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16.08.2011 19:53

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Börsen in Europa-Schluss: Uneinheitlich, Konjunkturdaten und Euro-Gipfel im Fokus

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Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Börsen gingen am Dienstag uneinheitlich aus dem Handel. Dabei drückten vor allem auch negative Konjunkturdaten aus Deutschland und Europa auf die Stimmung der Investoren. Zudem wurde der Euro-Gipfel in Paris mit Spannung erwartet. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor am Ende 0,03 Prozent auf 2.323,67 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich um 0,47 Prozent auf 2.256,24 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendierten im Minus.

Wie aus einer heute veröffentlichten Schnellschätzung der Statistikbehörde Eurostat hervorgeht, ist das BIP sowohl im Euroraum als auch in der EU27 um 0,2 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal 2011 betrugen die Wachstumsraten +0,8 Prozent in beiden Gebieten. Im Vergleich zum entsprechenden Quartal des Vorjahres ist das saisonbereinigte BIP im zweiten Quartal 2011 in beiden Gebieten um 1,7 Prozent angezogen, nach +2,5 Prozent in beiden Gebieten im Vorquartal. Des Weiteren hat sich der Handelsbilanzüberschuss in der Eurozone im Juni 2011 erhöht. Demnach ergab sich nach ersten Schätzungen für den Euroraum im Juni 2011 ein Überschuss von 0,9 Mrd. Euro im Handel mit der übrigen Welt, gegenüber +0,7 Mrd. im Juni 2010. Im Mai 2011 betrug der Saldo +0,2 Mrd. und im Mai 2010 -4,9 Mrd. Euro. Dabei nahmen die Ausfuhren (saisonbereinigt) im Juni im Vergleich zum Mai 2011 um 4,7 Prozent und die Einfuhren um 4,1 Prozent ab.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel haben am Dienstag in Paris über die Zukunft der Eurozone und der Gemeinschaftswährung gesprochen. Im Anschluss an das Zusammentreffen haben die beiden Regierungschefs eine gemeinsame Wirtschaftsregierung für die Eurozone angekündigt. Diese soll unter der Leitung von EU-Ratspräsident Herman van Rompuy zweimal im Jahr tagen. Zudem haben Merkel und Sarkozy ab Sommer 2012 eine gemeinsame Finanztransaktionssteuer und eine Schuldenbremse, die in den jeweiligen Landesverfassungen der Euro-Staaten verankert werden soll, vorgeschlagen. Eurobonds erteilten beide zum derzeitigen Zeitpunkt eine Absage.

Der Anstieg der Verbraucherpreise in Großbritannien hat sich im Juli nach Angaben von National Statistics weiter fortgesetzt. So lag die Inflationsrate im Berichtsmonat bei 4,4 Prozent, nach 4,2 Prozent im Vormonat. Damit befindet sich die Inflationsrate weiterhin deutlich über dem von der Bank of England ausgegebenen Ziel von 2,0 Prozent. Im FTSE100 gewannen Randgold an der Indexspitze 4,1 Prozent. Daneben legten Fresnillo 3,6 Prozent zu. Am Ende des Index verloren British Land 3,6 Prozent.

In Frankreich verschlechterten sich EADS um 1 Prozent. Die australische Fluggesellschaft Qantas hat einen Großauftrag an den Flugzeugbauer Airbus vergeben. So wurde eine Absichtserklärung zum Kauf von mindestens 106 Maschinen vom Typ A320 mit der Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns unterzeichnet. Bei 78 der bestellten Maschinen handelt es sich um die neue treibstoffsparende Version A320neo. Alcatel-Lucent rückten an der Spitze des CAC 40 um 2,4 Prozent vor, während am Indexende Veolia und ArcelorMittal mit einem Verlust von 4,1 Prozent standen.

Nachdem Transocean gestern den SMI anführten, ging es heute wieder 1,6 Prozent nach unten. Der Ölbohrkonzern hatte gestern die Übernahme der norwegischen Aker Drilling (Aker Drilling AS) angekündigt. Am Indexende standen indes Swatch mit einem Minus von 2,7 Prozent. Die Gewinnerliste wurde wiederum von Nesté und Roche mit einem Plus von rund 2 Prozent angeführt.

In Österreich befanden sich die Papiere von Intercell mit einem Zugewinn von 19,9 Prozent im Höhenrausch und an der Spitze des ATX. Der Impfstoffhersteller konnte den Verlust im zweiten Quartal deutlich reduzieren. So lag der Umsatz mit 12,69 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 9,66 Mio. Euro. Der Periodenverlust konnte gleichzeitig deutlich auf 1,61 Mio. Euro reduziert werden, nach einem Minus von 8,35 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr verzeichnete man einen deutlichen Umsatzanstieg auf 18,38 Mio. Euro, nach zuvor 14,41 Mio. Euro. Der Periodenverlust im ersten Halbjahr verringerte sich auf 12,87 Mio. Euro, nach zuvor 23,05 Mio. Euro. Wesentlichen Anteil an der starken Umsatzentwicklung hatte der starke Produktumsatz bei IXIARO/JESPECT. Zwei Jahre nach der Einführung des Impfstoffs gegen Japanische Enzephalitis konnte man hier im ersten Halbjahr bei den Verkaufszahlen ein Plus von 84,9 Prozent ausweisen. Größter Verlierer im ATX waren CA Immo und Wienerberger mit einem Minus von 3,3 Prozent. Daneben zeigten sich Lenzing unverändert. Die zu dem Faserhersteller gehörende chinesische Tochtergesellschaft Lenzing Nanjing Fibers hat heute ihre neue Produktionslinie erfolgreich hochgefahren. Durch Inbetriebnahme der neuen Linie verdoppelt sich die Jahresproduktionskapazität von Lenzing Nanjing Fibers annähernd auf knapp 140.000 Tonnen Viscosefasern.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.323,67 (-0,03 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.256,24 (+0,47 Prozent) FTSE 100 (London): 5.357,63 (+0,13 Prozent) CAC40 (Paris): 3.230,90 (-0,25 Prozent) MIB (Mailand): 15.750,60 (-0,87 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.674,30 (-0,40 Prozent) SMI (Zürich): 5.373,30 (+0,91 Prozent) ATX (Wien): 2.229,81 (-0,16 Prozent) (16.08.2011/ac/n/m)

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