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16.03.2011 20:22

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Börsen in Europa-Schluss: Sorgen um Japan und Portugal belasten erheblich

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Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen mussten am Mittwoch kräftige Abschläge hinnehmen. Neben den Sorgen vor einer möglichen Atomkatastrophe in Japan richtet sich das Augenmerk der Marktteilnehmer wieder verstärkt auf die europäische Wirtschaft, nachdem die Bonität Portugals von Moody´s herabgestuft wurde. Zudem belasteten auch schwache US-Konjunkturdaten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 2,26 Prozent auf 2.721,24 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab indes 1,74 Prozent nach auf 2.466,49 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verlor 1,90 Prozent auf 667,58 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Minus.

Die Rating-Agentur Moody´s hat die Bonität des hoch verschuldeten EU-Mitglieds Portugal abgestuft. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde die Bonität des ins Schlingern geratenen Euro-Landes von zuletzt "A1" gleich um zwei Stufen auf "A3" gesenkt. Der Ausblick wurde mit "negativ" angegeben.

Die europäischen Verbraucherpreise haben sich im Februar 2011 mit beschleunigtem Tempo erhöht. Dies gab das europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch bekannt. So kletterte die jährliche Inflationsrate der Eurozone auf 2,4 Prozent, nach 2,3 Prozent im Januar 2011 und 0,8 Prozent im Februar 2010. Damit lag die Gesamtinflationsrate in der Eurozone über der Preisstabilitätsnorm der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Teuerungsrate von unter, aber nahe 2,0 Prozent anstrebt. Die Monatsteuerungsrate betrug im Berichtsmonat 0,4 Prozent. In der EU verharrte die jährliche Inflationsrate bei 2,8 Prozent, während sie im Januar 2011 bei 2,8 Prozent und im Februar 2010 bei 1,5 Prozent gestanden hatte. Die monatliche Teuerung belief sich auf 0,4 Prozent. Der Anstieg der europäischen Arbeitskosten pro Stunde hat sich im vierten Quartal 2011 beschleunigt. In der Eurozone (EZ16) kletterten die Kosten binnen Jahresfrist um 1,6 Prozent, nach 0,9 Prozent im Vorquartal. In der gesamten EU (EU27) zogen die Arbeitskosten um 2,0 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal an, während sie sich im vorangegangenen Vierteljahr um 1,2 Prozent erhöht hatten.

Die Arbeitsmarktsituation in Großbritannien hat sich im Februar 2011 verbessert. Dies gab National Statistics in London bekannt. Binnen Monatsfrist fiel die Zahl der Arbeitslosen um 10.200 auf 1,45 Millionen, gegenüber einem Anstieg um 2.400 im Vormonat. Ferner erhöhte sich die ILO-Arbeitslosenquote für den Drei-Monats-Zeitraum November bis Januar auf 8,0 Prozent, nachdem sie zuvor bei 7,9 Prozent gestanden hatte. Im britischen FTSE 100 gaben Aktien von InterContinental Hotels (Intercontinental Hotels Group) 2,2 Prozent ab. Die britische Hotelkette erklärte heute, dass Andrew Cosslett mit Wirkung zum 30. Juni 2011 als CEO zurücktritt. Richard Solomons wird die Nachfolge von Cosslett mit Wirkung zum 1. Juli 2011 antreten. Auch Mitchells & Butlers (MitchellsButlers) verloren 3,4 Prozent. Der britische Pub-Betreiber meldete, dass Adam Fowle das Unternehmen nach zweijähriger Tätigkeit als CEO in beiderseitigem Einvernehmen verlassen wird. Die größten Verluste wies indes Standard Life (-5,3 Prozent), gefolgt von Invensys (-3,9 Prozent) und HSBC (-3,6 Prozent) aus. Am anderen Ende des Index fanden sich 3i Group (+2,2 Prozent). Auch in Paris ging es mehrheitlich nach unten. Größter Verlierer war hier STMicroelectronics mit einem Minus von 4,2 Prozent.

Im niederländischen AEX gaben Aktien von AEGON 3,8 Prozent nach. Der Versicherer hat heute die weitere Rückzahlung der im Zuge der internationalen Finanzkrise in Anspruch genommenen staatlichen Finanzhilfen bekannt gegeben. Demnach habe man weitere Staatshilfen in Höhe von 750 Mio. Euro zurückgezahlt. Inklusive von Prämien und Zinsen in Höhe von 375 Mio. Euro hatte AEGON insgesamt 1,125 Mrd. Euro an den niederländischen Staat überwiesen. Insgesamt hat AEGON damit 2,25 Mrd. Euro der Staatshilfen von insgesamt 3 Mrd. Euro zurückgeführt.

Im schweizerischen Handel verloren Bâloise Holding (Bâloise-Holding) 0,9 Prozent. Der Versicherungskonzern meldete am Mittwoch, dass er den Versicherer Nateus übernimmt und damit seine Marktposition in Belgien signifikant ausbaut. Den Angaben zufolge erwirbt der Konzern von der belgischen Ethias S.A./N.V. die beiden Versicherungsunternehmen Nateus S.A./N.V. und Nateus Life S.A./N.V. Nateus S.A./N.V. ist im belgischen Nichtleben-Markt und Nateus Life S.A./N.V. im belgischen Leben-Markt tätig. Einziger Gewinner im SMI war Syngenta (+2,2 Prozent), während am Ende Richemont 4,5 Prozent nachgaben.

Aktien von Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) verloren in Stockholm 3,1 Prozent hinzu. Der Telekommunikationsausrüster gab heute bekannt, dass er derzeit die Auswirkungen der Situation in Japan nach der verheerenden Naturkatastrophe auf die Telekommunikationsindustrie und das eigene Geschäft analysiert. Japan sei ein wichtiger Lieferant für den weltweiten Markt für Halbleiter und andere Komponenten. Daher sei davon auszugehen, dass die jüngsten Geschehnisse in Japan die Komponentenversorgung betreffen werden. Laut Ericsson ist es aktuell noch zu früh, um die Auswirkungen der Krise in Japan auf die gesamte Industrie und die eigenen Geschäftsaktivitäten genau einschätzen zu können. Jedoch rechnet man mit keinen nennenswerten Effekten auf die Umsätze von Ericsson im ersten Quartal 2011, hieß es.

Der Anstieg der italienischen Verbraucherpreise hat sich im Februar 2010 mit erhöhtem Tempo fortgesetzt. Die nationale Statistikbehörde Istat hat heute die vorläufigen Angaben bestätigt. Demnach kletterte die Jahresteuerungsrate auf 2,4 Prozent, während die Inflationsrate im Januar 2010 lediglich bei 2,1 Prozent gelegen hatte. Zudem stiegen die Lebenshaltungskosten um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, nachdem sie im Vormonat um 0,4 Prozent angewachsen waren. Der italienische Versicherungskonzern Assicurazioni Generali konnte im abgelaufenen Fiskaljahr mit einem Gewinnanstieg aufwarten. So lag der operative Gewinn im Gesamtjahr mit 4,08 Mrd. Euro um 11,7 Prozent über dem Vorjahreswert von 3,65 Mrd. Euro. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 1,70 Mrd. Euro ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 1,31 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Fiskaljahr strebt der Konzern einen weiteren Ergebnisanstieg an. Die Aktie verlor 2,9 Prozent.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.721,24 (-2,26 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.466,49 (-1,74 Prozent) EURONEXT 100: 667,58 (-1,90 Prozent) FTSE 100 (London): 5.598,23 (-1,70 Prozent) CAC40 (Paris): 3.696,56 (-2,23 Prozent) MIB (Mailand): 20.836,77 (-2,47 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.092,60 (-2,30 Prozent) SMI (Zürich): 6.021,55 (-1,30 Prozent) ATX (Wien): 2.703,71 (-0,35 Prozent) (16.03.2011/ac/n/m)

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