Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Börsen mussten am Mittwoch schwächer aus dem Handel gehen. Besonders die Ankündigung der Ratingagentur Moody´s, die Bonität Spaniens möglicherweise weiter abzustufen, drückte auf die Stimmung. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor am Ende 0,69 Prozent auf 2.841,99 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 fiel um 0,49 Prozent auf 2.613,69 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gab indes um 0,58 Prozent nach auf 699,84 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Minus.
Die Ratingagentur Moody´s prüft eine weitere Herabstufung der Bonität Spaniens. Zur Begründung hat Moody´s auf den hohen Finanzierungsbedarf des Landes im kommenden Jahr verwiesen. Auch könnte die Sanierung des Bankensektors erheblich teurer werden, als zunächst gedacht und damit den Staatshaushalt und die Verschuldungsquote zusätzlich belasten. Auch bestehen von Seiten der Ratingagentur erhebliche Zweifel, dass Spanien die erforderlichen strukturellen Veränderungen der Staatsfinanzen umsetzen kann. Ferner hat sich die Erwerbstätigkeit in der EU im dritten Quartal 2010 nach vorläufigen Schätzungen von Eurostat leicht verringert. In der EU27 nahm die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,2 Prozent ab und blieb verglichen mit dem Vorquartal unverändert. Im zweiten Quartal 2010 war die Erwerbstätigkeit um 0,6 Prozent geschrumpft bzw. um 0,1 Prozent gestiegen. Im Euroraum (ER16) reduzierte sich die Erwerbstätigkeit um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau und blieb gegenüber dem zweiten Quartal 2010 stabil. Im Vorquartal waren ein Rückgang von 0,6 Prozent bzw. ein Zuwachs von 0,1 Prozent ausgewiesen worden. Eurostat schätzt, dass im dritten Quartal 2010 in der EU27 insgesamt 221,2 Millionen Menschen, davon im Euroraum 144,5 Millionen, erwerbstätig waren. Schließlich veröffentlichte die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) in Brüssel für November 2010 einen erneuten Rückgang bei den Auto-Neuzulassungen in der Europäischen Union (EU27).
Die Konjunkturerwartungen für die Schweiz haben sich im Dezember 2010 deutlich verbessert. Dies geht aus dem Finanzmarkttest, den das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Zusammenarbeit mit Credit Suisse (CS) erhebt, hervor. Der ZEW-CS-Indikator wuchs um 18,4 Punkte auf jetzt -12,5 Punkte. Der Index, der die Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage widerspiegelt liegt mit 62,5 Punkten um 12,5 Punkte über dem Vormonatswert. Damit setzt sich die positive Entwicklung des Vormonats weiter fort. Die Erwartungen hinsichtlich des kurzfristigen Zinsumfelds haben sich gegenüber Oktober kaum verändert. Der Versicherungskonzern Bâloise Holding (Bâloise-Holding) gab bekannt, dass er die marktorientierte Steuerung des Lebengeschäfts verbessern will. Den Angaben zufolge stellt Bâloise darum die Embedded Value Berechnungsmethode auf den Market Consistent Embedded Value (MCEV) um. Aufgrund des anhaltend tiefen Zinsniveaus passt die Basler Leben AG ab April 2011 zudem die Überschüsse auf laufenden Leibrenten an. Das Papier legte im breiten Markt um 0,5 Prozent zu. Im SMI verteuern sich Novartis als stärkster Wert um knapp 5 Prozent. Der Pharmakonzern gab bekannt, dass er eine endgültige Vereinbarung zur Fusion mit dem schweizerischen Augenheilkunde-Spezialisten Alcon für Novartis-Aktien und einen von zukünftigen Ereignissen abhängigen Geldbetrag (Contingent Value Amount, CVA) geschlossen hat. Am Indexende gaben die Finanzwerte mit Julius Baer (-2,5 Prozent) an der Spitze deutlich nach.
Die Arbeitsmarktsituation in Großbritannien hat sich im November 2010 nach Angaben von National Statistics verbessert. Binnen Monatsfrist schrumpfte die Zahl der Arbeitslosen um 1.200 auf 1,46 Millionen. Ferner stieg die Arbeitslosenquote für den Drei-Monats-Zeitraum August bis Oktober auf 7,9 Prozent, nachdem sie zuvor bei 7,8 Prozent gelegen hatte. Im FTSE 100 verbesserten sich als bester Wert Capital Shopping um 4,9 Prozent. Indes verloren Barclays am Ende 3,7 Prozent. In Frankreich konnten ArcelorMittal als bester Wert um 2,2 Prozent vorrücken, während am Ende Credit Agricole um 2,6 Prozent nachgaben.
Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) gewannen 0,3 Prozent an Wert. Der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen hat vom Betreiber 3 Italia einen Auftrag erhalten, der die Modernisierung von dessen IT-Infrastruktur und -Systemen vorsieht, darunter Hardware und Software, IP Konnektivität, Betriebssysteme und Speicher. Hennes & Mauritz (HennesMauritz AB (HM, H&M)) konnte indes im November mit einem Umsatzplus aufwarten. So verbesserte sich der Umsatz auf Konzernebene im Berichtsmonat um 17 Prozent. Bei den vergleichbaren Filialumsätzen bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, wurde ein Anstieg um 8 Prozent verzeichnet. Die Aktie legte um 2,3 Prozent zu. Volvo (Volvo AB (B)) konnte im November mit einem Absatzanstieg aufwarten. So wurden im Berichtsmonat insgesamt 18.454 Nutzfahrzeuge abgesetzt, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Plus von 52 Prozent entspricht. Der Titel notierte 0,7 Prozent fester. Schließlich konnte die spanische Inditex ihren Gewinn in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 42 Prozent steigern. Der größte Bekleidungshändler in Europa profitierte dabei vor allem von starken Umsätzen in Asien und der Einführung von Online-Shoppings. Der Anteilsschein verbilligte sich um 5,5 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.841,99 (-0,69 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.613,69 (-0,49 Prozent) EURONEXT 100: 699,84 (-0,58 Prozent) FTSE 100 (London): 5.882,18 (-0,15 Prozent) CAC40 (Paris): 3.880,19 (-0,58 Prozent) MIB (Mailand): 20.410,27 (-1,44 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.009,80 (-1,50 Prozent) SMI (Zürich): 6.560,43 (+0,22 Prozent) ATX (Wien): 2.815,80 (-0,26 Prozent) (15.12.2010/ac/n/m)