Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen erlebten einen relativ ruhigen Wochenauftakt. Die New Yorker Börsen bleiben zum Wochenauftakt wegen des Feiertags "Independence Day" geschlossen. Dementsprechend hielten sich die Anleger mit größeren Engagements zurück. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 ging schließlich mit einem Minus von 0,58 Prozent bei 2.507,83 Punkten aus dem Handel. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verlor 0,38 Prozent auf 2.287,92 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 büßte 0,45 Prozent auf 605,75 Punkte ein.
Die europäischen Länderbörsen meldeten ebenfalls überwiegend Verluste. Lediglich der spanische IBEX 35 ging mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent aus dem Handel.
Die veröffentlichten Konjunkturdaten brachten keine entscheidenden Impulse für den Handel. So lag das Absatzvolumen im europäischen Einzelhandel nach vorläufigen Angaben des Statistikamtes Eurostat im Mai leicht über dem Vormonatsniveau. Im Vormonatsvergleich stieg der saison- und arbeitstäglich bereinigte Absatz in der Eurozone um 0,2 Prozent und in der EU27 um 0,4 Prozent.
BP (BP) gewannen in London 3,5 Prozent und standen damit an der Spitze des britischen FTSE 100. Der britische Ölkonzern, der angesichts der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zunehmend unter Druck gerät, sucht Presseangaben zufolge einen strategischen Investor, um nach dem deutlichen Kursrückgang eine feindliche Übernahme zu verhindern. Derzeit versuchen BP-Berater, das Interesse bei Konkurrenten und Staatsfonds zu wecken, hieß es. Diese sollen einen Anteil von 5 bis 10 Prozent an dem Konzern übernehmen, für bis zu 6 Mrd. Britische Pfund. Anderen Zeitungsberichten zufolge gibt es bereits Interessenten aus dem Finanzsektor im Mittleren Osten, die ein strategisches Investment tätigen wollen. Ansonsten werden Exxon Mobil , Total (TOTAL) und Royal Dutch Shell (Royal Dutch Shell Grou a) als mögliche Bieter gehandelt.
Die britische Bankgesellschaft Lloyds Banking Group plc trennt sich von ihrer Private-Equity-Sparte und treibt damit den Verkauf von Geschäftsbereichen weiter voran. Wie der britische Bankkonzern am Montag mitteilte, wird der Mehrheitsanteil an der Tochtergesellschaft Bank of Scotland Integrated Finance (BOSIF) an den Finanzdienstleister Coller Capital veräußert. Der Kaufpreis beläuft sich den Angaben zufolge auf 332 Mio. Britische Pfund in bar. Die derzeit 40 Beteiligungen von BOSIF sollen in ein Gemeinschaftsunternehmen überführt werden, an dem Lloyds einen Anteil von 30 Prozent halten wird. Coller Capital hält mit 70 Prozent die Mehrheit an dem neuen Unternehmen. Der Verkauf, dem die Behörden noch zustimmen müssen, soll bereits im dritten Quartal abgeschlossen werden. Die Lloyds-Aktie gewann gegen den Trend 0,5 Prozent.
Andere Bankwerte zählten dagegen zu den größten Verlierern im FTSE 100. Papiere von Barclays und der Royal Bank of Scotland verloren jeweils knapp 3 Prozent.
Wie in der Presse zu lesen war, will Europas drittgrößte Telefongesellschaft France Télécom die Anzahl ihrer weltweiten Kunden bis ins Jahr 2015 deutlich steigern. Demnach beabsichtigt der Konzern, seine Kundenzahl auf 300 Millionen zu erhöhen, von derzeit 190 Millionen. Aktien von France Télécom verbesserten sich in Paris um 1,2 Prozent.
An der Spitze des CAC40 standen Anteilscheine von Carrefour mit einem Plus von 2,9 Prozent. Papiere von EADS verbesserten sich um 2,4 Prozent zu. Am Indexende standen Aktien von Accor, die mit einem Verlust von 3,2 Prozent aus dem Handel gingen.
Der niederländische Verlagskonzern Wolters Kluwer hat seine Jahresprognose bestätigt. So gehe man für das laufende Fiskaljahr von einer EBITDA-Marge im Bereich von 20 bis 21 Prozent aus. Der Gewinn je Aktie soll im Bereich von 1,41 bis 1,45 Euro liegen, während der Free Cash Flow bei mindestens 400 Mio. Euro erwartet wird. Die im AEX gelistete Aktie verlor in Amsterdam 0,8 Prozent.
In Zürich ging die Aktie von Swisscom mit einem Plus von 1,8 Prozent aus dem Handel und war damit der Spitzenreiter im Schweizer SMI. Papiere von Synthes verbesserten sich um 1,6 Prozent. Am Indexende standen Anteilscheine von Transocean mit einem Minus von 3,6 Prozent. Swiss Life verloren 1,9 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.507,83 (-0,58 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.287,92 (-0,38 Prozent) EURONEXT 100: 605,75 (-0,45 Prozent) FTSE 100 (London): 4.823,53 (-0,30 Prozent) CAC40 (Paris): 3.332,46 (-0,48 Prozent) MIB (Mailand): 18.848,56 (-1,18 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.281,50 (+0,33 Prozent) SMI (Zürich): 5.942,25 (-0,54 Prozent) ATX (Wien): 2.226,41 (-0,33 Prozent) (05.07.2010/ac/n/m)