Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben einen schwachen Start in die neue Handelswoche erwischt und gingen am Montag tief im Minus aus dem Handel. Auf die Stimmung der Investoren drückten weiterhin die Schuldenkrisen in Europa und den USA. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 3,42 Prozent auf 2.160,28 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 2,94 Prozent auf 2.164,04 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendierten ebenfalls deutlich im Minus.
Die Leistungsbilanz der Eurozone hat nach Angaben der europäischen Zentralbank (EZB) im September 2011 mit einem Überschuss abgeschlossen. So belief sich der saisonbereinigte Aktivsaldo auf 0,5 Mrd. Euro, gegenüber einem Minus von 5,9 Mrd. Euro im August. In der wichtigsten Teilbilanz, der Handelsbilanz, stellte sich der Überschuss auf 1,9 Mrd. Euro, gegenüber einem Defizit von 0,9 Mrd. Euro im August. Daneben kletterte der Überschuss bei den Dienstleistungen auf 5,0 Mrd. Euro, nach 3,7 Mrd. Euro im Vormonat.
Die französischen Frühindikatoren sind im September 2011 erneut gesunken. Dies gab das Conference Board heute bekannt. Demnach fielen die Frühindikatoren binnen Monatsfrist um 0,6 Prozent. Hierbei handelt es sich um den dritten Rückgang in Folge. Für August 2011 war ein Minus von 0,5 Prozent gemeldet worden. Im französischen Leitindex CAC 40 konnte sich kein einziger Wert in der Gewinnzone halten. Am größten fielen die Abschläge bei ArcelorMittal mit 7,2 Prozent aus.
In Großbritannien gaben Lloyds Banking Group um 7 Prozent nach. Der Bankkonzern verlautbarte heute, dass Group CEO António Horta-Osório, der kürzlich eine krankheitsbedingte Auszeit angetreten hat, weiterhin gute Fortschritte bei seiner Genesung macht. Den Angaben zufolge wird David Roberts, ein Non-Executive Director seit dem 1. März 2010 und Chairman des Risk Committee, die Position des Group CEO interimsweise übernehmen, sollte Horta-Osório seine Aufgaben nicht wie geplant bis Jahresende wieder wahrnehmen können. Noch größere Verluste musste nur Resolution verbuchen, die 7,5 Prozent abgaben. Einziger Gewinner im FTSE 100 mit einem Plus von 0,2 Prozent.
Statoil (Statoil ASA) teilte mit, dass man im Norwegischen Kontinentalschelf (NCS) drei Assets herunterfahren und sich von fünf Assets trennen wird. Den Angaben zufolge handelt es sich bei dem Käufer der Assets um den britischen Energieversorger Centrica , der im NCS-Geschäft bereits ein etablierter Akteur ist. Das Gesamtvolumen der Transaktionen wurde auf knapp 1,63 Mrd. US-Dollar beziffert. Die Aktie des Öl- und Erdgaskonzerns verbesserte sich um 0,3 Prozent. Centrica-Papiere gaben ein Prozent nach.
In den Niederlanden ging es für Ahold um 1 Prozent nach unten. Der Einzelhandelskonzern will sein Wachstum beschleunigen. Dabei sollen sechs Säulen das Wachstum des Konzerns in bestehenden und neuen Märkten vorantreiben. Zu den sechs Säulen gehören die Kundenbindung, die Angebotsverbreiterung, die Erweiterung der geografischen Reichweite, ein neues Kostensenkungsprogramm, verantwortliches Retailing sowie der Fokus auf die Mitarbeiter. Konkret sollen neue Kundenbindungsinitiativen 1 bis 2 Prozentpunkte zum vergleichbaren Umsatzwachstum beisteuern. Im Rahmen der angestrebten Beschleunigung des Wachstums in bestehenden und neuen Märkten will Ahold die Online-Umsätze bis 2016 auf 1,5 Mrd. Euro verdreifachen. Darüber hinaus sollen in Europa mindestens 150 umgestaltete Filialen (Convenience Stores) sowie mindestens 50 Supermärkte in Belgien in den nächsten fünf Jahren neu eröffnet werden. Zudem beabsichtigt der Konzern, sein US-Geschäft auszubauen. Dabei sollen 100 Stop & Shop und Giant Landover Filialen umgestaltet werden. Daneben ist geplant, 50 große Geschäfte in Tschechien umzubauen. Schließlich ist Ahold bestrebt, durch ein dreijähriges Programm die Kosten um insgesamt 350 Mio. Euro zu reduzieren.
In Österreich standen Pankl Racing Systems im Blickfeld der Anleger. Der Motorenhersteller konnte Umsatz und EBIT im dritten Quartal um jeweils rund 20 Prozent steigern. Der Umsatz erhöhte sich um 19,3 Prozent auf 24,2 Mio. Euro. Ferner konnte das operative Konzernergebnis durch die positive Umsatzentwicklung um 20,2 Prozent auf 0,7 Mio. Euro verbessert werden. Die EBIT-Marge betrug 2,8 Prozent. In seinem Ausblick für das Gesamtjahr geht die Gesellschaft aufgrund der vorliegenden Auftragsstände von einer 15-prozentigen Umsatzsteigerung aus.
Italien wies nach Angaben der Statistikbehörde Istat beim Handel mit Ländern außerhalb der Europäischen Union im Oktober 2011 ein kleineres Defizit aus. So schrumpfte der Passivsaldo der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 808 Mio. Euro, nach einem Defizit in Höhe von 1,65 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei zogen die Exporte auf Jahressicht um 8,4 Prozent auf 14,40 Mrd. Euro und die Importe um 1,9 Prozent auf 15,21 Mrd. Euro an.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.160,28 (-3,42 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.164,04 (-2,94 Prozent) FTSE 100 (London): 5.222,60 (-2,62 Prozent) CAC40 (Paris): 2.894,94 (-3,41 Prozent) MIB (Mailand): 14.509,94 (-4,74 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.021,00 (-3,48 Prozent) SMI (Zürich): 5.477,26 (-2,45 Prozent) ATX (Wien): 1.711,02 (-4,76 Prozent) (21.11.2011/ac/n/m)