 8 Prozent zulegen, schlossen letztlich aber mit einem Minus von 0,8 Prozent. Der Impfstoffhersteller und sein Partner Biological E. Ltd. haben heute den erfolgreichen Abschluss der pädiatrischen Phase II/III-Studie zum Schutz von Kindern vor Japanischer Enzephalitis (JE) bekannt gegeben. Den Angaben zufolge zeigt die Analyse der pivotalen Phase III Sicherheits- und Immunogenitätsdaten positive Ergebnisse, wobei der primäre Studienendpunkt erreicht wurde. Die klinische Studie zielte darauf ab, die Immunogenität und Sicherheit des von Biological E. Ltd. entwickelten Zellkultur-basierten Impfstoff-Kandidaten mit dem Maushirn-basierten Impfstoff des Koreanischen Herstellers Green Cross Corporation in einer Multicenter-Studie mit offenem, parallelen und randomisierten Design zu vergleichen. Ziel der Studie, die in 8 Studienzentren in Indien an 456 randomisierten Probanden durchgeführt wurde, ist die ehestmögliche Zulassung des Impfstoffs in Indien.
Daneben ging es für Wolford um 6,3 Prozent nach oben. Der Modekonzern konnte im ersten Quartal bei höheren Umsatzerlösen den Verlust reduzieren. So lag der Umsatz mit 31,78 Mio. Euro um 6,5 Prozent über dem Vorjahreswert von 29,84 Mio. Euro. Unter dem Strich wurde beim Konzernergebnis ein Verlust von 1,75 Mio. Euro verzeichnet, nach einem Nettoverlust von 2,51 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.159,28 (+0,17 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.163,00 (+0,65 Prozent) FTSE 100 (London): 5.368,41 (+0,58 Prozent) CAC40 (Paris): 3.031,08 (-0,48 Prozent) MIB (Mailand): 14.547,38 (-0,65 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.388,40 (+0,61 Prozent) SMI (Zürich): 5.452,88 (+0,35 Prozent) ATX (Wien): 2.067,15 (+1,63 Prozent) (16.09.2011/ac/n/m)