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17.10.2011 20:02

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Börsen in Europa-Schluss: Schwacher Wochenauftakt

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Paris (aktiencheck.de AG) - Im Zuge einer wieder etwas gestiegenen Skepsis im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise sind die wichtigsten europäischen Börsen am Montag mit Abschlägen in die neue Woche gestartet. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 1,68 Prozent auf 2.315,89 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 0,56 Prozent auf 2.257,58 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendierten ebenfalls schwächer.

Der Immobilienmarkt in Großbritannien hat sich im Oktober 2011 erhitzt. So kletterte der britische Rightmove-Immobilienpreisindex um 2,8 Prozent gegenüber dem Vormonatswert, nach einem Plus von 0,7 Prozent im September. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Immobilienpreise um 1,2 Prozent, gegenüber einem Anstieg um 1,5 Prozent im September. Barclays prüft derzeit einem Pressebericht zufolge die Übernahme von vier spanischen Sparkassen. Den Angaben zufolge ist Barclays eines von acht nationalen und internationalen Kreditinstituten, die bisher ein Gebot für die Caja de Ahorros del Mediterraneo abgegeben haben. Die Großbank habe zudem drei weitere Sparkassen ins Visier genommen, darunter Novacaixagalicia. Wie es in dem Bericht heißt, könnte sich Barclays auch vollständig aus Spanien zurückziehen, sollte es nicht gelingen, das dortige Privatkundengeschäft erheblich auszubauen. Die Aktie der Großbank verteuerte sich um 0,2 Prozent.

Rio Tinto gaben um 1,3 Prozent vor. Der Bergbaukonzern kündigte heute eine Umstrukturierung seiner Aluminium-Sparte Rio Tinto Alcan an und will sich künftig auf hochprofitable Assets im Aluminiumgeschäft konzentrieren, um das Segmentergebnis dieses Geschäftsbereichs weiter zu verbessern. In einem ersten Schritt werde man dabei insgesamt sechs Assets der Konzernsparte in Australien und Neuseeland in eine separate Gesellschaft mit der Bezeichnung Pacific Aluminium ausgliedern und später veräußern. Sieben weitere Assets von Rio Tinto Alcan in Frankreich, Deutschland, den USA und Großbritannien, die nicht den Renditeanforderungen des Managements entsprechen, sollen ebenfalls mittelfristig veräußert werden. Daneben ging es für BP an der Spitze des FTSE 100 um 2,2 Prozent nach oben. Der Ölkonzern verlautbarte, dass er und der amerikanische Öl- und Gasproduzent Anadarko Petroleum alle Rechtsstreitigkeiten in Zusammenhang mit dem Deepwater Horizon Unfall beigelegt haben. Im Rahmen eines Vergleichs zahlt Anadarko 4 Mrd. US-Dollar in bar an BP. Diese Summe wird BP in den 20 Mrd. US-Dollar schweren Treuhandfonds einbringen, den er für die Geschädigten der Ölpest im Golf von Mexiko gegründet hat. Zudem wird Anadarko seine MC252-Anteile an BP transferieren.

Der britische Sicherheitsspezialist G4S hat einen milliardenschweren Zukauf angekündigt. Demnach wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des dänischen Facility-Service-Providers ISS von den beiden Finanzinvestoren EQT Partners and GS Capital Partners geschlossen. Die Übernahme von ISS soll zu einem Enterprise Value von 5,2 Mrd. Britischen Pfund (GBP) erfolgen. Die Hälfte des Kaufpreises soll in bar und die andere Hälfte in eigenen Aktien bezahlt werden. Um die Übernahme von ISS finanzieren zu können, kündigte G4S außerdem eine Kapitalerhöhung im Gesamtvolumen von rund 2 Mrd. GBP an. Die Aktie von G4S verlor am Ende des FTSE 100 mehr als 22 Prozent.

Wie bereits am Freitag bekannt gegeben wurde, hat die US-Ratingagentur Standard & Poor´s das langfristige Kreditrating der Großbank BNP Paribas herabgestuft. So wurde die Bonitätsnote von "AA" auf "AA-" gesenkt. In diesem Zusammenhang wurde von der Ratingagentur unter anderem auf die allgemein schwierigen Rahmenbedingungen verwiesen. BNP Paribas verschlechterten sich um 3,7 Prozent. AXA verbilligten sich um 1,7 Prozent. Der Versicherungskonzern beabsichtigt Presseangaben zufolge, bis 2015 ein Sechstel seiner Vollzeitstellen in Deutschland zu streichen. Vorne rückten im CAC 40 L'Oréal um 1,2 Prozent vor, während die rote Laterne von Vallourec mit einem Abschlag von 5 Prozent gehalten wurde.

In den Niederlanden standen heute vor allem die Aktien von Philips Electronics mit einem Aufschlag von 1,9 Prozent im Blick. Der Technologiekonzern verlautbarte, dass er im dritten Quartal einen Gewinneinbruch verbuchen musste, was mit schwächeren Umsätzen und einem Einmalertrag im Vorjahr zusammenhängt. Die Erwartungen wurden allerdings geschlagen. Zudem wurde ein massiver Stellenabbau angekündigt. Ferner wurden die Mittelfristziele 2013 bekräftigt. Der Nettogewinn belief sich auf 74 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 524 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich von 5,46 Mrd. Euro auf 5,39 Mrd. Euro. Das EBITA lag bei 368 Mio. Euro, im Vergleich zu einem EBITA in Höhe von 647 Mio. Euro im dritten Quartal 2010. Analysten waren im Vorfeld von einem EBITA von 341 Mio. Euro ausgegangen. Im Rahmen seines Kostensenkungsprogramms im Volumen von 800 Mio. Euro will der Konzern nun 4.500 Arbeitsplätze abbauen, um die Komplexität und Gemeinkosten zu reduzieren und schlanker zu werden.

KBC Groep (KBC Groep) gaben um 1,4 Prozent nach. Der Finanzkonzern teilte mit, dass er seine Tochter Fidea an die J.C. Flowers & Co. LLC verkaufen wird. Dabei zahlt die amerikanische Private Equity-Gesellschaft für das belgische Versicherungsunternehmen 243,6 Mio. Euro, einschließlich einer Dividendenzahlung in Höhe von 22,6 Mio. Euro vor Abschluss der Transaktion. Darüber hinaus könnte KBC zusätzliche Zahlungen (Earn-Out-Komponente) erhalten, abhängig von der künftigen Geschäftsentwicklung von Fidea.

Der Pharmakonzern Roche hat mit der amerikanischen Anadys Pharmaceuticals eine Vereinbarung über einen Zusammenschluss getroffen. Roche wird Anadys im Rahmen einer Bartransaktion für 3,70 US-Dollar pro Aktie vollständig übernehmen. Der Gesamtpreis für die Akquisition beläuft sich somit auf rund 230 Mio. US-Dollar. Für die Aktie von Roche ging es um 0,8 Prozent nach unten. Ganz oben auf dem Einkaufzettel der Anleger standen im SMI die Anteilsscheine von Transocean mit einem Zugewinn von 3,7 Prozent, während sich gleichzeitig am Indexende Adecco um 2,3 Prozent verbilligten.

H&M (HennesMauritz AB (HM, H&M)) konnte ferner im September 2011 ein Umsatzplus ausweisen. So verbesserte sich der konsolidierte Gesamtumsatz der Bekleidungskette währungsbereinigt um 3 Prozent. Die vergleichbaren Filialumsätze bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, gingen allerdings um 7 Prozent zurück. Das Papier legte um 0,2 Prozent zu.

Statoil (Statoil ASA) meldet einen Zukauf. So wird der Öl- und Erdgaskonzern die amerikanische Brigham Exploration übernehmen. Brigham-Aktionäre erhalten im Rahmen der Transaktion 36,50 US-Dollar in bar für jeden ihrer Anteilsscheine. Das Gesamtvolumen der Akquisition beläuft sich damit auf rund 4,4 Mrd. US-Dollar, wobei der Enterprise Value bei ca. 4,7 Mrd. US-Dollar liegt, basierend auf den Nettoverbindlichkeiten zum 30. Juni 2011. Statoil verbesserten sich um 2,9 Prozent.

In Österreich ging es für Telekom Austria um 0,6 Prozent nach unten. Der österreichische Investor Ronny Pecik hat sich einem Medienbericht zufolge bei dem Telekommunikationskonzern eingekauft. Wie es heißt, hat sich der Investor mit zunächst 5,4 Prozent an dem führenden Telekommunikationsunternehmen in Österreich beteiligt. Wie es weiter heißt, sei es nicht auszuschließen, dass Pecik seine Anteile weiter aufstocken wird, um zumindest einen gewissen Einfluss bei der Telekom zu bekommen.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.315,89 (-1,68 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.257,58 (-0,56 Prozent) FTSE 100 (London): 5.436,70 (-0,54 Prozent) CAC40 (Paris): 3.166,06 (-1,61 Prozent) MIB (Mailand): 15.914,60 (-2,30 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.864,30 (-1,24 Prozent) SMI (Zürich): 5.723,41 (-0,65 Prozent) ATX (Wien): 1.969,10 (-1,02 Prozent) (17.10.2011/ac/n/m)

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