Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen sind heute durch die Bank mit teils herben Abschlägen aus dem Handel gegangen. Für die schlechte Stimmung sorgten die schlechte Entwicklung an der Wall Street sowie Sorgen hinsichtlich der Staatsverschuldung Portugals. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 lag mit 3,46 Prozent bei 2.707,45 Punkten im Minus. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verlor 2,83 Prozent auf 2.425,13 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gab ebenfalls 2,90 Prozent ab auf 647,97 Punkte.
Die Europäische Zentralbank hat erwartungsgemäß beschlossen, das Zinsniveau unverändert zu lassen. Zuvor hatten bereits die britischen Kollegen der Bank of England das Zinsniveau bestätigt.
Royal Dutch Shell (Royal Dutch Shell Grou a) sackten im FTSE 100 in London um gut 2,11 Prozent ab und kamen damit vergleichsweise gut weg. Der britisch-niederländische Ölriese hat im vierten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt, was mit höheren Öl- und Gaspreisen zusammenhängt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 1,96 Mrd. Dollar, im Vergleich zu einem Verlust von 2,81 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der um Bestandswertveränderungen bereinigte Gewinn (CCS) lag bei 1,18 Mrd. Dollar (-75 Prozent). Der um bestimmte Einmaleffekte bereinigte Gewinn betrug 2,8 Mrd. Dollar. Analysten hatten zuvor einen Gewinn von 2,88 Mrd. Dollar erwartet. Der Umsatz erreichte 81,08 Mrd. Dollar und lag damit auf dem Niveau des vierten Quartals 2008. Für Papiere des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK) ging es neben lediglich vier weiteren Werten im Plus um 0,74 Prozent nach oben. Wie GSK bekannt gab, konnte man im abgelaufenen Geschäftsjahr einen klaren Gewinnanstieg verbuchen. Den Angaben zufolge belief sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 5,53 Mrd. Britische Pfund (GBP), nach 4,60 Mrd. GBP im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg von 24,35 Mrd. GBP auf 28,37 Mrd. GBP. Papiere des Mobilfunkbetreibers Vodafone (Vodafone Group) stachen mit +3,57 Prozent ins Auge. Wie zuvor bekannt wurde, konnte der Mobilfunkbetreiber seinen Umsatz in den drei Monaten zum 31. Dezember um 10,3 Prozent auf 11,5 Mrd. GBP steigern. Analysten waren von Erlösen von 11,4 Mrd. GBP ausgegangen. Die Aktie der Fluggesellschaft easyJet verlor im breiten Markt fast 1 Prozent. Laut Angaben des Billigfliegers wurden im Januar 3,142 Millionen Passagiere befördert, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Plus von 10,7 Prozent entspricht. Der Sitzladefaktor verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 3,6 Prozentpunkte auf 79,3 Prozent.
Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS (European Aeronautic Defence and Space) kann im Streit um den Militärtransporter A400 offenbar auf mehr Geld hoffen. Presseangaben zufolge seien die Staaten offenbar doch bereit, unter dem Strich mehr als die zuletzt genannte Nachzahlung von 2 Mrd. Euro zu leisten. Der endgültige Abschluss der Verträge könnte sich aber noch bis Ende Februar verzögern. Wie EADS ferner erklärte, hat Hong Kong Airlines mit Airbus eine Absichtserklärung zum Kauf von sechs A330-200 unterzeichnet. EADS verloren im CAC40 in Paris 2,56 Prozent. Steil bergab ging es für Titel der Société Générale (-5,79 Prozent), Crédit Agricole (-5,17 Prozent) und BNP Paribas (-5,14 Prozent). Kein einziger Wert konnte sich heute im grünen Bereich halten.
Papiere des schweizerischen Versicherungskonzerns Zurich Financial (Zurich Financial Services (N) (Zuerich)) gewannen im SMI als einziger Wert (+ 4,44 Prozent). Der Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein um 6 Prozent höheres Ergebnis verbucht, was u.a. mit Kosteneinsparungen zusammenhängt. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn belief sich auf 3,22 Mrd. Dollar, nach 3,04 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Im vierten Quartal lag der den Aktionären zurechenbare Gewinn bei 1,05 Mrd. Dollar (Vorjahr: 205 Mio. Dollar). Analysten hatten hier einen Gewinn von 1,01 Mrd. Dollar erwartet. Credit Suisse gaben als Schlusslicht 7,40 Prozent ab. Kaum besser war es um UBS (-4,78 Prozent) und Swatch (-4,06 Prozent) bestellt.
Wie der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever bekannt gab, musste er im vierten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Umsatz lag bei 9,66 Mrd. Euro, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Minus von 5 Prozent entspricht. Auf Basis konstanter Wechselkurse wurde ein Umsatzplus von 1 Prozent ausgewiesen. Das Nettoergebnis nach Anteilen Dritter verringerte sich um 27 Prozent auf 831 Mio. Euro. Unilever knicken im AEX um 3,07 Prozent ein.
Die Aktie der größten spanischen Bankgesellschaft Banco Santander (Banco Santander Central Hispano) verlor im IBEX 35 in Madrid mehr als 9 Prozent. Dabei hat das Geldinstitut im vierten Quartal mehr verdient, was auf stärkere Ergebnisse in Großbritannien und Brasilien zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 2,20 Mrd. Euro, im Vergleich zu 1,94 Mrd. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 2,12 Mrd. Euro ausgegangen.
Der finnische Papierhersteller Stora Enso Oyj konnte im vierten Quartal 2009 infolge von Kosteneinsparungen einen Gewinn ausweisen. Unternehmensangaben zufolge fielen die Umsatzerlöse um 8 Prozent auf 2,40 Mrd. Euro. Der Nettogewinn betrug 45,9 Mio. Euro, gegenüber einem Vorjahresverlust in Höhe von 654,6 Mio. Euro. Stora Enso gaben an der Nordic Stock Exchange 2,23 Prozent ab. Um 3,65 Prozent nach oben ging es für Titel der Danske Bank . Wie die dänische Großbank bekannt gab, wurde im Gesamtjahr 2009 ein Nettogewinn von 1,71 Mrd. Dänischen Kronen (DKK) ausgewiesen, nach einem Überschuss von 1,04 Mrd. DKK im Vorjahr.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.707,45 (-3,46 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.425,13 (-2,83 Prozent) EURONEXT 100: 647,97 (-2,90 Prozent) FTSE 100 (London): 5.139,31 (-2,17 Prozent) CAC40 (Paris): 3.689,25 (-2,75 Prozent) MIB (Mailand): 21.404,82 (-3,45 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.241,70 (-5,94 Prozent) SMI (Zürich): 6.396,51 (-2,40 Prozent) ATX (Wien): 2.474,85 (-2,49 Prozent) (04.02.2010/ac/n/m)