Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Börsen mussten am Montag tief im Minus in die Woche starten. Dabei drückten die Diskussionen um eine mögliche Umschuldung Griechenlands sowie die Senkung des Ratingausblicks für Italien schwer auf das Gemüt der Anleger. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 2,09 Prozent auf 2.794,26 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab um 1,62 Prozent nach auf 2.575,75 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verschlechterte sich um 1,91 Prozent auf 699,31 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten ebenfalls klar im Minus.
Im FTSE 100 konnten Capita Group (+1,6 Prozent) und Next (+1,0 Prozent) als einzige Titel Zugewinne verzeichnen. Am Ende des Index standen John Wood Group mit Abschlägen von 5,6 Prozent. Mit einem Abschlag von 6,2 Prozent befanden sich die Aktien der Billigfluggesellschaft Ryanair Holdings im breiten Markt im Tiefflug. Die Gesellschaft konnte zwar ihren Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich steigern. Jedoch werden den Angaben zufolge hohe Treibstoffkosten und ein fehlendes Wachstum bei der Kapazität das Ergebnis im laufenden Jahr belasten. Der Nettogewinn im Geschäftsjahr zum 31. März 2011 belief sich auf 374,6 Mio. Euro, nach 305,3 Mio. Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn vor Einmaleffekten lag bei 400,7 Mio. Euro, nach 318,8 Mio. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem bereinigten Gewinn von 382 Mio. Euro ausgegangen. Der Umsatz erhöhte sich indes um 21 Prozent auf 3,63 Mrd. Euro. Bei den Passagierzahlen verbuchte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Anstieg um 8 Prozent auf 72,1 Millionen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nur mit einem Gewinn (bereinigt) in der Größenordnung des abgelaufenen Geschäftsjahres in Höhe von 400 Mio. Euro. Hintergrund sind steigende Kosten, vor allem aufgrund höherer Ölpreise. Bei den Passagierzahlen erwartet man eine Zunahme um 4 Prozent auf 75 Millionen. Gleichzeitig verschlechterten sich die Papiere des Konkurrenten easyJet im breiten Markt um 4,9 Prozent, nachdem das Unternehmen mitteilte, dass Sir David Michels, Deputy Chairman and Senior Independent Director, zum Ende dieses Kalenderjahres seinen Rücktritt von diesen Ämtern erklärt hat. Indes verbilligten sich British Land Company um 2,8 Prozent. Der zweitgrößte Real Estate Investment Trust (REIT) in Großbritannien musste im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang ausweisen. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn belief sich auf 840 Mio. Britische Pfund (GBP) bzw. 92,5 Pence pro Aktie, nach einem Gewinn von 1,14 Mrd. GBP im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 82 Pence pro Aktie ausgegangen. Der Net Asset Value stieg auf 567 Pence pro Aktie (Vorjahr: 504 Pence pro Aktie).
Nestlé (Nestlé) verschlechterten sich um 0,3 Prozent. Der Lebensmittelkonzern könnte Presseangaben zufolge einen weiteren Aktienrückkauf durchführen. Dem Bericht zufolge schließt der Konzern eine Neuauflage des Aktienrückkaufprogramms nicht aus. Im SMI notieren alle Werte in der Verlustzone. Am besten konnten sich dabei noch Swiss Re mit unveränderten Tendenzen halten. Deutlich schlechter lief es für Richemont. Der Titel verbilligte sich am Ende um 3,4 Prozent.
Renault (Renault) fuhren mit einem Abschlag von 3,1 Prozent hinterher. Der Automobilhersteller feiert heute die Markteinführung seiner Limousine Fluence in Indien. Auch im CAC 40 herrschte einheitlich die Farbe rot vor. Die rote Laterne wurde dabei von Lafarge gehalten, die um 3,5 Prozent nach unten fiel.
Das italienische Verbrauchervertrauen hat sich im Mai 2011 nach Angaben des von der Regierung finanzierten Wirtschaftsforschungsinstituts ISAE verbessert. So kletterte der saisonbereinigte Stimmungs-Index der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums auf 106,5 Punkte, nachdem er im April bei 103,7 Punkten gelegen hatte. Volkswirte hatten nur mit einem geringen Anstieg auf 104,0 Punkte gerechnet. Indes droht Italien eine Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. In der Nacht zum letzten Freitag hatte die bekannte Rating-Agentur Standard & Poor´s den Ausblick für das EU-Land von bisher "stabil" auf "negativ" abgesenkt. In diesem Zusammenhang wurde von "S&P" auf die hohe Staatsverschuldung Italiens verwiesen.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.794,26 (-2,09 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.575,75 (-1,62 Prozent) EURONEXT 100: 699,31 (-1,91 Prozent) FTSE 100 (London): 5.835,89 (-1,89 Prozent) CAC40 (Paris): 3.906,98 (-2,10 Prozent) MIB (Mailand): 20.532,64 (-3,32 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.082,70 (-1,41 Prozent) SMI (Zürich): 6.437,82 (-1,42 Prozent) ATX (Wien): 2.705,51 (-2,25 Prozent) (23.05.2011/ac/n/m)