Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes konnten ihre Zugewinne im Handelsverlauf ausbauen und den Freitag mit kräftigen Aufschlägen beenden. Die Fortschritte in Italien sorgten an den Märkten derweil für gute Laune. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann am Ende 3,10 Prozent auf 2.324,81 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legte um 2,06 Prozent zu auf 2.291,19 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notierten ebenfalls deutlich im Plus.
Die britischen Erzeugerpreise sind im Oktober 2011 mit abgebremstem Tempo angezogen. Laut National Statistics lagen die Preise um 5,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Davor war im September mit 6,3 Prozent der stärkste Anstieg seit Oktober 2008 ausgewiesen worden. Volkswirte waren von einer Preiserhöhung von 5,9 Prozent ausgegangen. Im Vormonatsvergleich blieben die Erzeugerpreise stabil, nach einer Preiserhöhung um 0,3 Prozent im September. Größter Gewinner im britischen FTSE 100 waren Aktien von Schroders (+6,8 Prozent), gefolgt von Banktiteln wie Royal Bank of Scotland (+6,4 Prozent) und Lloyds Banking (+6,1 Prozent). Am Indexende verloren Burberry und BG Group rund 1 Prozent.
Im Frankreich herrschte ebenfalls mehrheitlich gute Laune vor. An der Spitze des CAC 40 gewann Alstom 7,8 Prozent, gefolgt von Schneider Electric (+6,8 Prozent). Am kurzen Indexende gaben Alcatel-Lucent 2 Prozent nach.
Die spanische Wirtschaft ist im dritten Quartal 2011 mit unverändertem Tempo gewachsen. Dies gab die Bank of Spain am Freitag bekannt. So kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,8 Prozent, nachdem es im zweiten Quartal 2011 ebenfalls um revidiert 0,8 (vorläufig: 0,7) Prozent gestiegen war. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Wirtschaftsleistung Spaniens unverändert geblieben, nach einer Steigerung um 0,2 Prozent im zweiten Quartal 2011. Im spanischen IBEX 35 fielen Anteile von Telefonica um 1,3 Prozent zurück. Europas zweitgrößte Telefongesellschaft musste in den ersten neun Monaten einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Unter dem Strich wurde beim Nettogewinn ein Rückgang auf 2,73 Mrd. Euro verzeichnet, nach einem Nettogewinn von 6,08 Mrd. Euro in der Vorjahresperiode. Dabei hatten sich nach Aussage des Konzerns vor allem Einmalaufwendungen in Zusammenhang mit dem zuletzt angekündigten Abbau von bis zu 6.500 Arbeitsplätzen im Inland negativ bemerkbar gemacht. Um Einmaleffekte bereinigt lag das Nettoergebnis im Berichtszeitraum mit 5,44 Mrd. Euro um knapp 10,6 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Im italienischen MIB schossen Aktien von Telecom Italia um 5,3 Prozent in die Höhe. Italiens größte Telefongesellschaft konnte im dritten Quartal dank höherer Umsatzerlöse mit einem Gewinnanstieg aufwarten. So wurde beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter ein Anstieg auf 807 Mio. Euro verzeichnet, nach 608 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Insgesamt habe man im dritten Quartal vor allem von den zuletzt umgesetzten Effizienzsteigerungen und Sparmaßnahmen profitieren können, so der Konzern. Auch die verbesserte operative Entwicklung in den Kernmärkten des Konzerns, vor allem in Brasilien und Argentinien, habe mit zu dem Ergebnisplus beigetragen. Im Anschluss bestätigte Telecom Italia die Prognose für das laufende Fiskaljahr: Demnach sollen der Umsatz und das EBITDA jeweils in etwa auf Vorjahresniveau liegen. Am unteren Ende des MIB finden sich Fiat und Mediaset mit Abschlägen von 1,4 Prozent respektive 0,5 Prozent wieder.
Im Schweizer SMI gewannen Aktien von Richemont (Compagnie Financière Richemont) 1,3 Prozent hinzu. Der Konzern verzeichnete im ersten Halbjahr einen deutlichen Umsatzanstieg von 29 Prozent. Auf Basis konstanter Wechselkurse verzeichnete der Konzern einen Umsatzanstieg von 36 Prozent. Beim Nettogewinn wurde lediglich ein Anstieg auf 709 Mio. Euro ausgewiesen (Vorjahreszeitraum: 644 Mio. Euro), wobei das Gewinnplus von 10 Prozent auf einen im Vorjahreszeitraum verbuchten positiven Einmaleffekt zurückzuführen war. An der Indexspitze behaupteten sich derweil Anteile von Adecco mit einem Plus von 3,3 Prozent. Einziger Verlierer war Transocean mit Abschlägen von 0,8 Prozent.
Im österreichischen ATX behaupteten sich Aktien der Erste Group Bank mit einem Plus von 7,4 Prozent an der Indexspitze. STRABAG und Wienerberger gewannen als schwächste Werte nur leicht hinzu. Papiere von BWT kletterten derweil um 0,6 Prozent nach oben. Dabei musste das Wassertechnologie-Unternehmen in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Gewinnrückgang ausweisen. Die BWT-Gruppe erwartet für das laufende Jahr 2011 unverändert einen konsolidierten Konzernumsatz von 470 Mio. Euro. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen in einigen Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien sowie durch den Margendruck in Osteuropa wird der Konzern das Ergebnisziel in Höhe von 1 Euro je Aktie voraussichtlich nicht halten können.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.324,81 (+3,10 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.291,19 (+2,06 Prozent) FTSE 100 (London): 5.545,38 (+1,85 Prozent) CAC40 (Paris): 3.149,38 (+2,76 Prozent) MIB (Mailand): 15.778,85 (+3,68 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.556,10 (+2,95 Prozent) SMI (Zürich): 5.649,03 (+1,50 Prozent) ATX (Wien): 1.932,00 (+2,69 Prozent) (11.11.2011/ac/n/m)