Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes gingen am Donnerstag mit uneinheitlichen Tendenzen aus dem Handel. Angesichts zahlreicher US-Konjunkturdaten und negativen Meldungen aus China hielten sich Anleger mit Neuengagements zurück. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 0,13 Prozent auf 2.927,42 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab indes um 0,96 Prozent nach auf 2.651,03 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verschlechterte sich um 0,41 Prozent auf 710,46 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendierten ebenfalls mehrheitlich leichter.
Der EZB-Rat sieht Belege für einen kurzfristigen Aufwärtsdruck auf die Gesamtinflation, der in erster Linie auf die Energiepreise zurückzuführen ist. Wie aus dem EZB-Monatsbericht hervor geht, bleibt der EZB-Rat aber bei seiner Einschätzung, dass sich die Preise über die geldpolitisch relevante Frist weiterhin im Einklang mit Preisstabilität entwickeln werden. Die jüngsten Wirtschaftsdaten stehen im Einklang damit, dass die konjunkturelle Grunddynamik positiv ist, wenngleich weiterhin erhöhte Unsicherheit herrscht.
Wie BHP Billiton heute bekannt gab, hat man die Eisenerzproduktion im zweiten Quartal auf einen neuen Rekordwert gesteigert. So erhöhte sich die Eisenerzproduktion des weltgrößten Bergbaukonzerns in den drei Monaten zum 31. Dezember 2010 um 4 Prozent auf 33,7 Millionen Tonnen. Die Kupferproduktion stieg im zweiten Quartal um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Goldproduktion sogar um 15 Prozent. Indes konnte die Produktion bei Tonerde im Berichtszeitraum um 9 Prozent zulegen, während es bei Aluminium keine Veränderung zu berichten gab. Der Titel gab um 3,6 Prozent nach. Associated British Foods (AB Foods) verloren 3,2 Prozent an Wert. Der Lebensmittelhersteller gab heute sein Management Statement für das erste Quartal bekannt. Den Angaben zufolge erhöhte sich der Konzernumsatz (fortgeführte Geschäftsaktivitäten) in den 16 Wochen zum 8. Januar 2011 um 8 Prozent, wobei auf Basis konstanter Währungen ein Plus von 7 Prozent verzeichnet wurde. Der Geschäftsverlauf liege damit im Rahmen der eigenen Erwartungen, wobei dem anhaltenden Anstieg bei einigen Rohstoffkosten in den nächsten Monaten Rechnung getragen werden müsse. easyJet brachen im breiten Markt um über 16 Prozent ein. Der Billigflieger konnte im ersten Quartal mit einem Passagieranstieg aufwarten. Allerdings geht man für das erste Halbjahr von einem höheren Verlust aus. So wurden im Berichtszeitraum insgesamt 11,9 Millionen Passagiere befördert, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Plus von 8,8 Prozent entspricht. Der Sitzladefaktor verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozentpunkte auf 86,7 Prozent. Beim Umsatz im ersten Quartal verzeichnete easyJet einen Anstieg um 7,5 Prozent auf 654 Mio. Britische Pfund (GBP). Angesichts der weiterhin unsicheren konjunkturellen Gesamtsituation in Europa und den weiter steigenden Kerosinpreisen erwartet die Billigfluglinie für das erste Halbjahr einen Vorsteuerverlust im Bereich von 140 bis 160 Mio. GBP, nachdem man in der Vorjahresperiode hier einen Vorsteuerverlust von 78,7 Mio. GBP eingefahren hatte. Im FTSE 100 konnten an der Indexspitze Barclays um 2,4 Prozent zulegen, während am Ende Invensys um 7,8 Prozent nachgeben. Der Technologiekonzern Invensys hat heute sein Trading Statement für das dritte Quartal veröffentlicht. Demnach erwartet der Konzern für das dritte Quartal ein bereinigtes operatives Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres.
Remy Cointreau (Remy Cointreau) steigerte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres den Umsatz. So lag der Umsatz des Spirituosenherstellers im Berichtszeitraum mit 694,8 Mio. Euro um 18 Prozent über dem Vorjahreswert. Das organische Umsatzwachstum lag bei 11,0 Prozent. Die Aktie verschlechterte sich im breiten Markt um 5,7 Prozent. Im CAC 40 verteuerten sich als bester Wert Alstom um 3,9 Prozent. Am Ende verbilligten sich Accor um 6,2 Prozent. In der Schweiz standen die Papiere von Julius Baer mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren. Gleichzeitig verbilligten sich am Ende des SMI Transocean um 3,2 Prozent.
Der Auftragseingang der italienischen Industrie ist im November 2010 nach Angaben der Statistikbehörde Istat gesunken. So verringerte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vormonat um 4,3 Prozent, wogegen Volkswirte ein Plus von 1,4 Prozent erwartet hatten. Ferner lagen die Neuaufträge um 9,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Prognose der Volkswirte hatte auf einen Anstieg von 14,8 Prozent gelautet.
Ahold (Ahold) hat sein Trading Statement für das vierte Quartal bzw. das Gesamtjahr 2010 veröffentlicht. Demnach belief sich der Umsatz des Einzelhandelskonzerns im Schlussquartal auf 6,98 Mrd. Euro, nach 6,80 Mrd. Euro im vierten Quartal 2009. Auf bereinigter Basis entspricht dies einem Plus von 5,5 Prozent (unbereinigt: 2,6 Prozent). Im Gesamtjahr 2010 verbesserte sich der Konzernumsatz um 5,7 Prozent auf 29,53 Mrd. Euro. Auf bereinigter Basis wurde ein Wachstum von 4,4 Prozent ausgewiesen. Das Papier gab um 1,3 Prozent nach.
Iberdrola (Iberdrola) hat seine Marktposition im Auslandsgeschäft durch einen milliardenschweren Zukauf verstärkt. So hat der Versorger eine Vereinbarung zur Übernahme des brasilianischen Energieversorgers Elektro für insgesamt 2,4 Mrd. Euro geschlossen. Der Titel gewann 1,3 Prozent an Wert.
Der Mobiltelefonhersteller Sony Ericsson Mobile Communications AB, ein Joint Venture des schwedischen Telekommunikationsausrüsters Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) und der japanischen Sony , gab heute bekannt, dass man im vierten Quartal einen Gewinn erwirtschaftet hat. Dabei profitierte man von der starken Nachfrage nach Smartphones mit dem Android-Betriebssystem. Die Aktie von Ericsson verbilligte sich um 0,5 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.927,42 (+0,13 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.651,72 (-0,96 Prozent) EURONEXT 100: 710,46 (-0,41 Prozent) FTSE 100 (London): 5.867,91 (-1,82 Prozent) CAC40 (Paris): 3.964,84 (-0,30 Prozent) MIB (Mailand): 21.792,28 (+0,37 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.636,90 (+0,76 Prozent) SMI (Zürich): 6.513,50 (-0,70 Prozent) ATX (Wien): 2.848,88 (-2,16 Prozent) (20.01.2011/ac/n/m)